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Wie reguliert man den Finanzmarkt?
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Die Zeichen stehen auf Abschied
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Ungezügelter Irrsinn bei US-Immobilienfinanzierungen

“Freddie Mac wettet gegen die eigenen Kunden”

Es mutet wie ein Treppenwitz an, ist aber für die aktuell Betroffenen bitterer Ernst. Nachdem vor 2008 der US-Immobilienmarkt von allzu lascher Handhabung bei der Ausreichung von Immobilienkrediten geprägt war, schlug dieses Pendel nach 2008 in die andere Richtung aus. Mit fatalen Folgen, wie sich immer öfter zeigt.

Das staatseigene Hypotheken-Unternehmen “Freddie Mac” wurde 2009 durch massives Eingreifen vor allem der FED vor dem Zusammenbruch gerettet. Freddie Mac nahm die für sie vorgesehene Aufgabe, “die Chancen für Wohneigentum aller Amerikaner zu verbessern”, so ernst, dass sie offenbar alle in Europa und Deutschland bekannten “Sicherheitsmaßnahmen” im Zusammenhang mit der Vergabe von Krediten missachteten und der Krise, die uns bis heute begleitet, den Ausbruch bescherte.

Ohne exponentielles Wachstum der weltweiten Geldvermögen, wäre das so wenig möglich gewesen, wie ohne die Kreativität der “Verpackungskünstler” am internationalen Finanzmarkt, die es verstanden auch die faulsten Kredite in glitzernde und vermeintlich renditeträchtige Papiere zu hüllen, die vor allem in Europa reissenden Absatz fanden. So weit so gut. Das ist Schnee von gestern.

Doch die Geschichte geht natürlich weiter. Neben dem Staat, der die beiden Immobilienfinanzierer (Fannie Mae und Freddie Mac) mit rund 169 Milliarden US-Dollar gestützt hat, war es vor allem die FED, die ab 2009 begonnen hat, den “toxischen Schlamm” aus den Bilanzen der beiden aufzukaufen. Was das für die Bilanz der FED bedeutete zeigt sich in der Grafik der New York Times von 2010 sehr schön. Demnach schlummern in der FED-Bilanz bereits Billionen”werte”, die von Fannie Mae und Freddie Mac stammen.

Heute geht es Freddie Mac offenbar wieder so gut, dass sie es sich leisten können, Wetten gegen die eigenen Kunden abzuschließen. Der nach wie vor staatseigene Betrieb schließt sie in großem Stil auf dem Kapitalmarkt ab. Dabei setzt das Unternehmen darauf, dass seine eigenen Kunden ihre Kredite nicht mehr bedienen können! Nach Recherchen zweier unabhängiger, gemeinnütziger US-Nachrichtendienste geht es bei diesen Spekulationen um Milliardenbeträge.

Die jetzt restriktiven Anforderungen an alte und neue Immobilien-Kreditnehmer führen logischerweise zu zunehmenden Zahlungsschwierigkeiten bei den Betroffenen. Dieses Risiko wird durch Wetten auf dieses zwangsläufig eintretende Ereignis ausgeglichen. Und das von einem staatlichen Unternehmen, das durch den Staat gerettet werden musste, indem man die Anleger (die oberen 1%) auf Kosten der Steuerzahler schadlos gehalten hatte.

Einmal mehr wurden die Geldvermögen gerettet und die Schulden und der dazugehörige Kapitaldienst zu den Steuerzahlern verlagert.

Diese Art der Rettung hat sich mittlerweile international etabliert. In Europa kennt man auch nichts anderes.

Sehnsucht nach „der“ Volkspartei?

Während über die Parteitage der “Etablierten” nüchtern und meist ergebnisorientiert berichtet wird, reizt der Bundesparteitag der Piratenpartei die großen Medien zu flankierenden Maßnahmen, welche die derzeit erfolgreichste „Splitterpartei“ in ein eher schlechtes Licht rücken.
Die “Tagesschau” bringt dabei die eher unbekannte Politologin Katja Kullmann in Position, um Äußerungen, wie

„Ich würde mir wünschen, dass wieder soziale Standpunkte bezogen werden“ oder

„Ich wünsche mir große, starke, verlässliche Parteien. Eigentlich wünsche ich mir sogar die Rückkehr der Volkspartei statt lauter kleiner Klientel-Parteien.“

als Gegenposition zu den politischen Emporkömmlingen aufzubauen, denen man eher Neoliberalismus unterstellt, als ein soziales Gewissen. Den Beweis liefert Frau Kullmann gleich mit, denn sie hat gezählt, dass im Parteiprogramm der Piraten „acht- oder neunmal“ das Wort „individuell“ und nur einmal „solidarisch“ vorkommt.

