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Wie reguliert man den Finanzmarkt?
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Enquete-Kommission Wachstum soll Arbeit aufnehmen

Ungezügelter Irrsinn bei US-Immobilienfinanzierungen

“Freddie Mac wettet gegen die eigenen Kunden”

Es mutet wie ein Treppenwitz an, ist aber für die aktuell Betroffenen bitterer Ernst. Nachdem vor 2008 der US-Immobilienmarkt von allzu lascher Handhabung bei der Ausreichung von Immobilienkrediten geprägt war, schlug dieses Pendel nach 2008 in die andere Richtung aus. Mit fatalen Folgen, wie sich immer öfter zeigt.

Das staatseigene Hypotheken-Unternehmen “Freddie Mac” wurde 2009 durch massives Eingreifen vor allem der FED vor dem Zusammenbruch gerettet. Freddie Mac nahm die für sie vorgesehene Aufgabe, “die Chancen für Wohneigentum aller Amerikaner zu verbessern”, so ernst, dass sie offenbar alle in Europa und Deutschland bekannten “Sicherheitsmaßnahmen” im Zusammenhang mit der Vergabe von Krediten missachteten und der Krise, die uns bis heute begleitet, den Ausbruch bescherte.

Ohne exponentielles Wachstum der weltweiten Geldvermögen, wäre das so wenig möglich gewesen, wie ohne die Kreativität der “Verpackungskünstler” am internationalen Finanzmarkt, die es verstanden auch die faulsten Kredite in glitzernde und vermeintlich renditeträchtige Papiere zu hüllen, die vor allem in Europa reissenden Absatz fanden. So weit so gut. Das ist Schnee von gestern.

Doch die Geschichte geht natürlich weiter. Neben dem Staat, der die beiden Immobilienfinanzierer (Fannie Mae und Freddie Mac) mit rund 169 Milliarden US-Dollar gestützt hat, war es vor allem die FED, die ab 2009 begonnen hat, den “toxischen Schlamm” aus den Bilanzen der beiden aufzukaufen. Was das für die Bilanz der FED bedeutete zeigt sich in der Grafik der New York Times von 2010 sehr schön. Demnach schlummern in der FED-Bilanz bereits Billionen”werte”, die von Fannie Mae und Freddie Mac stammen.

Heute geht es Freddie Mac offenbar wieder so gut, dass sie es sich leisten können, Wetten gegen die eigenen Kunden abzuschließen. Der nach wie vor staatseigene Betrieb schließt sie in großem Stil auf dem Kapitalmarkt ab. Dabei setzt das Unternehmen darauf, dass seine eigenen Kunden ihre Kredite nicht mehr bedienen können! Nach Recherchen zweier unabhängiger, gemeinnütziger US-Nachrichtendienste geht es bei diesen Spekulationen um Milliardenbeträge.

Die jetzt restriktiven Anforderungen an alte und neue Immobilien-Kreditnehmer führen logischerweise zu zunehmenden Zahlungsschwierigkeiten bei den Betroffenen. Dieses Risiko wird durch Wetten auf dieses zwangsläufig eintretende Ereignis ausgeglichen. Und das von einem staatlichen Unternehmen, das durch den Staat gerettet werden musste, indem man die Anleger (die oberen 1%) auf Kosten der Steuerzahler schadlos gehalten hatte.

Einmal mehr wurden die Geldvermögen gerettet und die Schulden und der dazugehörige Kapitaldienst zu den Steuerzahlern verlagert.

Diese Art der Rettung hat sich mittlerweile international etabliert. In Europa kennt man auch nichts anderes.

“Überwindung der Finanz- und Wirtschaftskrise durch eine Geldreform”

Das ist das Thema der “Mündener Gespräche” von 16. bis 18. März 2012 in der Reinhardswaldschule in Fuldatal (Simmershausen).
Gleich zwei Jubiläen werden dabei gefeiert.
Es handelt sich nämlich um die 50. Mündener Gespräche und Anlass ist der 150. Geburtstag des Sozialreformers Silvio Gesell, der auf den 17. März fällt.

Sein Hauptwerk “Die Natürliche Wirtschaftsordnung” enthält einen bis heute nicht gehobenen “Schatz” und äußerst wertvolle Lösungsvorschläge für die Krise, in der wir mittendrin stecken.
Entsprechend spannend und zeitgemäß besetzt ist diese Tagung.

Das Programm als PDF.

Sehnsucht nach „der“ Volkspartei?

Während über die Parteitage der “Etablierten” nüchtern und meist ergebnisorientiert berichtet wird, reizt der Bundesparteitag der Piratenpartei die großen Medien zu flankierenden Maßnahmen, welche die derzeit erfolgreichste „Splitterpartei“ in ein eher schlechtes Licht rücken.
Die “Tagesschau” bringt dabei die eher unbekannte Politologin Katja Kullmann in Position, um Äußerungen, wie

„Ich würde mir wünschen, dass wieder soziale Standpunkte bezogen werden“ oder

„Ich wünsche mir große, starke, verlässliche Parteien. Eigentlich wünsche ich mir sogar die Rückkehr der Volkspartei statt lauter kleiner Klientel-Parteien.“

als Gegenposition zu den politischen Emporkömmlingen aufzubauen, denen man eher Neoliberalismus unterstellt, als ein soziales Gewissen. Den Beweis liefert Frau Kullmann gleich mit, denn sie hat gezählt, dass im Parteiprogramm der Piraten „acht- oder neunmal“ das Wort „individuell“ und nur einmal „solidarisch“ vorkommt.

„Die“ Volkspartei von Frau Kullmann findet sich demnach irgendwo links der Mitte. Dort wo „Solidarität“ als Hülsenfrucht reichlich in Parteiprogrammen und offiziellen Verlautbarungen ausgesät wird. Wenn Helmut Schmidt beim SPD-Parteitag mit „Europa braucht ein mitfühlendes Herz“ um europäische Solidarität wirbt, dann muss das bei den „Opfern“ der SPD-Hartz-IV-Reformen wie Hohn in deren Ohren klingen.
Um das Erfrischende an den Piraten zu erkennen, braucht es Menschen, die bereit sind, zunächst einmal alles in Frage zu stellen und auf seinen Zukunftswert hin zu beurteilen. Die Tatsache, dass die Piraten noch kein festgeschriebenes Wirtschaftsprogramm haben und statt dessen auf die innerparteilichen Findungs- und Entwicklungsprozesse hinweisen, macht sie nur noch sympathischer. Während die etablierten Parteien von ihren Wirtschaftsprogrammen auch dann nicht abrücken, wenn um sie herum das Wirtschafts- und Sozialgefüge in sich zusammenfällt, halten sich die Piraten in dieser Frage noch alles offen. Das birgt die große Chance, dass sie 2013 mit echten Alternativen zu Fragen des Geldsystems antreten können.
Auf zukünftige „Volksparteien“ mit viel „solidarisch“ im Programm, aber wenig Substanz in den wichtigen Fragen der jetzigen Wirtschaftskrise können wir und alle zukünftigen Generationen geflissentlich verzichten. Ob es die Piraten oder andere junge Parteien letztlich sind, die mit Alternativen aufwarten, die diesen Namen verdienen sei dahingestellt. Alleine die Tatsache, dass den Etablierten ihre „TINA“ um die Ohren gehauen wird, ist schon ein Segen. Auch wenn „Katja“ das nicht wahrhaben will.

Was sind Schulden?

Diese Frage ist eigentlich ein wunderbarer Ansatz, um den Dingen auf die Spur zu kommen, die uns ganz aktuell aus der Bahn zu werfen scheinen.
Professor Michael Hudson von der Universität von Missouri ist dieser Frage am 2.12.2012 im Feuilleton der FAZ nachgegangen und liefert einen sehr lesenswerten Beitrag ab.

Er erzählt eine wunderbare, erhellende Geschichte von Schulden.
Dennoch, am Ende bleibt der fade Geschmack, dass Schulden per se etwas Schlechtes sind, die entweder erst gar nicht entstehen oder regelmäßig erlassen werden sollten. Letzteres ist unter Umständen ein, wenn auch nicht neuer, aber dennoch guter Gedanke. Ersteres zweifelhaft, da es auch in kooperativen Gesellschaften in naher Zukunft kaum aus der Welt zu schaffen sein wird, dass Menschen “vorleisten” müssen. Kooperation und das entstehen von Schuldverhältnissen – oder sagen wir besser Kreditverhältnissen, denn das lateinische “credo” kommt der Wahrheit schon sehr nahe – sind Dinge die zusammen gehören. In dem Text von Prof. Hudson kommt nicht zum Ausdruck, dass wir es mit einem Fehler im System zu tun haben, der Schulden letztlich zu unebzahlbaren macht. Wenn Geldvermögen von selbst und Schulden zwangsläufig mitwachsen, dann müssen wir den Gesetzmäßigkeiten auf die Spur kommen, die dieses unendliche Wachstum hervorrufen und nicht das völlig normale Entstehen von Kreditverhältnissen an den Pranger stellen.
In der jetzigen “Spätphase” des Kapitalismus machen Schuldenerlasse zur Abschwächung der entstandenen Ungleichverhältnisse ihren Sinn. Um derlei Verhältnisse danach (nach dem “Neustart”) aber nicht wieder entstehen zu lassen, braucht es ein Geldsystem, das es unmöglich macht, Geld mit Geld zu verdienen.

Klitzekleiner Geldregen – Pat Christ

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Wer die Menschen hasst, wird das Geld lieben – Wolfgang Berger

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Erste Konservative schütten das Kind mit dem Bade aus

Anders lassen sich die lauter werdenden Äußerungen von als konservativ bekannten Medien und Politikern kaum interpretieren.
Die Ereignisse in England haben eine schockierende Brutalität und kommen hierzulande offenbar so manchem schon viel zu nahe. Griechenland wähnte man da weiter weg und deren Probleme sah man als eher hausgemacht an. Doch mit dem spürbarer werdenden Gefühl von Gewalt auf der Straße, wächst die Unruhe, ob denn die jahrelang verfolgte Politik, die dem Neoliberalismus den Weg gebahnt hat, eigentlich richtig war.
Wenn der Herausgeber der FAZ, Frank Schirrmacher, unter der Überschrift “Ich beginne zu glauben, dass die Linke recht hat” zu Wort meldet, dann darf man das schon als kleine Sensation werten. Als linkes Kampfblatt hat sich die FAZ bisher keinen Namen gemacht. Schirrmacher nimmt in seinem Beitrag den ursprünglich von dem englischen Konservativen Charles Moore zugespielten Ball auf, den dieser in direkter Reaktion auf die englischen Unruhen lostrat.
Schirrmacher erwähnt auch die Rede des ehemaligen CDU-Ministerpräsidenten Erwin Teufel, der wohl als erster deutscher Politiker in dieses Horn stieß.

