Wachstum ist nicht gleich Entwicklung

Wer mate­ri­el­les Wachs­tum mit Evolu­ti­on gleich­setzt, erlebt einen schmerz­li­chen Höhe­punkt: die Revolution.

Andre­as Bangemann

3 Antworten

  1. Revo­lu­ti­on
    (Andre­as Bange­mann gewidmet)

    Schon Musik schien ihnen gefährlich.
    Sie kontrol­lier­ten die Worte,
    den Klang und die Gedanken.
    Nur wenige ahnten etwas davon.
    Das Leben ging weiter, als wäre
    nichts gesche­hen. Wären
    wir aufmerk­sa­mer gewe­sen, hätten
    wir das Schlimms­te verhindert.
    Aber wir schliefen.

    Sie schlie­fen nicht.
    Sie ließen sich beschenken
    und nahmen sich, was sie brauchten.
    Als die Not kam, zeig­ten sie
    mit den Fingern auf uns.
    Den Klei­nen raub­ten wir
    das Letzte, die Großen
    ließen wir gewähren.
    Und wir schliefen.

    Die Welt wurde kälter
    und grauer. Dann stießen
    sie uns in den Schmutz,
    zu unse­ren Geschwistern.
    Wir erwach­ten geschla­gen, während
    ihre Knech­te uns verhöhnten.
    Schein­bar blieb uns keine Chance.
    Ihre Macht wirkte lähmend -
    aber wir waren viele.

    Gier und Eitel­keit lull­ten sie ein.
    Sie schwam­men im Geld
    und lenk­ten unsere Geschicke.
    Nachts aber schlif­fen wir unsere
    Klin­gen und schmie­de­ten Pläne.
    Neue Anfüh­rer schwangen
    sich empor und trie­ben die
    Meute aufs Schlachtfeld.
    Ihre Opfer schliefen. 

    Wir traten ans Licht und
    lösch­ten Lich­ter. Die Furcht
    der Ande­ren kam zu spät.
    Sie krochen auf Knien,
    sie winsel­ten um Gnade,
    aber alles, was sie getan
    hatten, fiel auf sie zurück:
    Augen um Auge,
    Zahn um Zahn. 

    Unse­ren Anfüh­rern gefiel
    ihre neue Macht. Schon Musik
    schien ihnen gefährlich.
    Sie kontrol­lier­ten die Worte,
    den Klang und die Gedanken.
    Nur wenige ahnten etwas
    davon. Wir schlie­fen wieder
    und ließen sie gewähren.
    Sie aber schlie­fen nicht. 

    (www.traumpoet.blogspot.de)

  2. …der Spruch war ja schon drinne… Versehen!
    Dann eben dies, passt sowie­so besser:

    Schaut nur, diese trüben Blicke,
    diese Trauer im Gesicht.
    Früher hatten sie es dicke,
    jetzt gedeiht der Mammon nicht.

    Boni flos­sen einst wie Flüsse,
    münde­ten ins Portemonnaie.
    Schickt den Armen Geld und Küsse,
    ewig dankt‘ s die Haute-Volee!

    Wollen wir sie zügig retten?
    Schließ­lich geben sie uns Brot -
    Quiet­sche­räd­chen muss man fetten,
    sonst zerbrö­selt sie die Not.

    Banker, nimm dir deinen Schoppen!
    Nuckle emsig, werde groß.
    Lass dich nicht beim Zocken stoppen,
    denk‘ nur an dein Rettungsfloß.

    Komisch – wie geht das zusammen?
    Einer­seits verar­men wir.
    Andrer­seits füllt Gold die Kammern,
    Sack für Sack, beim hohen Tier.

    Ich will gern auf viel verzichten,
    geht es nur den Großen gut.
    Wenn sich einst die Schlei­er lichten,
    dann gerät das Volk in Wut.

    Wer im Schat­ten leise flüstert,
    wer sich hinter „Bank“ verbirgt.
    Der sei künf­tig gut gerüstet,
    wenn der Zorn die Seinen würgt.

  3. Darauf könnte man ironisch antworten:

    Erst wenn ihr die letzte Bank beraubt, den letz­ten Kredit ergau­nert, den letz­ten Juppie vertrie­ben habt, werdet ihr fest­stel­len, dass man ohne Geld nichts essen kann.

    (Sitting Stein­brück, 2008)

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