„Die“ Volkspartei von Frau Kullmann findet sich demnach irgendwo links der Mitte. Dort wo „Solidarität“ als Hülsenfrucht reichlich in Parteiprogrammen und offiziellen Verlautbarungen ausgesät wird. Wenn Helmut Schmidt beim SPD-Parteitag mit „Europa braucht ein mitfühlendes Herz“ um europäische Solidarität wirbt, dann muss das bei den „Opfern“ der SPD-Hartz-IV-Reformen wie Hohn in deren Ohren klingen.
Um das Erfrischende an den Piraten zu erkennen, braucht es Menschen, die bereit sind, zunächst einmal alles in Frage zu stellen und auf seinen Zukunftswert hin zu beurteilen. Die Tatsache, dass die Piraten noch kein festgeschriebenes Wirtschaftsprogramm haben und statt dessen auf die innerparteilichen Findungs- und Entwicklungsprozesse hinweisen, macht sie nur noch sympathischer. Während die etablierten Parteien von ihren Wirtschaftsprogrammen auch dann nicht abrücken, wenn um sie herum das Wirtschafts- und Sozialgefüge in sich zusammenfällt, halten sich die Piraten in dieser Frage noch alles offen. Das birgt die große Chance, dass sie 2013 mit echten Alternativen zu Fragen des Geldsystems antreten können.
Auf zukünftige „Volksparteien“ mit viel „solidarisch“ im Programm, aber wenig Substanz in den wichtigen Fragen der jetzigen Wirtschaftskrise können wir und alle zukünftigen Generationen geflissentlich verzichten. Ob es die Piraten oder andere junge Parteien letztlich sind, die mit Alternativen aufwarten, die diesen Namen verdienen sei dahingestellt. Alleine die Tatsache, dass den Etablierten ihre „TINA“ um die Ohren gehauen wird, ist schon ein Segen. Auch wenn „Katja“ das nicht wahrhaben will.

Geld reGIERt die Welt – Ein Chansonabend

In Essen findet jeden 2. Dienstag im Monat ein Treffen der Leser der HUMANEN WIRTSCHAFT statt. Zum Jahresabschluss 2011 wird es am 13.12. ein ganz besonderes Erlebnis geben.
Das Hinterhoftheater SAGO unter der Leitung von Isabel Sandig und Ralf Gottesleben hat sich einen Chansonabend ausgedacht, der sich szenisch und musikalisch der Finanzwelt widmet.
Ein kultureller und kulinarischer Schmaus zum Jahresausklang.
Treffpunkt ist die Katharinenstr. 14 in Essen um 17 Uhr.
Start des Liederabends ist um 17:30 Uhr im Hinterhoftheater SAGO in der Reginenstr. 12 in Essen-Rüttenscheid.
Weitere Informationen siehe hier:
Geld regiert die Welt – SAGO