Doch, was machen all diese bisher konservativen Denker und Politiker in dieser vertrackten Situation?
Sie werfen sich in das Lager derer, die sie bisher verbissen bekämpft haben, offenbar weil sie sie als einzige verfügbare Alternative sehen. Doch was haben die Linken als Lösung anzubieten, das in dieser Phase der Krisensituation als neu bezeichnet werden könnte?
Eine Finanzmarkt-Regulierungswut mit Einzelmaßnahmen, von denen niemand weiß, was sie am Ende bewirken werden! Nicht zu vergessen, das “erfolgreiche” Rezept der Forderung nach höheren Löhnen für die Beschäftigten und höheren Steuern von den Reichen. Nirgendwo bei den Linken ist ein Konzept für eine nachhaltige Wirtschaftspolitik zu entdecken, das diesen Schritt erster konservativer Kräfte auch nur im Ansatz rechtfertigen würde. Die bisher proklamierte Alternativlosigkeit liberal-konservativer Politik beginnt sich auf die andere Seite zu bewegen, hin zu jenen, die auch Alternativlosigkeit können, nur eben von links.

Statt jetzt alles in Bausch und Bogen über Bord zu werfen, bedarf es doch erst einmal einer genauen Analyse der eigentlichen Ursachen des Desasters. Warum trauen sich die Verfechter der Marktwirtschaft da nicht dran?
Es ist ihre letzte Rettung und gleichzeitig die von Millionen Steuerzahlern und den vom System Ausgegrenzten. Das Geldsystem hat einen kapitalen Fehler und muss erneuert werden, um die Marktwirtschaft zu retten.

Der hilflos, ängstliche Schwenk nach links würde wahrlich bedeuten, das Kind mit dem Bade auszuschütten. Zumindest so lange, wie die Linken kein schlüssiges Konzept für die Marktwirtschaft der Zukunft vorlegen. Einer Marktwirtschaft ohne Kapitalismus.

“Die oberen Plätze zählen…

…denn nur oben geht es noch weiter nach oben. Unten fallen immer mehr heraus aus der ökonomischen Gleichung “Mehr Markt=Mehr Konkurrenz= Mehr Wohlstand”"

Bis hierher ist das ein Zitat aus diesem ausgezeichneten Dokumentar-Film, der bei Arte lief und von der US-Künstlerin Tina Barney berichtet.
Das besondere an Tina Barney und ihrer Fotografie-Kunst ist ihre Herkunft. Sie stammt selbst aus der obersten Eliteklasse der Weltstadt des Kapitals: New York.
Der Film zeigt wie außergewöhnlich die Arbeit von Tina Barney ist, denn der tiefe Einblick in die Welt der Reichen und Schönen ist – ohne direkt anzuklagen – eine Art Hilferuf der weltweiten Gemeinschaft. Ein Hilferuf des untergehenden Sozialwesens, das so sehr auf eine relative, innere Ausgeglichenheit angewiesen ist, wenn es nicht untergehen und in die Barbarei abgleiten soll.
Tina Barney kann ein Lichtblick sein, wenn wir an die mitten unter uns schwelende Wirtschaftskrise denken, die sehr viel mit der Scherenentwicklung im Sozialwesen und deren Ursachen zu tun hat. Tina Barney kann als eine Art Symbol mithelfen, die Wende zu einem Neuanfang von Wirtschaften und Geldsystem gemeinsam zu schaffen; die Ausgegrenzten gemeinsam mit den vom System Privilegierten.
Nur so lässt sich noch ein leidvoller Totalzusammenbruch vermeiden, an dessen Ende alle, die Ausgegrenzten und die Privilegierten, gemeinsam untergehen würden.
Die Politik scheint es nicht zu schaffen, die Krise so zu bewältigen, das wir vor dem Schlimmsten bewahrt werden. Das zeichnet sich mit jeder Maßnahme deutlicher ab.
Die Kunst könnte es schaffen, die Menschen direkter zu erreichen und so die notwendigen Veränderungen von unten nach oben zu erzeugen.
Eine spannende Zeit:


US-Bank führt “Umlaufsicherung” auf Giroguthaben ein

Wie die Financial Times Deutschland (FTD) schreibt, führt einem Bericht des Wall Street Journal (WSJ) zufolge die US Bank “Bank of New York Mellon”(BNY) Gebühren für Guthaben auf den bei ihr geführten Girokonten ein.
Offenbar haben die Kunden der Bank 160 Milliarden US-Dollar auf Girokonten der Bank “geparkt”, wodurch der Bank einerseits Kosten bei der FDIC (Gesetzliche Einlagensicherung) entstehen und sie andererseits auch keine Möglichkeit habe, die Beträge für Geschäfte zu nutzen, da die Gefahr des jederzeitigen Abrufs der Einlagen drohe.
Die Vermutung, wonach die Banken generell stark an Problemen der “Fristentransformation” leiden, wird zwar nirgendwo nachvollziehbar statistisch aufbereitet, aber Berichte wie der über diese große US-Bank deuten zumindest an, dass es diesbezüglich Handlungsbedarf gibt, bzw. sogar erhebliche Gefahren lauern.
Die BNY erhebt die Gebühren von voraussichtlich 0,13 % (Im Jahr?) auch nur von Kunden, die mehr als 50 Millionen US-Dollar auf diese Weise geparkt haben. Das wiederum ist auch ein Indiz für sich immer mehr zuspitzende Verteilung von Geldvermögen auf sehr Wenige.
Natürlich verfolgt die Bank mit der Gebührenmaßnahme keine politischen Ziele hin zu einer Änderung des Geldsystems, sondern hat nur die eigene Kostenstruktur im Fokus. Dennoch beweist die Maßnahme, dass der Druck, der durch die enormen flüssig gehaltenen Geldvermögen auf das Gesamtsystem ausgeübt wird, zu Überlegungen führt, die noch vor ein paar Jahren undenkbar gewesen wären.
Man darf gespannt sein, inwieweit das Beispiel dieser Bank Schule macht und es zu einer allgemein anerkannten Gepflogenheit wird, wonach das Halten (man könnte auch sagen “das zeitweise Horten”) von Geld zu Kosten für den Halter führt.

Digitale Bargeld-Anarchisten

Digitale Bargeld-Anarchisten

Andreas Bangemann

 

Ein digitales Währungsprojekt  heizt Diskussionen im Internet an: Bitcoin[1].

Der Name ist Programm. Das Zahlungsmittel, “die Münze” (engl.: Coin), besteht aus Computerbits, digitalem Code. Dabei gibt ist bei dieser digitalen Version von Geld, im Gegensatz zu einer Münze, nichts was sich greifen ließe. Genau genommen gibt es das Bitcoin gar nicht, denn es existiert nur rein rechnerisch. Es handelt sich um die Summe eines Ursprungscodes und aller damit getätigten Transaktionen.

Das hört sich im ersten Moment komplizierter an, als es ist. Sieht man von der materiellen Stofflosigkeit ab, ist Bitcoin in seinen wesentlichen Merkmalen dem uns bekannten Bargeld sehr ähnlich.

Das Hauptaugenmerk der derzeitigen Protagonisten von Bitcoin liegt, wie vermutlich auch das seines Erfinders, dem Japaner Satoshi Nakamoto, auf der Anonymität dieser Währung und auf der dezentralen Struktur seiner Entstehung. Es gibt keine Zentrale, welche die Bitcoins schöpft, sondern sie entstehen nach mathematischen Mustern, die etwas mit modernsten Kryptografiemethoden zu tun haben. Diese mathematischen Muster sind im Grunde von jedem, jedoch mit enormem Rechenaufwand und einer sehr leistungsfähigen Hardware zu erzeugen. Das führt zu  einer Art “Goldgräberstimmung”. Vielleicht wurde deshalb dieser Prozess auch “mining (schürfen)” genannt.

 

Man muss den Entstehungsakt der Bitcoins nicht im Detail kennen, um das Prinzipielle hinter diesem mittlerweile doch in ganz beachtlicher Zahl genutzten Projekt zu verstehen.

Als ein wichtiges Motiv hinter dem Projekt werden immer wieder die zentralisierten Strukturen und das Monopolistische des bestehenden Geldsystems genannt. Der wachsende Vertrauensverlust in das bestehende System rührt vor den erkennbaren sozialen Verwerfungen her und der offensichtlichen Tatsache, dass das herrschende System einigen Wenigen auf Kosten der großen Mehrheit immensen Reichtum beschert.

 

Ein tragfähiges Zukunftskonzept?

 

Bitcoin ist ein anarchistischer Gegenentwurf zu dem als zerstörerisch wahrgenommenen Geldsystem, das die Welt fest im Griff zu haben scheint. Die vermeintliche Unkontrollierbarkeit, die Anonymität der Transaktionen und das Gefühl den Reichen und Mächtigen zu zeigen, dass die Zeit reif für fundamentale Neuerungen auf wirtschaftlichem Gebiet ist, macht den Reiz für die wachsende Zahl von Mitwirkenden bei Bitcoin aus. Die Freude darüber, etwas gefunden zu haben, womit man der unüberwindbar erscheinenden Macht der Reichen und Mächtigen mitsamt ihren “Politik-Marionetten” eins auswischen kann, scheint dennoch den Blick für wesentliche Eigenschaften, die eine Währung haben sollte,  zu verstellen.

Das System Bitcoin hat keinerlei Regeln, die darauf hindeuten, dass dem System nach gewisser Zeit nicht das gleiche Schicksal droht, das auch dem herkömmlichen innewohnt. Einer zu erwartenden Akkumulation von Bitcoins bei Einzelnen stehen keine Regeln entgegen. Schon jetzt gibt es einen “spekulativen” Handel mit Bitcoins, der sich in stark schwankenden Kursen zur “Umstiegswährung” dem US-Dollar niederschlägt. Am 9.6.2011 liegt der Kurs eines Bitcoin bei 30 US-Dollar, während der in der Woche davor noch bei 15 US-Dollars pendelte. [2]

Update: Am 11.6.2011 fiel der Kurs der Bitcoins an einem Tag wieder auf 18 US-Dollar zurück. Am 1.7.2011 lag er bei etwas über 16 US-Dollar

Dadurch schwanken auch die nach wie vor nach marktwirtschaftlichen Prinzipien ablaufenden Preisbildungsprozesse sehr stark.

In Verkennung der Gefährlichkeit einer “Deflation” wird in Nutzerkreisen der Bitcoins der Preisverfall bei den Produkten und Dienstleistungen[3] in Kauf genommen, weil der Kurs zum US-Dollar Spekulationsgewinne beschert. Die Spekulation im Zusammenhang mit den möglichen „Ausstiegswährungen“ ist demnach ein wichtiges Argument für viele Nutzer der Bitcoins.

Auch scheint es kein erkennbares Konzept zu geben, wie Bitcoins weiter existieren können, wenn beispielsweise der Dollar kollabiert, was ja allenthalben erwartet wird.

 

Die Entstehung von Bitcoins (Schöpfung wäre dafür ein unzutreffender Begriff) hat nichts mit den Leistungen zu tun, die mit dieser Währung transferiert werden (Man traut sich in diesem Zusammenhang gar nicht das Wort “tauschen” zu verwenden). Es ist ein Prozess, der alleine auf mathematischen Gesetzen beruht und ein sicheres Ende haben wird. Die Fachwelt spricht davon, dass es aus rein mathematischen Gründen niemals mehr als 21 Millionen Bitcoins geben wird. Heute sind 6 Millionen im Umlauf.

Diese völlige Zusammenhangslosigkeit zu dem eigentlichen Grund für das Vorhandenseins von etwas, das wir Geld nennen, der Basis für den wirtschaftlichen Austausch von Produkten und Leistungen nämlich, muss skeptisch machen, wenn man ein langfristig tragfähiges Währungsmodell vor Augen hat, das die Menschheit in ein neues, nachkapitalistisches Zeitalter führen soll.

 

In der Vielfalt den Überblick behalten

 

Der wichtigste Vorteil der Bitcoins ist auf einer Ebene angesiedelt, über die in “Bitcoin-Fachkreisen” praktisch kein Austausch stattfindet:  Einmal mehr, wie schon bei den mittlerweile unzähligen, kleinräumigen Währungsprojekten weltweit, wird uns allen ins Bewusstsein gerufen, dass Währungen und das Geldsystem als Ganzes von Menschen gestaltbar sind. Es liegt an jedem Einzelnen, wie er sich in diesen Prozess einbringt. Warum sollte es nicht denkbar sein, dass wir neben einem hoffentlich neu und besser als heute gestalteten, international anerkannten Währungssystem, viele weitere, ganz auf die individuellen Bedürfnisse von kleinen und mittleren Menschengruppen oder Gemeinschaften abgestimmten Systemen haben dürfen? Es gibt schon heute sehr viele Menschen, die eine ganze Kladde an unterschiedlichen Karten für alle möglichen Bezahl- und Bonussysteme mit sich herumtragen und organisatorisch im Griff haben müssen. Diese Karten dienen in aller Regel mehr dem Vorteil der herausgebenden Unternehmen, als dem der Nutzer.

Da ist doch eine Welt mit dem Menschen dienenden Währungssystemen und den dazugehörigen organisatorischen Überlegungen weitaus spannender und erfreulicher als heute, selbst wenn es dazu ganz unterschiedlicher “Geldbörsen” bedarf. Nahezu alle heute bestehenden Bezahlsysteme, wie Bonus- und Kreditkarten tragen dazu bei, dass einige wenige sehr reich werden und die Mehrzahl der Nutzer verarmen.

Und das nicht aufgrund unterschiedlicher Leistungsfähigkeit der Einzelnen, sondern ausschließlich wegen struktureller Unzulänglichkeiten des wirkenden Systems.

Leider ist diesbezüglich auch Bitcoin keine Ausnahme. Womöglich können wir Menschen den Drang zu möglichst leistungslosem materiellen Gewinn noch lange nicht unterdrücken, weil er – fast möchte man meinen genetisch – durch ein Jahrhunderte lang laufendes System quasi fest einprogrammiert ist. Doch die jüngsten Entwicklungen zeigen, dass wir auf dem Gebiet des Wirtschaftens, insbesondere den Überlegungen zum Geldsystem am Beginn einer Wendezeit stehen, die wahrlich tief an die Wurzeln der überlieferten und tradierten Strukturen geht.

Würden die Verfechter der “neuen Zeit” nur etwas öfter die Langsamkeit solcher Entwicklungen anerkennen und weniger fatalistisch, stattdessen mit mehr Optimismus, an den Veränderungen mitwirken, dann würde nicht nur ihre eigene Lebensfreude zunehmen, sie würden auch nach außen wesentlich attraktiver wirken.

Zeitgenossen, die sich als Geldreformer sehen haben nur auf den ersten Blick gleiche Ziele.

In Wahrheit liegen zwischen ihren Motiven und vor allem ihren Absichten oft Welten.

Man kann zwischen Geldreformern unterscheiden, die ihr Hauptaugenmerk auf Machtverschiebungen setzen und solchen, deren Wirken dem System selbst gilt.

Erstere heben sagenhafte Verschwörungstheorien in den Stand von Realitäten, um ihre Reformvorstellungen als notwendig und richtig darzustellen. Ihr Augenmerk gilt den Agierenden. Sie stellen Menschen an den Pranger. Sie wollen entmachten, um … – ja wozu eigentlich?

Mit viel leiseren Tönen agieren Menschen, denen im Grunde der einzelne Mensch und dessen Beweggründe für wirtschaftliches Handeln in diesem Zusammenhang gleichgültig zu sein scheinen. Für sie gibt es nur gute und schlechte Systeme. Der Mensch ist, wie er ist. Das System muss die Grenzen für gesellschaftsschädliches Handeln setzen.

 

Bitcoin ist im Grunde eine Spielwiese für netzaktive Anarchisten. Leider aber eine, deren Vorbildcharakter sich bestenfalls hinsichtlich der Überwindung eines um sich greifenden Überwachungseifers seitens verantwortlicher Politiker zeigt. Für “Systementwickler des Geldes” möge unter diesem Aspekt eine Vernetzung sinnvoll sein, auf dem Weg zu einem nachhaltigen Geldsystem aber kann “Bitcoin” nicht mehr sein, als eine Zwischenstation zur Sammlung von Erfahrungen.

 

 

 

 



[2]die Kursentwicklung der Bitcoins kann unter einer Webadresse verfolgt werden: http://bitcoincharts.com/charts/mtgoxUSD#rg10zvztgSzm1g10zm2g25

[3]Aaron Koenig beschreibt am 8.6.2011, dass es bereits über 2.000 Produkte und Dienstleistungen gibt, die mit Bitcoins bezahlt werden können, darunter neben IT- und Web-Dienstleistungen auch hochwertige Textilien, Luxusuhren, Gitarren und Digitale Kunst.

http://www.antibuerokratieteam.net/2011/06/08/bitcoins-hype-oder-hoffnung/

Posted via email from HUMANE-WIRTSCHAFT

Manche reden auch Klartext…

… doch wird es zu selten wahrgenommen, bzw. führt nur zu bescheidenen Reaktionen bei den eigentlich Betroffenen: Uns allen

Der Monitor bringt es mit dem nachfolgenden Beitrag auf den Punkt.

Es wird überdeutlich, dass das “Auf-Zeit-spielen” der Politik den Steuerzahlern einen immensen Schaden zufügt. Statt zeitnah aktiv die Insolvenz Griechenlands zu betreiben, geben die politischen Maßnahmen allen privaten Gläubigern der griechischen Staatspapiere  genügend Zeit rechtzeitig aus dem Risiko zu gehen und dem Steuerzahler am Ende die ganze Last aufzubürden.  Die Haltung der Politik eröffnet den Akteuren am Kapitalmarkt Formen der Spekulation, die man angesichts der aussichtslosen Lage der griechischen Wirtschaft als “Leichenfledderei” bezeichnen kann.

Dabei liegt die Schuld nicht bei den Spekulanten, die immer versuchen werden, aus jeder Lage Profit zu schlagen. Nein, das schändliche ist die feige Politik, die es nicht wagt gestaltend zu handeln, um die Menschen in Griechenland und dem Rest von Europa vor der Schmach eines endlosen wirtschaftlichen Niedergangs zu bewahren- mehr noch – ganz Europa in den Abgrund zu reissen:



Das gibt es nur im Kapitalismus: Die Insolvenz

Doch warum findet sie gerade dann keine Anwendung, wenn sie dringend erforderlich wäre?

Langsam, Langsam, wir sind in Griechenland!

Wie sympathisch klingt dieser Satz doch jedem Griechenland-Urlauber im Ohr, wenn ein Einheimischer einem lächelnd die Hektik des eigenen Handelns und Denkens in die gemächliche Schönheit Griechenlands überführt. “Ziga, Ziga” oder “Avrio” sind die Vokabeln, die dem gestressten Urlauber als erstes quasi “inflationär” begegnen. “Langsam, Langsam” und “morgen”.
Die Uhren gehen in Griechenland schon immer anders.
Auch die Strukturen griechischen Geschäftemachens haben eine ganz andere Tradition und unterliegen ganz anderen – vor allem ungeschriebenen – Gesetzen, als in den nördlicheren europäischen Ländern. Ein Netzwerk aus Beamten, kirchlichen Würdenträgern und Unternehmern, geschmiert durch einen eigenen Geldkreislauf bestimmt die regionale Politik und bestimmt auch den Grad an Abhängigkeit zu Athen.
Der Außenhandel Griechenlands spielt sich auf tausenden sonnenverwöhnter und idyllischer Inseln ab, die von Athen durch große Entfernungen und ein tiefblaues Mittelmeer auf eine Weise getrennt ist, wie wir “Festland-Europäer” uns das gar nicht vorstellen können.
Was jedem, der ein paar Mal in Griechenland in Urlaub war, auffällt und worüber man sich auch keine negativen Gedanken gemacht hat, wird in einem durch den Euro vernetzten Europa jetzt zu einem massiven Problem.

Die griechischen Finanzprobleme von heute waren absehbar.

Weder der Grad der Korruption in Griechenland, noch der eklatante Leistungsunterschied der griechischen Volkswirtschaft im Vergleich zu den anderen Ländern können als eine neuere Entwicklung hingestellt werden.
Wir haben kein Recht dazu, den Griechen unser System, geschweige denn unsere Mentalität und unser Leistungsdenken aufzuzwingen.
Der erste politische Fehler war also die blauäugige Übernahme von Griechenland in die europäische Währungsunion. Heute danach zu rufen, dass die Griechen sich gefälligst an die Gepflogenheiten der westlichen Länder anpassen sollen, ist dumme Politik. Die Griechen jetzt dazu zu zwingen, dass Sie drastische Sparmaßnahmen im eigenen Land durchführen ist zwar logische Folge dummer Politik, deshalb aber nicht klüger.
Konnte sich Griechenland zu Zeiten der Drachme durch Abwertung der Währung im internationalen Handel (der ja hinsichtlich des Exportes im Grunde nur aus Tourismus besteht) behaupten, so gibt es dieses Regulativ innerhalb des Euro nicht mehr. Dem Handelsbilanzdefizit Griechenlands lässt sich zwangsläufig nur durch immer größer werdende Verschuldung begegnen. Das wiederum findet sein natürliches Ende in der Zahlungsunfähigkeit, welche durch steigende Zinsen noch schneller herbeigeführt wird.