US-Bank führt “Umlaufsicherung” auf Giroguthaben ein

Wie die Financial Times Deutschland (FTD) schreibt, führt einem Bericht des Wall Street Journal (WSJ) zufolge die US Bank “Bank of New York Mellon”(BNY) Gebühren für Guthaben auf den bei ihr geführten Girokonten ein.
Offenbar haben die Kunden der Bank 160 Milliarden US-Dollar auf Girokonten der Bank “geparkt”, wodurch der Bank einerseits Kosten bei der FDIC (Gesetzliche Einlagensicherung) entstehen und sie andererseits auch keine Möglichkeit habe, die Beträge für Geschäfte zu nutzen, da die Gefahr des jederzeitigen Abrufs der Einlagen drohe.
Die Vermutung, wonach die Banken generell stark an Problemen der “Fristentransformation” leiden, wird zwar nirgendwo nachvollziehbar statistisch aufbereitet, aber Berichte wie der über diese große US-Bank deuten zumindest an, dass es diesbezüglich Handlungsbedarf gibt, bzw. sogar erhebliche Gefahren lauern.
Die BNY erhebt die Gebühren von voraussichtlich 0,13 % (Im Jahr?) auch nur von Kunden, die mehr als 50 Millionen US-Dollar auf diese Weise geparkt haben. Das wiederum ist auch ein Indiz für sich immer mehr zuspitzende Verteilung von Geldvermögen auf sehr Wenige.
Natürlich verfolgt die Bank mit der Gebührenmaßnahme keine politischen Ziele hin zu einer Änderung des Geldsystems, sondern hat nur die eigene Kostenstruktur im Fokus. Dennoch beweist die Maßnahme, dass der Druck, der durch die enormen flüssig gehaltenen Geldvermögen auf das Gesamtsystem ausgeübt wird, zu Überlegungen führt, die noch vor ein paar Jahren undenkbar gewesen wären.
Man darf gespannt sein, inwieweit das Beispiel dieser Bank Schule macht und es zu einer allgemein anerkannten Gepflogenheit wird, wonach das Halten (man könnte auch sagen “das zeitweise Horten”) von Geld zu Kosten für den Halter führt.

Monatliches Lesertreffen in Essen

Mittlerweile gibt es bundesweit eine Reihe von regelmäßigen Stammtischen.
Einer davon findet jeden 2. Dienstag im Monat in Essen statt.
Die Ankündigung steht immer auf unserer Kalenderseite

Lesertreffen in Essen
Von Humane Wirtschaft

Am 8.2. ist die 2-stündige Veranstaltung, geleitet von Wilhelm Schmülling dem Thema gewidmet:

Chaos in Ägypten –
Aufstand der jungen Arbeitslosen

Am 8. Februar treffen wir uns wieder in Essen-Rüttenscheid, Katharinenstraße 14

Die Unruhen in Ägypten und das Chaos gefährden nicht nur den inneren Frieden. Auch der Frieden in
der Region ist gefährdet. Immer lösen soziale Spannungen solche Revolten aus. Die Ursachen
können nicht allein auf fehlende Demokratie und das Versagen eines Präsidenten zurückgeführt werden.
Autoritäre Regime halten zwar die gesellschaftlichen Probleme eine Zeitlang unter der Oberfläche,
brechen sich dann aber mit explosiver Gewalt Bahn. Die Leid tragenden arbeitslosen Jugendlichen
haben nichts zu verlieren. Folgt aber dem Chaos Demokratie und soziale Gerechtigkeit?

Über diese gefährlichen Entwicklungen möchten wir mit Ihnen sprechen. Wir laden Sie herzlich ein!

Chaos in Ägypten –
Aufstand der jungen Arbeitslosen

Dienstag, 8. Februar 2011, 17.00 Uhr
Essen-Rüttenscheid, Katharinenstr. 14


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Straßenbahnhaltestelle Florastraße (Linie 107 und 101)

Medien werden mutiger – Insolvenz für Banken und Staaten

Zitat aus dem Handelsblatt:

“Keinen Satz hört man in Berlin derzeit so häufig wie diesen: “Wir dürfen uns in der Euro-Krise nicht länger von den Märkten treiben lassen.” Was Entschlossenheit zeigen soll, ist doch nur ein trauriger Witz. Denn die Politik stolpert weiter hinter den Märkten her, sieht zu, wie ein Euro-Land nach dem anderen brandgerodet wird. Noch nie seit Ausbruch der Krise waren wir dem Desaster, dem Zerfall der Währungsunion, so nahe wie jetzt: Weil nicht mehr klar ist, ob die finanziellen Mittel und der politische Wille ausreichen, um auch große Staaten wie Spanien und Italien zu stützen.”

via Blickpunkt Berlin: Die Banken machen Europa zur verbrannten Erde – Handelsblatt.com.

Unsere Meinung:

Die “Bürgschaften” von Steuerzahlern für marode Banken und Staaten gehen weltweit mittlerweile in die Billionen. Nach und nach werden die zahlungsunfähigen Schuldner durch wehrlose Bürger ersetzt, die nichts als Nachteile von derlei politischen Entscheidungen haben. Waren die Medien bisher – zum großen Teil sind sie es immer noch – willfährige Claqueure dieser Art sinnloser Hinauszögerungspolitik, gibt es eine leichte Bewegung in neue Denkweisen zu vermelden. Mögen sie zunehmen und möglichst viele Menschen erkennen lassen, dass es höchste Zeit ist ein wesentliches und elementares Werkzeug des Kapitalismus an ihm selbst anzuwenden: die Insolvenz. Wir brauchen jetzt einen Schnitt.