Was also kann man tun?

Ganz sicher wertlos sind lebensverlängernde Maßnahmen, die nicht die Ursache der Probleme berücksichtigen. Das ist aber das Konzept der verantwortlichen Politiker. Muss man studiert haben, um zu wissen, dass Sparmaßnahmen nur zu einem sich selbst verstärkenden Teufelskreis in Griechenland führen und die Katastrophe am Ende nur noch größer wird?
Gewiss nicht.
Doch für andere Schritte braucht man die Kraft der Erkenntnis und den Mut, neue Wege zu gehen.
Wir sollten uns möglichst schnell daran gewöhnen, eines der wichtigsten Prinzipien des Kapitalismus auch auf der Ebene von großen Banken und ganzen Ländern Anwendung findet: Die Möglichkeit zahlungsunfähig und insolvent zu werden. Was im Kleinen zählt muss auch im Großen möglich sein. Das mag schmerzen, aber solange wir nicht über Systeme nachdenken, die dermaßen schmerzhafte Schritte weitgehend unmöglich machen, solange müssen wir die zwangsläufigen Folgen unseres untauglichen Systems ertragen.

Auf dem Weg zu etwas Neuem muss man sowieso das Alte erst einmal beenden. Eine Insolvenz ist auch bei Großbanken und ganzen Staaten keine Katastrophe solange sie nur rechtzeitig angemeldet wird. Die Politik betreibt sowohl im Falle der Großbanken, als auch hinsichtlich der Länder wie Griechenland Insolvenzverschleppung. Unternehmer, die bei Überschuldung oder Zahlungsunfähigkeit nicht rechtzeitig Insolvenz anmelden, steckt man ins Gefängnis!
Mit fortdauernder Zeit wird die Katastrophe, die am Ende zu erwarten ist, immer größer. Noch gäbe es Wege, wie man handelnd die Dinge auf eine zukunftsfähige Bahn bringen könnte.

Ich heiße weder Korruption noch Faulheit oder Trägheit für gut, aber ich halte überhaupt nichts von einer Politik, die sich darauf konzentriert Menschen zu Handlungen zu zwingen, die weder mit ihrer Tradition noch mit ihrem Selbstverständnis vereinbar sind. Die Folge kann nur Gegenwehr sein. Was wir brauchen ist eine Politik mit Rahmenbedingungen, innerhalb derer das der Gemeinschaft Förderliche belohnt und das Schädliche zu Nachteilen führt. Damit bringt man Menschen zu verändertem Handeln. Der Schlüssel dazu ist das Geldsystem.

Für mich sind die Erfolg versprechenden Schritte:

  1. Griechenland in eine geordnete Insolvenz führen, bei der es sein Gesicht wahren kann und seine Chancen für einen Neuanfang in der Staatengemeinschaft aufgezeigt werden. Die Insolvenz sollte mit einer transparenten Informationspolitik begleitet werden und deutlich machen, dass die Politik das Primat über den Finanzmarkt beansprucht. Die konsequente Nutzung des bewährten Insolvenzrechts ist die letzte Chance, aktiv auf das Geschehen einzuwirken. Alles andere ist “Insolvenzverschleppung” und endet im Chaos.
  2. Eine “regionale” Währung für Griechenland konzipieren, die den Besonderheiten der griechischen Bevölkerung Rechnung trägt.
  3. Konzepte für eine “Ausgleichswährung” entwickeln, die im internationalen Wirtschaftsverkehr für den Ausgleich zwischen den verschieden leistungsfähigen Volkswirtschaften sorgt. Vorbild könnten dabei der “Bancor” von John Maynard Keynes und die IVA (Internationale Valuta Assoziation) von Silvio Gesell sein.
  4. Eine Geldordnung konzipieren, die Mensch und Natur in den Mittelpunkt stellt, die Selbstvermehrung von Geldvermögen und damit die zerstörerische Spekulation unterbindet.
  5. Den Europäischen Gedanken auf Basis einer vom Kapitalismus befreiten Marktwirtschaft neu gestalten und ihm eine neue Chance geben.
  6. Ein Gesellschaftsmodell, wie beispielsweise die “Soziale Plastik” von Joseph Beuys, mit Leben füllen und dauerhaft weiterentwickeln

Noch können wir eingreifen und neu gestalten. Doch allzu lange bleibt dieses Zeitfenster nicht geöffnet. In Fragen der Ordnungspolitik braucht es jetzt die Mentalität der Deutschen, mit ihrer Tatkraft und der Uhr im Auge.

Andreas Bangemann, 20.6.2011

Enquete-Kommission Wachstum soll Arbeit aufnehmen

Auf Betreiben aller Bundestagsfraktionen wird sich laut Drucksache 17/3853 des Deutschen Bundestags (PDF) unverzüglich eine Enquete-Kommission konstituieren, die den Titel trägt “Wachstum, Wohlstand, Lebensqualität – Wege zu nachhaltigem Wirtschaften und gesellschaftlichem Fortschritt in der Sozialen Marktwirtschaft”.
Die Kommssion soll vor Ablauf der Legislaturperiode über ihre Arbeitsergebnisse berichten. Dieser Bericht wird dann einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Das könnte eine spannende Kommission werden, denn das Thema bietet einigen Zündstoff, schließlich geht es beim Wachstum in der politischen Diskussion stets um die zu geringe Geschwindigkeit desselben. Maßnahmen zur Wachstumsbeschleunigung stehen hoch im Kurs. Und jetzt müssen sich die gleichen Politiker um “nachhaltighes Wirtschaften” kümmern?

Die Unterzeichner des Papiers (alle Fraktionschefs der Parteien) haben schon mal aufblitzen lassen, wie “ergebnisoffenes” Arbeiten im Hinblick auf Wachstumsfragen auszusehen hat. Zitat: “
“Unser Wirtschaftssystem ist auf Wachstum ausgerichtet. Bleibt volkswirtschaftliches Wachstum aus, entsteht
schnell eine Reihe von sozialen und wirtschaftlichen Herausforderungen.”
Doch derlei Vorgaben werden kaum etwas nutzen, wenn die Kommissionsmitglieder (17 Parteimitglieder und 17 Sachverständige) zu Fragen kommen, die den Zusammenhang des materiellen Wirtschaftswachstums, wie wir es trotz intensiver Bemühungen nicht anders kennen, und der zerstörerischen Entwicklung für Mensch und Umwelt “freilegen” müssen.
Es wird zu Diskussionen kommen müssen, welche die Ursachen für den Zwang zum Wachstum schonungslos aufdecken. Zumindest wäre das in dieser über Jahre angelegten Arbeit wünschenswert. Spätestens dabei werden die Funktionen des Geldsystems zur Sprache kommen. Es wird erklärt werden müssen, wie man das ungebändigte Wachstum von Geldvermögen und Schulden, das zum Kapitalismus gehört, wie der Rahmen zum Fenster, beenden will.
Jeder Vorschlag wird sich daran messen lassen müssen, ob er an der zerstörerischen Wirkung dieser Entwicklung etwas ändern kann:

Der Weg zu einer nachhaltigen Wirtschaft führt nur über das Beenden des Kapitalismus, wie wir ihn kennen.
Dabei gibt es auch keinen Mittelweg. Ein bisschen Kapitalismus ist wie ein bisschen schwanger.  Oder ein bisschen Kopfbahnhof in Stuttgart.
Werden die Parteimitglieder in der Kommission sich stets nach der Parteilinie erkundigen, wird das hoffentlich bei den Sachverständigen nicht so sein.
Fest steht: Diese Kommission hat eine spannende Aufgabe und könnte Auftakt für eine ganz neue Diskussion sein: Den Entwurf einer neuen Wirtschaftsordnung mit einem nachhaltigen Geldsystem.

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Medien werden mutiger – Insolvenz für Banken und Staaten

Zitat aus dem Handelsblatt:

“Keinen Satz hört man in Berlin derzeit so häufig wie diesen: “Wir dürfen uns in der Euro-Krise nicht länger von den Märkten treiben lassen.” Was Entschlossenheit zeigen soll, ist doch nur ein trauriger Witz. Denn die Politik stolpert weiter hinter den Märkten her, sieht zu, wie ein Euro-Land nach dem anderen brandgerodet wird. Noch nie seit Ausbruch der Krise waren wir dem Desaster, dem Zerfall der Währungsunion, so nahe wie jetzt: Weil nicht mehr klar ist, ob die finanziellen Mittel und der politische Wille ausreichen, um auch große Staaten wie Spanien und Italien zu stützen.”

via Blickpunkt Berlin: Die Banken machen Europa zur verbrannten Erde – Handelsblatt.com.

Unsere Meinung:

Die “Bürgschaften” von Steuerzahlern für marode Banken und Staaten gehen weltweit mittlerweile in die Billionen. Nach und nach werden die zahlungsunfähigen Schuldner durch wehrlose Bürger ersetzt, die nichts als Nachteile von derlei politischen Entscheidungen haben. Waren die Medien bisher – zum großen Teil sind sie es immer noch – willfährige Claqueure dieser Art sinnloser Hinauszögerungspolitik, gibt es eine leichte Bewegung in neue Denkweisen zu vermelden. Mögen sie zunehmen und möglichst viele Menschen erkennen lassen, dass es höchste Zeit ist ein wesentliches und elementares Werkzeug des Kapitalismus an ihm selbst anzuwenden: die Insolvenz. Wir brauchen jetzt einen Schnitt.

Im Rahmen von geregelten Insolvenzen bieten sich noch Chancen für politisches Handeln und Gestalten. Im Chaos eines Zusammenbruchs ist es damit vorbei.

Iren sind menschlich

Nach unzähligen Banken, dem Staat Griechenland ist es nun Irland, das in die Zahlungsunfähigkeit schliddert. Einmal mehr kann ein Schuldner seinen Verpflichtungen nicht mehr nachkommen und wird durch Steuerzahler ersetzt. Schlappe 200 € von jedem Bürger der Europäischen Union – vom Neugeborenen bis zum Greis – fließen… ja wohin fließen sie denn eigentlich? 

Dahin, wo die Milliarden auch bei allen anderen Rettungsschirmen und -paketen geflossen sind: Zunächst zu den Banken und von dort zu den Geldanlegern, die sich gemäß diesem Verteilungsmuster die “Beute” teilen:

 

Die Geldvermögen der reichsten 20 % der Bevölkerung werden mit den Steuermilliarden gerettet! Unter diesen sehr Reichen gibt es noch einmal eklatante Vermögensunterschiede, so dass ersichtlich ist: alle zahlen, sehr wenige kassieren.

Der Ursprung – ja die Voraussetzung – der nicht mehr zu bedienenden Schulden sind die Geldvermögen. 

Durch die Rettungsmaßnahmen sind die Voraussetzungen für das weitere – wie in der Grafik ersichtlich – exponentielle Wachstum der Geldvermögen geschaffen worden. Und damit auch für das Wachstum der Verschuldung. Die Politik befindet sich in Geißelhaft der Geldvermögen. Die Steuerzahler sind die Letzten, welche das geforderte Erpressungsgeld bezahlen können. Doch das Ende ist absehbar.

Es erscheint unbegreiflich, wie es möglich ist, eine solche Politik tatsächlich bis zum bitteren Ende durchhalten zu können. Sind wir alle bereits in einer Art politischer und ökonomischer Todesstarre befindlich?   

Wir erdulden quasi zur gleichen Zeit die Milliarden-Verschwendung für ein sinnloses Unterfangen und die Kasteiung durch ein nie dagewesenes Sparpaket, das von unseren Volksvertretern in dieser Woche verabschiedet wird. 

Mit jeder weiteren Rettung – und derer stehen uns noch weitere bevor – kommen wir einem leidvollen Zusammenbruch näher. Wenn wir das verhindern wollen, dann müssen wir uns Gedanken zu einem sofortigen Stopp der laufenden Maßnahmen entschließen und grundsätzlich neu nachdenken. Wir müssen aus der tödlichen Entwicklung der Vermögens- und Schuldenexplosion entkommen und das gelingt nur durch eine totale Erneuerung des Wirtschaftssystem, insbesondere der Geld- und Bodenordnung.

Das Unbegreifliche in diesem Zusammenhang ist, dass dieses Feld bereitet ist, aber nahezu alle maßgeblichen Entscheider trotzdem an dem garantiert zum Untergang Führenden festhalten. Was für eine Welt?!

 

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Ungleichgewicht: Das neue Einmaleins

Eine systemische Diagnose dieses Komplexes ist dagegen nicht ganz so einfach. Sie betrachtet nicht nur, was beim Staatshaushalt unterm Strich steht, sondern analysiert auch, wie sich die Salden von Privathaushalten, Unternehmen und Staat zueinander verhalten. Denn in jedem Wirtschaftssystem kann ein Akteur nur so viel Geld schulden, wie der andere spart und dann verleiht: Die Summe aller Überschüsse und Defizite ist Null.

Was kann daraus folgen, wenn es um die Lösung des Problems der Überschuldung geht?
Doch nur, dass wir uns Gedanken um die Reduzierung der Geldvermögen machen müssen. Eine zurückgehende Verschuldung gibt es nur um den Preis zurückgehenden Geldvermögen.
Also muss die nächste Frage lauten: Wie entstehen die Geldvermögen?
Bereits im Oktober 1993 wusste die Deutsche Bundesbank zu berichten, dass der Zuwachs der Geldvermögen zu 4/5 (80%) aus “Selbstalimentation” erfolgt. Auf Deutsch: Der Zinseszinseffekt vermehrt die automatisch immer weiter wachsenden Geldvermögen?
Und wer kann Geldvermögen auf Dauer stehen und immer weiter wachsen lassen? Die Reichsten der Reichen.
Man sich heute, 17 Jahre später, ausmalen, dass die Selbstalimentation weiter fortgeschritten ist und heute ein noch größerer Teil der Geldvermögenszuwächse dadurch zustande kommt. Das deckt sich auch mit den mittlerweile hinlänglich bekannten Entwicklungen von Armut und Reichtum.

Wie hoch müsste der Steuersatz auf Zinsgewinne sein, um die die weitere Entwicklung der Geldvermögen zu stoppen? Alles was unter 100% Steuern läge würde das nicht schaffen.
Sind 100 % Steuern auf “Einkommen” realistisch? Wohl kaum.
Zins und Zinseszins sind die treibenden Kräfte unseres Wirtschaftssystems. In jeder Hinsicht. Wir haben den Zeitpunkt überschritten, bis zu dem die reale Wirtschaft mit der Entwicklung der Geldvermögen Schritt halten konnte.
Jetzt gehen wir jenen Tagen entgegen, an denen immer mehr Schuldner zahlungsunfähig werden, denn die Zinsen der Schulden und damit die Bedienung der Geldvermögen können nur durch Arbeit in der realen Wirtschaft verdient werden.

Wir brauchen ein Geldsystem, in dem es ein zinsbedingtes Wachstum von Geldvermögen nicht mehr gibt. Das brauchen wir schnell. Daneben brauchen wir Strategien, wie wir mit den bereits entstandenen bedrohlichen Ungleichgewichten von Geldvermögen und Schulden umgehen.
Ein Abschmelzen wäre durch einmalige Vermögensabgaben und Schuldenerlasse möglich, aber auch durch geregelte Insolvenzen zahlungsunfähiger Schuldner, wie Banken oder ganze Staaten.

Über uns hängt ein Damoklesschwert. Es wird glücklicherweise von immer mehr Denkern als solches erkannt. Jetzt braucht es den politischen Mut für einschneidende, systemische Reformen.

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Georg Schramm in der “Anstalt” über kommunales Freigeld und Staatsbankrott

YouTube – Georg Schramm über kommunales Freigeld und Staatsbankrott.

Hut ab, Herr Schramm. Wäre da nicht dieses Gefühl, “Neues aus der Anstalt” könnte als reine Unterhaltung betrachtet werden, könnte man die Hoffnung haben, es bewege sich doch noch etwas in unserem Land.

Geordnete Insolvenz – Wie Europa krisensicher werden kann

Vorschläge gibt es dazu reichlich. Snower fordert beispielsweise eine Schuldenkommission, die auf europäischer Ebene darüber wacht, dass die nationalen Regierungen ihre Konsolidierungsziele einhalten. Thomas Mayer, der Chefvolkswirt der Deutschen Bank, fordert gar ein europäisches Pendant zum IWF: "Die EU muss einen Europäischen Währungsfonds EWF schaffen – mit dem man Krisen managen und eine mögliche staatliche Insolvenz geordnet abwickeln kann."Er soll die finanzpolitische Stabilität der Euro-Staaten überwachen und angeschlagenen Ländern im Notfall finanziell helfen können – die dafür im Gegenzug harte Sparbedingungen erfüllen müssten. Die Kritik an dem Modell: Er könnte Euro-Staaten verführen, unsolide zu wirtschaften – im Notfall hilft ja der EWF. Mayer hält dagegen, dass genau deshalb ein Konkurs möglich sein muss, bei dem die Gläubiger auf einen Teil ihres Geldes verzichten müssen.Geordnetes Insolvenzverfahren Auch verlangen Ökonomen und Politiker, dass der Währungsraum einen bankrotten Staat abwickeln kann, ohne dass es im Bankensystem und an den Märkten zu großen Verwerfungen kommt. "Wir brauchen ein geordnetes Insolvenzverfahren", sagt Clemens Fuest, Vorsitzender des wissenschaftlichen Beirats des Bundesfinanzministeriums. Ein Land, das Schwierigkeiten habe, könne einmal geholfen werden – aber kein zweites Mal. Dann müsse es in die Insolvenz.

viaSchulden: Wie Europa krisensicher werden kann – Nachrichten Wirtschaft – WELT ONLINE.

Man darf gespannt sein, wie viel Steuergeld noch im Finanzmarkt versenkt wird, bis man in der Politik diese Vorschläge aufgreift und umsetzt.

Angela Merkel in Wuppertal

Weitere Bilder diesem Link folgen

Angela Merkel, Jürgen Rüttgers, Roland Koch, Ole von Beust und viele Landtags- und Bundestagsabgeordnete der CDU haben neben dem Beifall, der ihnen aus dem Block mit “geladenen” Gästen sicher war, aber auch den Gegenwind in Form von lautstarken Protestgruppen gespürt. Lokale Organisationen machten ebenso ihrem Unmut Luft, wie Greenpeace, die auf die Atompolitik der CDU aufmerksam machte.

Die Sprecher der CDU-Spitze sind in den letzten 100 Stunden des Wahlkampfes wohl bereits etwas dünnhäutig geworden, denn ein ums andere Mal reizten sie die aufgebrachten Protestierenden mit persönlichen Angriffen. Neben vielen landesbezogenen Themen, ging es natürlich auch in nahezu allen Reden um die derzeitige Krise des Euro und der Griechen. Allgemeiner CDU-Tenor: die Griechen sind selbst schuld an ihrem Dilemma und Hilfen sind an strenge Sparauflagen gebunden, welche die griechische Regierung in ihrem Land umzusetzen habe. Angela Merkel entsprang gar sinngemäß die Formulierung “erst müsse Griechenland die Bedingungen erfüllen, dann gebe es das Geld”. Wie jeder wissen müsste, sind die Finanzhilfen aber schon beschlossene Sache. Doch die Wähler – auch in NRW – werden sich in diesem Punkt wohl kaum noch Sand in die Augen streuen lassen. Der Regierungshubschrauber hebt aus der Stadt der weltberühmten Schwebebahn ab. Und Angela Merkel kommt aus dem Tal, indem sie…

ach sehen sie doch selbst:

Wie reguliert man den Finanzmarkt?

Euroland brennt und die Feuerwehrleute rennen planlos durcheinander.

Spätestens mit Ausbruch der Krise im Jahre 2008 begann die Diskussion um eine strengere Reglementierung des Kapitalmarktes. Spätestens zu diesem Zeitpunkt war klar, welche politische Macht dieser Markt ausübt.

 Und die Politik ist in Ohnmacht erstarrt. Ihre Handlungen sind Reaktionen auf die Aktivitäten der neuen „Machthaber“. Zu Aktion und gezieltem Handeln ist die Politik im Hinblick auf den Finanzmarkt nicht mehr in der Lage. Keiner hat den Überblick. Von strategischem Weitblick wollen wir gar nicht erst reden.  Man beschließt Maßnahmen und wartet, ob der Finanzmarkt den politischen Handlungen Vertrauen schenkt.

Geradezu putzig erscheint die Drohung  einer Finanztransaktionssteuer in Höhe von sage und schreibe 0,5%. Diese quasi über eine garantiert für keinen Banker schlaflose Nacht in die Preise der Transaktionen einfließende Steuer würde die Tätigkeiten der Börsianer nicht eine Sekunde ins Stocken bringen. Der Kaufmann nimmt die Steuer zur Kenntnis und erhöht den Verkaufspreis. Wo liegt das Problem?  Man könnte ja den Finanzakrobaten auch ein paar ihrer „Spielzeuge“ wegnehmen, wie zum Beispiel die besonders dreisten Casinowetten?  Oder Sondersteuern auf Bankerboni oder Gewinnen ankündigen. Das mutet dann an, wie die alljährlich zur Reisezeit ausgesprochenen   Drohungen gegen die Ölmultis, wenn diese, wie immer vor den Ferien, übermäßig an der Preisschraube drehen.  