Im Rahmen von geregelten Insolvenzen bieten sich noch Chancen für politisches Handeln und Gestalten. Im Chaos eines Zusammenbruchs ist es damit vorbei.

Georg Schramm in der “Anstalt” über kommunales Freigeld und Staatsbankrott

YouTube – Georg Schramm über kommunales Freigeld und Staatsbankrott.

Hut ab, Herr Schramm. Wäre da nicht dieses Gefühl, “Neues aus der Anstalt” könnte als reine Unterhaltung betrachtet werden, könnte man die Hoffnung haben, es bewege sich doch noch etwas in unserem Land.

Hamburg hat fast sein gesamtes Kapital verloren

Hamburg hat fast sein gesamtes Kapital verloren (Bergedorfer Zeitung – 22-04-2010 – Seite 4)


Hamburg hat fast sein gesamtes Kapital verloren

(Bergedorfer Zeitung – 22-04-2010 – Seite 4)


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Seien es Länder (Griechenland), Banken oder Gemeinden, sehr viele sind bereits pleite oder stehen am Rande der Pleite. Die Bemühungen der Verantwortlichen gehen allesamt dahin, dass SteuerzahlerInnen “zwangsenteignet” werden, damit die entstehenden Löcher gestopft und die Länder, Banken und Gemeinden noch eine gewisse Zeit weiter machen können. Die endgültige Zahlungsunfähigkeit wird nur verzögert.
Gerettet – und das ist das Fatale – werden nicht etwa die Länder, Banken und Gemeinden, sondern die Gläubiger dieser Einrichtungen.
Die wiederum setzen sich zum allergrößten Teil aus den reichsten der Reichen zusammen. Man kann davon ausgehen, dass der so gerne von Politikern ins Rampenlicht gestellte “kleine Anleger – Leute wie Du und ich” nur zu einem marginalen Teil als direkte Gläubiger betroffen sind.
Das kann jeder Einzelne schon daran ermessen, dass er sich einmal seine eigenen Geldanlagen betrachtet. Sind darin Staatsanleihen (Bundesschatzbriefe und dergleichen) enthalten? Investmentzertifikate?

Die Ungleichverteilung von Geldvermögen ist immens. Die Konzentration des Reichtums in den Händen Weniger hat Ausmaße erreicht, die es unmöglich machen mit den Mitteln der Politik dagegen anzugehen. Zumindest nicht, wenn man nicht bereit ist, das hinter diesen Vermögensentwicklungen wirkende System in Frage zu stellen.
Mit der Belastung jedes einzelnen Steuerzahlers wird die sich bereits an der Schmerzgrenze befindliche Scherenöffnung zwischen Arm und Reich weiter vergrößert.
Doch die Reichen und ihre Helfershelfer in Politik und Wissenschaft sind nicht unsere Gegner.
Das System muss geändert werden, nach dessen Regeln alle handeln. Wir brauchen Regeln, die es erlauben, aus dem Wachstumswahn auszubrechen. Der Schlüssel dafür liegt im Geldsystem. Ein Geldsystem, das es ermöglicht auf Dauer Geld mit Geld zu verdienen ist ein System, das ewiges Wachstum vorgaukelt. Ein solches System muss scheitern.
Noch haben wir die Wahl. Wir können das System erneuern, ohne dass es gezwungenermaßen zu Gewalt, Bürgerkriegen und unendlichem Leid kommt.
Stopfen wir die Löcher weiter mit Steuergeld wird der Zusammenbruch in einem nicht mehr steuerbaren Chaos enden.

Mein Dank für den Hinweis auf die Bergedorfer Zeitung geht an Andreas Rudolf. Link siehe oben.

Posted via web from HUMANE-WIRTSCHAFT

Ein geniales Konzept zur Armutsbekämpfung…

ergibt sich aus der Logik, wie der Deutsche Bundestag gegen Kindesmissbrauch vorgeht.

Ursula von der Leyen wird Ehrenbürgerin in allen Potemkinschen Dörfern.