Nichts als blinder, populistischer Aktionismus. Valium für das Wahlvolk.

Wäre es nicht angebracht, einmal die Ursachen für die Macht des Finanzmarktes zu ergründen? Die Banker und Spekulanten haben doch nicht schon immer ihre heutige Macht gehabt. Wer oder was hat sie ihnen verliehen?

Waren die Politiker der Nachkriegszeit einfach besser und haben die Spekulanten im Griff gehabt? Gab es bessere Gesetze, die nach und nach abgeschafft wurden? Im Zuge der zunehmenden Globalisierung wurde garantiert das eine oder andere Gesetzeskorsett abgelegt, aber langte das für die heute sichtbaren Ungleichgewichte? Jedem Unternehmer steht es frei im Rahmen der Gesetze nach Belieben Produkte und Leistungen zu entwickeln, sie an den Markt zu bringen und damit möglichst viel Geld zu verdienen. Das traf auch zu allen Zeiten und bis heute auf den Finanzmarkt zu. Der in jüngerer Vergangenheit geradezu explodierenden Kreativität hinsichtlich der Erfindung  immer komplexerer, in gewisser Weise fraktal zu nennender  Werkstücke des Geistes (ich weigere mich Finanzpapiere „Produkte“ zu nennen) muss doch eine enorm motivierende Ursache haben?

 

Wenn ein namhafter und Vertrauen erweckender Marktteilnehmer ein schönes Bild druckt, auf dem 35,-€ zu sehen sind und dieses für 40,-€ am Kapitalmarkt verkauft, dann mag das „normalen“ Konsumenten befremdlich erscheinen. Am Kapitalmarkt geht es da erst richtig los. Das Bild wird am Markt gelistet.  Der Eigentümer sieht ein großes Potential in dem Bild, zumal er einen Freund hat, der prima Farbkopien herstellen kann. Die Nachfrage nach dem Bild treibt den Preis an der Börse in die Höhe. Der Eigentümer des Bildes verkauft an Tausende von Interessenten Kauf- und Verkaufsoptionen des Bildes zu bestimmten Preisen an bestimmten Terminen.  Sollte tatsächlich einer dann ein Bild zu bekommen haben, würde er mit seinem Freund telefonieren. Das sind ganz normale Börsengeschäfte, die es in ähnlicher Form schon immer gab.

Nicht ganz so neu mag die Möglichkeit sein, dass ein Dritter eine Versicherung zum Kauf anbietet, die das Bild im Brandfalle versichert. Schließlich könnte die starke Sonne im Hintergrund ja das Bild in Flammen aufgehen lassen. Der Eigentümer des Bildes kauft die Versicherung,  genau so, wie die vielen Käufer der Optionen auf das Bild, denn es liegen gute Gewinne in der Luft. Schon treten Marktteilnehmer hinzu, die Wetten anbieten, wonach das Bild durch die Sonne auf jeden Fall verbrannt werden wird. Andere wetten dagegen. Die Preise am Versicherungsmarkt spielen verrückt. Ein Marktteilnehmer lanciert die Meldung, dass die im Bild zu sehende Sonne niemals die Kraft entwickeln könne, dass sie das Bild entzünden kann. Der Versicherungsmarkt beruhigt sich wieder.  Neue Versicherungen für die Wettteilnehmer gegen einen möglichen Verlust der Wette werden am Markt platziert…

Das Bild, auf dem 35,-€ zu sehen sind, wurde zum Milliardengeschäft, obwohl das Geld längst für ein Paar Schuhe aus chinesischer Herstellung ausgegeben wurde.

Dieses Treiben wurde weder durch die Veränderung vorher da gewesener Gesetze ermöglicht, noch durch geheime Mächte.  Dieses Treiben wurde möglich, weil es möglich ist. Wenn etwas möglich ist und jemand denkt darüber nach, dann geschieht es auch.

Will man an diesem Punkt nicht verzweifelt aufgeben, könnte man noch fragen:

„Wie war es möglich?“

 

 

Es war möglich, weil die Geldvermögen in den letzten Jahren geradezu explodiert sind. Das anfänglich so schleichend daher kommende Wachstum einer Exponentialfunktion, wie es uns in der Schule am Beispiel eines Seerosenteiches anschaulich gemacht wurde, entfaltet ein geradezu überwältigende Entwicklung. Doch was geschieht, wenn die Größe, welche der exponentiell wachsenden die Nahrung liefern muss, selbst nicht in der Lage ist exponentiell zu wachsen?

Was, wenn sie den Gesetzen der Natur unterworfen ist, die eine negative Rückkopplung für alle Wachstumsprozesse kennt? Das Geldvermögen schafft sich eine eigene Welt, in der es diese hinderliche Rückkopplung nicht zu geben scheint!  In dem Maße, in dem die Realwirtschaft die mit mathematischer Genauigkeit wachsenden Geldvermögen selbst aufgrund eingeschränkter Wachstumsfähigkeit nicht mehr brauchen kann, wandern diese in den Kapitalmarkt. In Zeiten des Wirtschaftswunders und noch einige Zeit danach, brauchte man alles Ersparte, um den Motor der Wirtschaft am Laufen zu halten.   Spätestens zu Beginn der achtziger Jahre änderte sich das. Bis zum heutigen Tage sind Geldvermögen und Schulden 6-mal schneller gewachsen als die Leistung aus der heraus diese Größen bedient werden müssen. Mit der Auseinanderentwicklung  der Größen BIP und Geldvermögen ist die Macht des Finanzmarktes unerbittlich gewachsen. Die Macht des Marktes und die Ohnmacht der Politik sind das Produkt einer Entwicklung, die auf einfachen mathematischen Gesetzen beruht.  Hört sich banal an, ist aber offenbar so.  Niemals war das Volumen dieses Marktes auch nur annähernd vergleichbar groß. Und wo Massen von Geld sind, da ist die Macht.

Zumindest so lange, wie Geld, Zins und Zinseszins die alles bestimmenden Größen in der Wirtschaft sind.

Fazit

Die Ursache der heute spürbaren Auswirkungen der Krise ist auf die Geldvermögens- und Schuldenexplosion zurückzuführen. Diese Explosion wiederum ist das Ergebnis des Zinseszinseffektes. Dass er in einem Bereich seine Wirkung entfalten konnte, der eigentlich von den naturbezogenen physikalischen Gesetzen bestimmt sein müsste, hängt mit der durch Menschen installierten Geldordnung zusammen. Eine Geldordnung, der die negative Rückkopplung fehlt. Jenes  der Natur allen Wachstumsprozessen zugrunde liegende Prinzip.

Wir können alle nur erdenklichen und gutgemeinten Ideen für eine Regulierung innerhalb des Systems in Angriff nehmen. Doch wir werden den Kern des Problems nicht in den Griff bekommen, wenn wir die Geldordnung als Ganzes nicht neu konzipieren.

Das ist auch die einzige Chance für die Politik, wieder das Primat über die Finanzmärkte zurückzugewinnen und ihnen eine dienende Rolle zuzuweisen. Ordnungsfragen sind die vornehmsten Aufgaben der Politik.

Wir brauchen eine Geldordnung mit negativer Rückkopplung.

Nachhaltigkeit auf allen wissenschaftlichen Gebieten und vor allem im Hinblick auf Maßnahmen für die Umwelt ist nutzlos in einer Welt, die sich den Gesetzen einer fehlerhaften Geldordnung unterwirft. 

Alle Bilder Copyright Martin Bangemann

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Horst Köhler und die Verschwendung in der Krise

In seiner guten Rede vom 29.4. beim IX. Munich Economic Summit sagte Horst Köhler unter der Überschrift

“Die Krise nicht verschwenden”

unter anderem folgendes:

“Die Praxis des heute vorherrschenden Finanzkapitalismus kann jedenfalls für uns kein Leitbild
sein. Er ist sich selbst genug. Er operiert vor allem mit Wetten und Schulden. Er steigert seine
eigenen Renditen ohne Rücksicht darauf, ob das dem Wohlergehen der Nationen nutzt. Die
aktuelle Krise zeigt ein Muster, das nicht akzeptabel ist – die Gewinne haben wenige gemacht, die
Verluste muss die Allgemeinheit tragen. Es gibt ein besseres Leitbild. Ralf Dahrendorf hat darauf
schon vor 25 Jahren hingewiesen. Er hat zwischen “Pumpkapitalismus” und “Sparkapitalismus”
unterschieden. Sparkapitalismus heißt dauerhafte Werte schaffen, statt Wetten einzugehen, heißt
reale Güter und Dienstleistungen finanzieren, statt virtuelle Finanzpyramiden aufzubauen. Im
Sparkapitalismus dominieren nicht das Kurzfristdenken und die Spekulation, sondern die
realwirtschaftliche Investition und ein Eigentum, das sich in Verantwortung bindet. Da ist man an
einem stabilen Geldwert interessiert und bringt allen Respekt entgegen, die Geld zurücklegen und
damit für die Zukunft vorsorgen. Eine Wirtschaft nach diesem Leitbild verbessert die
Lebensbedingungen Aller. Sie zielt auf nachhaltigen Wohlstand für Alle. Einer Wirtschaft mit
diesem Leitbild haben auch die Finanzmärkte zu dienen. Sie sollen als vertrauenswürdiger Mittler
zwischen Sparer und Investoren treten, statt alles in Gefahr zu bringen. Diese dienende Rolle ist
die eigentliche Existenzberechtigung der Finanzmärkte, und sie darauf festzulegen muss das
zentrale Ziel der Neuordnung der Finanzmärkte sein. Die Politik muss ihr Primat über die
Finanzmärkte zurückgewinnen. Sie hat den Interessen der Finanzmarktakteure zu viel Raum ohne
Regeln überlassen. Das war ein Grund dafür, dass die Finanzkrise überhaupt entstehen konnte.
Und es hat dazu geführt, dass der Staat in der Finanzkrise erpressbar war – und es bis heute ist.
So etwas darf sich nicht wiederholen. Das gebietet einfache und harte Regeln für die
“Finanzindustrie”. Sie muss Grenzen gesetzt bekommen, damit Freiheit sich nicht selbst zerstört.”

 

Die Unterscheidung von Pump- und Sparkapitalismus ist verwirrend. Im Kapitalismus entsprechen die gesparten Geldvermögen immer den gerade verliehenen Summen. Nur was der eine gespart hat, kann sich ein Anderer “pumpen”.

Dass die Geldvermögen zum allergrößten Teil als Kredite wieder in die Realwirtschaft geflossen sind, war bis in die siebziger Jahre hinein der Normalfall. Geldvermögen und Realwirtschaft entwickelten sich scheinbar linear wachsend im etwa gleichen Verhältnis.