Nicht für möglich zu haltende Dekadenz feiert Urständ

Nachdem in allen westlichen Ländern den Banken riesige Summen Steuerzahlergeldes bereit gestellt und auch schon abgerufen wurde, könnte man meinen Demut wäre nun eine in den Wolkenkratzern der Hochfinanz  angesagte Eigenschaft.

Wie abgehoben und niederträchtig müssen Verantwortliche sein, die kurz nachdem sie 1,6 Milliarden Dollar Steuergelder bekommen haben erst einmal eine Riesensause feiern?

Was TMZ hier über die Chicagoer Bank "Northern Trust" berichtet ist haarsträubend und unglaublich zugleich. Der Bericht enthält Bilder und Videos der verschiedenen Events und scheint wahrheitsgemäß zu sein. Ich schreibe das, weil man in diesem Zusammenhang durchaus auch mit Verschwörungsgeschichten rechnen muss.

Auch der Wortlaut eines Statements der Northern Rock zu den Veranstaltungen wird bereit gestellt.

Erklären kann man sich das eigentlich nur, indem man sich ausmalt, dass diejenigen, welche die Gelder ausschütten mit jenen, welche sie erhalten eng verbunden und sich gegenseitig zu Diensten sind. Dass Politiker schon lange die Bodenhaftung zu dem Volk, das sie eigentlich vertreten sollten, verloren haben, spürt sowieso schon jeder. Dass aber ganz offensichtlich nicht einmal mehr Reste davon übrig sind berechtigt schon zu der Ansicht, die am Ende des Beitrages von TMZ als Zitat von Thomas Jefferson empfohlen wird: "Eine Rebellion, so dann und wann, ist schon eine gute Sache."

Kuriositätenkabinett

Wer hätte gedacht, dass zum Thema Finanzmarktkrise auch einmal der  Zentralbankpräsident von Zimbabwe zu Wort kommt. Mit Recht, denn was er in einem Newsweek-Interview zu sagen hatte, das hat schon was:

“Ich lehne mich zurück und sehe die Welt, wie sie über den Credit Crunch jammert. Und wie sie dabei  über etwas, das erst weniger als ein Jahr andauert, bereits hysterisch wird. Ich hingegen habe damit die letzten 10 Jahre leben müssen, mein Land bekam während einer ganzen Dekade keinen Kredit.

Ich druckte Z$1.5 Quadrillionen, aber die Börsenkapitalisierung betrug Z$100 Sextillionen.

Die traditionelle Ökonomie verurteilte mich dafür, meinte, ich wäre damit der Verantwortliche für die Hyperinflation. Aus schierer Notwendigkeit heraus, um meinem Volk das Überleben zu ermöglichen, mußte ich auf dieses Mittel zurückgreifen. Ich mußte zu außergewöhnlichen Methoden greifen, die sich in keinem Lehrbuch finden.

Und dann plötzlich ermahnt der IMF die USA, sie mögen bitte die Druckerpresse anwerfen. Da begann ich die Welt in einem ganz neuen Licht zu sehen, alle machen jetzt genau das, von dem sie mir immer erzählten, ich dürfte es nicht. So entschied ich, dass Gott auf meiner Seite wäre, und gekommen war, um mich zu rehabilitieren.

Gefunden bei

weissgarnix

Regionalwährung für Wales?

Der Waliser Drehbuchautor und in London lebende Filmproduzent von der BBC Martin Davies empfiehlt den Wallisern eine Regionalwährung nach dem Vorbild Silvio Gesells.

In einem Beitrag für "Wales Online" erklärt er die Vorzüge einer Währung mit Gebühr zur Umlaufsicherung und Verhinderung von leistungslosen Einkommen durch Geldbesitz.

Vorbilder für gelungene Regionalwährungen gibt es in der Geschichte, aber auch ganz aktuell zum Beispiel im Chiemgau.

Ursachen der Wirtschafts- und Finanzmartktkrise

"In Südasien bindet man kleine Elefanten an ein Baum, wo sie dann um ihre Freiheit kämpfen, bis sie resignieren und den Kampf um ihre Freiheit aufgeben. Anschließend genügt sogar bei einem erwachsenen Elefanten ein kleines Seil, damit er sich nicht getraut, sich vom Baum loszureißen. Es wäre ein Klacks für den Elefanten sich zu befreien, aber er traut sich nicht mehr" *

 

Die Finanzmarktkrise offenbart bei den Menschen ein ähnliches Phänomen. Die Gefangennahme durch das herrschende Geldsystem hat offenbar dazu geführt, dass wir uns nicht mehr trauen, uns davon zu befreien.

Da sitzen die gleichen Vertreter aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft Tagein, Tagaus in den Sesseln der unzähligen Talkrunden. Es sind die gleichen Menschen, die noch vor der Krise, Stein und Bein geschworen hätten, dass etwas mit den jetzigen Ausmaßen nie würde geschehen können. Sie sind in nahezu allen "Massen"medien präsent und man fragt sich, ob die Journalisten und Redakteure, die das zu verantworten haben denn nicht auf die Idee kommen: "Lass uns nach echten Alternativen Ausschau halten" Sie scheinen sich, wie die meisten ihrer Mitmenschen, in der Alternativlosigkeit eingerichtet zu haben und wollen schon gar nicht mehr wahrnehmen, dass es noch etwas anderes gibt. Sie entwickeln eine völlige paradoxe Haltung gegenüber den Vertretern von Alternativen, indem sie ihnen Misstrauen entgegen bringen. Im Gefängnis ihrer Ansichten sind sie skeptisch, ob die versprochene Freiheit der Alternativen eine Verbesserung für sie sein könnte. Sie trauen sich nicht mehr es auszuprobieren und verharren am dünnen Seil in ihrem Schicksal.

Dem kann man nur die Möglichkeit des Erkenntnisgewinns entgegensetzen und auf Bewegung in den Köpfen der Menschen hoffen.

Der Mathematikprofessor Jürgen Kremer vom Rheinahrcampus hat sich befreit und ist den Ursachen unserer jetzigen Krise auf den Grund gegangen. Er wurde selbst von seinen Entdeckungen überrascht. In HUMANE WIRTSCHAFT Heft 1-2009 (PDF-Datei) veröffentlichte er in einem Aufsatz seine wichtigsten Erkenntnisse und sie sind für das Verständnis der Wirtschafts- und Finanzkrise von elementarer Bedeutung. 

Jürgen Kremer ist noch weiter gegangen und hat auf seinem Spezialgebiet, der Modellierung und Simulation, ein Java-Applet programmiert, das er auf seiner Webseite bereit stellt. Das Applet heißt "Dynamic Analysis" und wird auf der Webseite so eingeleitet:

"Mit diesem Applet lässt sich die Entwicklung einer modellierten Volkswirtschaft über einen Zeitraum von 50 Jahren simulieren und analysieren. Es zeigt sich, dass die untersuchten Ökonomien mit realistischen Anfangsdaten und unter Standardannahmen langfristig instabil werden, wobei sich der Zinssatz am Kapitalmarkt als der wesentliche verursachende Faktor herausstellt."

 

Es ist erstaunlich, welche Zusammenhänge einem beim Experimentieren mit dieser Software im Hinblick auf die langfristige Wirkung von Zins und Zinseszins klar werden.

*Dies ist ein Zitat aus dem Buch von Ludwig Gartz "Fließendes Geld"

Staatsschulden – Überraschende Probleme

Das Wahljahr 2009 mit seiner Vielzahl an Rettungspaketen und -schirmen wird für die Bundesfinanzagentur ein arbeitsreiches Jahr, denn die Mitarbeiter dieses staatseigenen Unternehmens müssen die Bundesanleihen, Schatzbriefe und Obligationen am Markt platzieren, damit der Finanzminister auch alle Geschenke bezahlen kann.

Dabei ist offenbar der erste Versuch in diesem Jahr, Bundeswertpapiere zu versteigern sehr enttäuschend verlaufen. Normalerweise sind derlei Versteigerungen Selbstläufer, sprich die Anleger reißen sich um die Papiere und viele Anlagewillige gehen leer aus.  Doch die Bundesrepublik Deutschland hat bei der Versteigerung am 7.1. rund 760 Millionen Euro weniger Schulden aufnehmen können als sie eigentlich vorhatte. Das ist das zweitschlechteste Ergebnis einer solchen Versteigerung in der Geschichte.