Die Spekulation am Kapitalmarkt war die Blase auf der Realwirtschaft (Keynes).

Wuchsen die beiden Größen wirklich linear, wie es den Anschein hatte?

Die Geldvermögen und die Schulden wachsen nach mathematischen Gesetzen und dabei vor allem nach jenen der Zins- und Zinseszinsrechnung. Exponentielles Wachstum. Das Wachstum der Realwirtschaft aber unterliegt mehr den physikalischen Gesetzen und das bedeutet, es stößt an natürliche Grenzen. Wachstum bis zum Optimum.

In dieser Grafik von Helmut Creutz ist deutlich zu erkennen, wie sich Bruttoinlandsprodukt und Geldvermögen/Schulden auseinander entwickelt haben.

In dem Maße, in dem sich Geldvermögen und Schulden von der realen Wirtschaftsentwicklung entfernten, nahm zwangsläufig die Macht des Kapitalmarktes zu. Vieles von dem, was wir heute erleben, hängt mit dem enorm gewachsenen Volumen des Kapitalmarktes zusammen. Politische Entscheidungen im Hinblick auf das Geldwesen waren aufgrund der Begrenztheit dieses Marktes in den siebziger Jahren noch wirksam. Heute sind die finanzstarken Akteure dieses Marktes diejenigen, die die Politik am Nasenring durch die Arena führen.

Der Billionendollar-Kapitalmarkt führt die politische und wirtschaftliche Regie. Nur ein Gesetz zählt: das des maximalen Gewinnes. Ein überweigender Teil der Transaktionen hat keinen direkten Bezug zur Realwirtschaft. Die riesigen Summen, die alleine täglich an Aktien und den dazugehörigen Finanzpapieren hin und her bewegt werden, gehen völlig an der realen Wertschöpfung vorbei. Nur bei der Erstausgabe von Aktien fließen einer Aktiengesellschaft Mittel zu, die sie für ihre eigentliche Aufgabe einsetzen kann. An den weiteren Spekulationen nimmt sie nicht mehr als produzierendes oder leistendes Unternehmen teil, sondern bestenfalls noch selbst als Finanzmarktakteur. Der Markt und seine Akteure bestimmen über ihr Verhalten, wann sich ein realer Bezug lohnt und wann es besser ist in Papieren zu bleiben, die nur innerhalb des Marktes verschoben werden.

Der Vergleich mit dem Spielcasino ist dabei angebracht. Es liegt im Ermessen des Spielers, wann er das Casino betritt und wann er es wieder verlässt. Es liegt im Ermessen des Spielers wie viel Geld er innerhalb des Casinos kreisen lässt und wie lange er das tut. Es liegt im Ermessen des Spielers, wann und wie er Mittel wieder in der realen Wirtschaft einsetzt. Im Casino selbst gibt es zum bekannten Spielcasino einen Unterschied. Es gibt nicht die Bank, die immer gewinnt. Was einer verliert, gewinnt stets ein anderer. Man wettet auf Ereignisse, man wettet miteinander und gegeneinander. Gläubiger und Schuldner treffen sich auf dem Parkett des Casinos. Schuldnern bietet sich im Casino die große Chance auf Gewinne, die sie zu Gläubigern machen können. Das Wachsen der Gewinne im Markt – nun schon seit vielen Jahren – hängt maßgeblich mit dem nachfließenden Kapital zusammen, das auch immer weiter wächst. Der Kapitalmarkt zieht die Ersparnisse aus der realen Wirtschaft an – jenem Sparkapitalismus, den sich Horst Köhler wünscht – und lässt dadurch die Nachfrage am Kapitalmarkt immer weiter wachsen. Mit der Nachfrage gehen die Preise gemäß den Gesetzen der Marktwirtschaft nach oben. Es entstehen zum Teil wahnwitzige Preise für Aktien oder Rohstoffe, die nichts mit der realwirtschaftlichen Nachfrage zu tun haben, sondern sich nur auf die kaskadenförmig aufgebauten Spekulationspapiere beziehen.

Kapital, das mehr wird, weil es mehr wird.

Die Börsen – das Parkett mit zwischen Spiegel gelegtem Geld und der Illusion der Unendlichkeit.

Nach dem Willen der Politik – und auch aus Horst Köhlers Rede gehen keine anderen Vorschläge hervor – will man etwas mehr dabei mitreden, wie die Spiegel auf dem Parkett angeordnet werden. Der Gier kann Einhalt geboten werden, in dem man die Illusion ein wenig reglementiert.

Die Ursache der heute spürbaren Auswirkungen der Krise ist auf die Geldvermögens- und Schuldenexplosion zurückzuführen. Diese Explosion wiederum ist auf die beschriebenen mathematischen Gesetze zurückzuführen. Dass diese in einem Bereich wirken können, der eigentlich von den naturbezogenen physikalischen Gesetzen bestimmt sein müsste, hängt mit der durch Menschen installierten Geldordnung zusammen. Eine Geldordnung, der die negative Rückkopplung fehlt, jenes in der Natur allen Wachstumsprozessen zugrunde liegende Prinzip. Wir können alle nur erdenklichen und gutgemeinten Ideen für eine Regulierung innerhalb des Systems in Angriff nehmen. Doch wir werden den Kern des Problems nicht in den Griff bekommen, wenn wir die Geldordnung als ganzes nicht neu ordnen.

Das ist auch die einzige Chance für die Politik, wieder das Primat über die Finanzmärkte zurückzugewinnen und ihnen eine dienende Rolle zuzuweisen. Ordnungsfragen sind die vornehmsten Aufgaben der Politik.

Bild © 2010 Martin Bangemann

Wir brauchen eine Geldordnung mit negativer Rückkopplung.

Nachhaltigkeit auf allen wissenschaftlichen Gebieten und vor allem im Hinblick auf Maßnahmen für die Umwelt ist nutzlos in einer Welt, die sich den unnatürlichen Gesetzen einer Geldordnung ohne Regulativ unterwirft.

Heute Griechenland, morgen wir « Hinter den Schlagzeilen

Nun hat es also auch eine „klassische“ europäische Nation getroffen. Und weder die Schweiz noch die reichen EU-Staaten sollten sich der Illusion hingeben, sie würden für immer von einer Entwicklung wie in Griechenland verschont bleiben. Griechenland ist ein Bild dessen, was ihnen in der Zukunft widerfahren könnte. Staatsbankrotte sind die natürliche Folge einer Entwicklung, die über Jahrzehnte zu beobachten war und die in der Natur des Zinssystems angelegt ist. „Wir haben versucht, auf der Schussfahrt zu wenden“ sang Herbert Grönemeyer über den Krebstod seiner Frau. Der Zins ist der Krebs des Finanzsystems. Alle Anstrengungen, die Staatsverschuldung abzubauen oder auch nur zu stoppen scheitern nicht nur an der Eigendynamik der Exponentialkurve, sondern auch an der Böswilligkeit der mächtigen Profiteure und an der Schwäche der Volksvertreter, die sich ihnen ausgeliefert haben.

Verschuldung verleiht dem Geld – und damit denen, die es besitzen – eine überproportionale Bedeutung, die für das Gleichgewicht der Kräfte innerhalb einer Gesellschaft tödlich ist. Wer in einer Situation, wo Geld an allen Ecken und Enden fehlt, über ausreichende Liquidität verfügt, bestimmt die Gesetze des Handelns. Er kann dem Bittsteller – also uns allen – seine Bedingungen aufzwingen. Wie man am Beispiel vieler Länder der Dritten Welt und jetzt am Beispiel Griechenlands gesehen hat, läuft es immer auf das gleiche hinaus: „Wir retten euch, aber nur unter ganz bestimmten Bedingungen: Privatisierung, Deregulierung, Sozialabbau.“ Und niemand sollte meinen, die Mächtigen würden plötzlich von Mitleid ergriffen werden und davor zurückscheuen, uns, die „europäischen Kulturnationen“ platt zu machen. Raubtiere kennen eine Beißhemmung, der so genannte Raubtierkapitalismus nicht.

Roland Rottenfußer, verantwortlicher Redakteur des Webmagazins “Hinter den Schlagzeilen” von Konstantin Wecker, beschriebt eindrucksvoll die Situation. Der ganze Beitrag ist sehr lesenswert

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Der europäische Gedanke in höchster Gefahr


Bild Von Martin Bangemann, North Carolina © 2010, Martin Bangemann

Domino-Party

Nach dem Vorbild der Boston-Tea-Party wird es wohl den bürgerlichen Widerstand gegen politische Hilflosigkeit und Konzeptlosigkeit brauchen. Das Bild des Staates und der Volksvertreter als Gejagte eines entfesselten Kapitalmarktes ist für immer mehr Menschen unerträglich.
Ganz offensichtlich schlittern die Staaten und mit ihnen ihre Bürger immer tiefer in einen Schlamassel, aus dem ein Ausweg nicht erkennbar ist.
Sicher scheint nur, dass die Politik zu Handlungen gezwungen wird, die durch den Kapitalmarkt diktiert werden. Möglich wird das, weil über allem der Zusammenbruch des gesamten Wirtschaftssystems schwebt. Zu dessen Rettung erklärt man sich zu allem bereit, koste es was wolle.
Die Frage, nach dem “Warum?” ist sinnlos geworden. Die Politik reagiert nur noch.

Bedeuten die Rettungsversuche nichts anderes als ein Hinauszögern des Zusammenbruchs? Wird dieser Zusammenbruch nicht durch jede lebensverlängernde Maßnahme nur noch schmerzhafter?
Das kurzfristige Denken in der Wirtschaft – gerade noch bis zum nächsten Quartalsergebnis – ist auch in der Politik Usus geworden. Kein Innehalten, kein tiefer gehendes Nachdenken, keine Spur von Nachhaltigkeit.

Erdrückende Schulden

Mit dem stets als heilvoll angesehenen Wachstum der Geldvermögen sind die Schulden mit gewachsen. Doch während alles natürliche Wachstum mehr den physikalischen Gesetzen gehorcht, unterliegt das der Schulden mehr den Gesetzen der Mathematik. Geldvermögen und Schulden verrotten im Laufe des Lebens nicht. Im Gegenteil sie wachsen um etliche Prozent pro Jahr nach den mathematischen Gesetzen der Zins- und Zinseszinsrechnung. Das kann viel Jahre und Jahrzehnte gut gehen, aber eben nicht ewig. Der reale Reichtum, das, was wir zu leisten imstande sind und das, was wir der Natur entnehmen können, unterliegen der zerstörerischen Kraft der Entropie. Das Wachstum dieses materiellen Reichtums müsste jedoch mit dem Wachstum der Geldvermögen und Schulden mithalten, wenn es nicht zum Zusammenbruch kommen soll.