Die Financial Times sieht da einiges Ungemach auf die deutschen Schuldenpolitiker zukommen und ein UBS-Strategie-Experte meint gar, dass die deutsche Regierung Probleme bekommen wird, wenn sie neues Geld am Markt aufnehmen will.

Sicher sind die derzeit niedrigen Zinsen ein wichtiger Grund für die Zurückhaltung der Anleger, denn nach allen von Regierungskreisen gegebenen Versprechungen sind die Geldvermögen der Anleger ja gerettet worden. Demnach sind sie noch vorhanden, stellen sich aber dem Markt nicht zur Verfügung. Die Anleger horten ihr Geld. Dagegen bietet der Instrumentenkasten der Mainstream-Wirtschaftspolitik kein Mittel.

Es ist an der Zeit diesen Kasten um das Instrument einer konstruktiven Umlaufsicherung zu erweitern. Würde das Horten und Zurückhalten von Geld mit Kosten belastet, dann würde sich alles am Markt verfügbare Kapital auch zu niedrigen Zinsen anbieten. Ein kleiner Eingriff mit einer für die Marktwirtschaft lebensrettenden Wirkung und wichtige Voraussetzung für eine zukunftsfähige und nachhaltige humane Wirtschaft.

Niedrige Zinsen nützen einer Volkswirtschaft nur, wenn sie von einer Umlaufsicherung des Geldes begleitet werden.

Danke an "Schall und Rauch"

USA bringen "Freigeld" in Umlauf

Auf “Tagesschau.de” wird das Konjunkturstimulierungsprogramm der USA als Freigeld für die Bürger tituliert. Leider wissen die Redakteure bei der Tagesschau noch nicht, was “Freigeld” wirklich ist, sonst würden sie das “Wir-schenken-jedem-Bürger-etwas-und-holen-es-uns-später-wieder-über- höhere-Steuern-zurück”-Programm nicht Freigeld nennen.
Freigeld ist ein Konzept für eine freie und soziale Marktwirtschaft, die Zukunft hätte. Die Wirkung dessen, was in den USA jetzt gemacht wird, kann man sich vielleicht so veranschaulichen: Wochenlange Dürre im Hochsommer. Die Menschen wirken genauso “ausgetrocknet” wie der Boden des ganzen Landes. Tiefe Risse sind zu erkennen.
Die Regierung beschließt, jedem Bürger eine Gießkanne Wasser vorbeizubringen und empfiehlt, es sinnvoll einzusetzen. Die Regierung hat aber kein eigenes Wasser, sie leiht es sich bei den Inhabern riesiger Stauseen. Diesen versprechen sie es nach der nun bevorstehenden Blütezeit mit Zins und Zinseszins wieder zurück zu bringen. Ohne dieses Versprechen würden die Stauseebesitzer das Wasser gar nicht hergeben. Welche Folgen hat wohl dieses Gießkannenprinzip?

Terroristen bekämpfe ich durch immer restriktivere Überwachungsmaßnahmen.
Jugendkriminalität durch höhere Strafen für Jugendliche.
Arbeitslose mit 1 € – Jobs…..
die “Erfolgsrezepte” ließen sich beliebig fortsetzen.
Der einzige Trost, der bleibt:

Man hat das Lösungswort “Freigeld” schon mal in den Mund genommen. Jetzt gilt es nur noch, seinen wahren Sinn zu erkennen. Wir bleiben guter Hoffnung.

Danke für den Hinweis von Markus im “INWO-Aktiv“-Verteiler

Mit dem "Null-Rupien-Schein" gegen Korruption

“Fifth Pillar India” ist eine indische Nicht-Regierungs-Organsiation (NGO), welche sich dem Kampf gegen die Korruption in Indien verschrieben hat.
In einer Aktion hatte die Gruppe einen “Null-Rupien-Schein” in Umlauf gebracht und forderte dazu auf, die Scheine jedesmal auszuhändigen, wenn ein Bestechungsgeld gefordert würde. Der Schein hat Ähnlichkeit mit der 50 Rupien-Note, ist aber größer als die 1.000 Rupien-Note.
Statt dem üblichen Aufdruck “Ich verspreche, dem Inhaber dieser Banknote…” haben die Aktivisten den Schein mit der Aufforderung bedruckt: “Ich verspreche weder Bestechungsgelder zu zahlen, noch welche zu akzeptieren…”

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Britischer "Telegraph" berichtet über Regiowährungen

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