Weil dem nicht so ist, gelangen wir an den Punkt der Nichtanerkennung von Schulden und Geldvermögen. Das dauerhafte positive Feedback der Zinseszinsen muss und wird durch Gegenkräfte ausgeglichen werden. Die Nichtanerkennung der Schulden äußert sich uns in drei möglichen Szenarien (oder einem Mix aus ihnen): Bankrott (Insolvenz), Inflation oder räuberische Besteuerung. Allen dreien lastet noch etwas Weiteres an, weshalb die Wahl zwischen ihnen – und davor stehen wir heute – nichts anderes ist, als die des kleineren Übels: sie rufen alle Gewalt hervor.

Sowohl die Insolvenz als auch die Inflation wären Lösungen, die zu einem sofortigen mit großen Risiken behafteten Handeln der Verantwortlichen in Politik und Wirtschaft führen müssten und mit der Übernahme großer Verantwortung einherginge. Deshalb greift die Politik zu der das eigentliche Problem vertagenden räuberischen Erpressung.

Die Belastung der Steuerzahler mit angeblich unausweichlich notwendigen Zahlungen an die Schuldner, die als erstes unter der Last zusammenbrechen zu drohen, ist eine solche räuberische Erpressung. Die Drohung “Wenn Ihr nicht zahlt, wird alles zusammenbrechen” kann nicht anders bewertet werden. Man gaukelt uns vor, dass die Staatshilfen für die großen Banken und zahlungsunfähigen Staaten zurück fließen würden, wenn die jeweilig Begünstigten erst wieder auf die Beine gekommen sind. In Wahrheit besteht überhaupt keine Aussicht darauf.
Die Milliarden aus der EU und vom IWF fließen direkt in den Kapitalmarkt. Während Deutschland bei den Hilfen von der EU größter Zahler ist, sind wir bei den IWF-Krediten einer von vielen (Anteil derzeit 5,88%).
Griechenland wird mit den Krediten seine Zinsen bezahlen und seine auslaufenden Staatsanleihen. Die genaue Zahl, wie viel Geld Griechenland braucht um drei Jahre lang nicht auf Kredite vom Kapitalmarkt angewiesen zu sein, steht noch nicht fest, soll sich aber auf mindestens 120 Milliarden Euro belaufen.
Die Bürgerinnen und Bürger Griechenlands werden von den Hilfsmaßnahmen nicht einen Cent bekommen.
Griechenland wird mit dem bereit gestellten Geld ein Sparprogramm aufgezwungen, das die Bevölkerung niemals mittragen wird, denn es bedeutet eine dramatische Verschlechterung ihres Lebensumfeldes.
Und hinter dem Horizont, in dem malerisch die griechische Abendsonne im Meer versinkt, warten Portugal, Spanien und Italien auf ein ähnliches Schicksal. Spätestens, wenn die vermeintlich stärkeren Länder in der EU bis an ihre eigene Schmerzgrenze und der ihrer BürgerInnen gelangt sind, tritt die endgültige Nichtanerkennung der Schulden in Form der verbleibenden Szenarien in Gang.
Während das eigentlich zum Wesen des Kapitalismus gehörende Insolvenzrecht im Falle von Banken und Staaten im wahrsten Sinne des Wortes “ums Verrecken” nicht angewendet wird, wird die Nichtanerkennung durch Inflation das Spiel beenden müssen. Unruhen, Gewalt, Bürgerkrieg und unendliches Leid wird damit verbunden sein.

Gibt es einen Ausweg?
Ich behaupte noch gibt es ihn. Aber wir werden ihn schnell beschreiten müssen.
Wenn Politiker und alle an den derzeitigen Maßnahmen Beteiligte einmal offen die Wahrheit sagen würden, würde der Druck aus der Bevölkerung hin zu der letzten noch nutzbaren Chance wachsen.

Der Wahrheit die Ehre

Die Wahrheit ist: Mit allen bis jetzt geplanten Maßnahmen werden in erster Linie die Geldvermögen einer vergleichsweise sehr kleinen Elite gerettet. Die weltweite Verteilung von Geldvermögen ist ein offenes Geheimnis. Rund 10% der Weltbevölkerung gehört 85% der gesamten Geldvermögen Dabei handelt sich um eine Entwicklung die rasant zu Gunsten der Reichsten weiter läuft. Diese Verhältnisse spiegeln sich, marginal abweichend, auch in einzelnen Ländern bis in die EU hinein wieder. In Deutschland halten die reichsten 10% der Bevölkerung rund 2/3 des Gesamtgeldvermögens.
Damit ist aber auch klar, wer die Profiteure der Rettungsmaßnahmen von EU und IWF zu rund 70% sein werden: die reichsten 10% der Welt. Sie sind die Gläubiger, direkt oder indirekt, die das Geld von den Steuerzahlern aus den Ländern der EU erhalten werden. Das bezieht sich nicht nur auf Griechenland. Mit jeder Bankenrettung (HRE, IKB, usw.) werden die Steuerzahler zur Erhaltung einer über alle Maßen ungerechten Vermögensverteilung herangezogen. Dabei haben die Geldanleger ihr Risiko in aller Regel selbst gewählt. Heute stellt es sich so dar, dass die Staaten eine kostenlose “Versicherung” für Geldanlagen von Superreichen eingerichtet haben, an die nie jemand eine Zahlung geleistet hat.

Wann purzeln die Pfunde?
Wann purzeln die Pfunde? Bild © 2010, Martin Bangemann

Worin besteht also unsere Chance?

Zunächst müssen wir im System bleiben und die Insolvenz als ein aktiv eingesetztes Mittel (PDF) klug anwenden. Die EU kann als Insolvenzverwalter eingesetzt werden und – wie das auch Wirtschaftsleben tagtäglich geschieht – alles daran setzen, Griechenland zu retten. Die Gläubiger werden – wie bei jeder Insolvenz – auf große Teile ihrer Ansprüche verzichten müssen. Um den schützenswerten „kleinen Sparer“ nicht in einen Topf mit den Superreichen dieser Welt zu werfen, kann im Rahmen des Insolvenzverfahrens eine soziale Komponente zum Tragen kommen, die vorsieht, dass Geldvermögen in Einzelfällen bis zu einer gewissen Höhe ganz gesichert werden. Im Falle Griechenlands wird es solche Fälle nur indirekt geben, weil kleine Anleger bei Banken angelegt haben, die wiederum als Halter der Staatsanleihen fungieren. Der durch die Insolvenz Griechenlands und eventuell anderer Länder zu erwartende Dominoeffekt in Bezug auf Banken sollte bedacht werden, darf uns aber am Beschreiten des Weges, den diese letzte Chance bietet nicht hindern. Er kommt früher oder später sowieso. Jene Banken, die von der Griechenland-Insolvenz betroffen wären, wackeln alle schon seit langem. Die Insolvenz der Banken bietet die gleichen Chancen zu politischem aktivem Handeln, wie die der Länder. In diesem Szenario kann die Politik die Vorgaben machen und die Finanzmarktakteure können nur reagieren. In jedem anderen Szenario wäre es umgekehrt und am Ende stünde der totale Zusammenbruch.

Fazit und Ausblick

Die Insolvenz von Ländern und Banken ist steuer- und gestaltbar. Der Kapitalmarkt im heutigen Zustand nicht. Nach einer Insolvenz werden Schulden und Geldvermögen auf ein der Realwirtschaft angemessenes Maß zurückgeschnitten worden sein.

Natürlich gehört zu dem dann folgenden Neustart auch ein neues Geldsystem. Geld, das sich durch Zins und Zinseszins abgekoppelt von der Leistungskraft der Wirtschaft entwickeln kann, darf es nicht mehr geben. Geld muss den Gesetzen der Entropie unterworfen werden, wie alles in der Natur Vorhandene. Die Lösungsansätze dafür gibt es. Kluge und weitsichtige Denker, wie Silvio Gesell oder in der heutigen Zeit Helmut Creutz haben entscheidende Vorarbeit dazu geleistet. Darauf aufbauend Zukunftslösungen zu entwickeln wird unsere letzte Chance sein, wenn wir den totalen Zusammenbruch vermeiden wollen.

Wann ist ein Staat pleite?

Ein Land ist dann pleite, wenn es keinen Kredit mehr bekommt. Wann bekommt es keinen Kredit mehr? Wenn kein Vertrauen in die Rückzahlung desselben besteht. Das Problem an der simplen Gleichung: Am Kapitalmarkt herrschen andere Bedingungen als in der rationalen Physik. Je mehr Anleger glauben, dass ein Land Probleme hat, seine Schulden zurückzuzahlen, desto höhere Zinsen muss das Land bieten; und je höher die Zinsen, desto wahrscheinlicher ist es, dass das Land die Schulden nie wird zurückzahlen können.

Deshalb ist Vertrauen das allerhöchste Gut im Kapitalismus.

Sehr lesenswerter Beitrag von Robert von Heusinger in der Berliner Zeitung.

Die Macht des Vertrauens, das der Kapitalmarkt in Staaten, Einrichtungen oder Unternehmen steckt oder eben nicht, hängt in erster Linie vom Volumen des Marktes ab. Je mehr Geld in diesem Markt nach Anlagen sucht, um so mächtiger wird der Hebel, wenn diese Summen in Bewegung geraten. Hinzu kommt, dass einzelne große Banken oder Konsortien innerhalb des Marktes die Vorreiter in Bezug auf Vertrauen schenken und Vertrauen entziehen sind und dann ein Herdentrieb erfolgt.
Die Macht dieses Kapitalmarktes hat sich gespeist aus dem nach mathematischen Gesetzen wachsenden Geldvermögen weltweit. In dem Maße, in dem diese Geldvermögen sich von den Notwendigkeiten der Realwirtschaft abgekoppelt haben, haben sie die Macht des Finanzmarktes gestärkt. Die rasante Entwicklung der Technik hat ihr übriges getan.
Die extreme Ungleichverteilung von Geldvermögen spiegelt sich natürlich auch am Kapitalmarkt, wenngleich auch unter anderen Vorzeichen.
Dennoch bietet der Markt Einzelnen, denen man innerhalb des Marktes besonders vertraut, gute Chancen das Marktgeschehen maßgeblich zu beeinflussen. Ein gutes Beispiel aus vergangenen Tagen: George Soros.
Soros kommt aus dem griechischen und heißt “Haufen”. Vielleicht musste es deshalb George Soros sein, der zeigt wie man mit viel Geld das Marktgeschehen im Sinne eines einzelnen Akteurs beeinflusst.

Durch diese Macht des Kapitalmarktes konnte es geschehen, dass die Politik zum Getriebenen des Marktgeschehens wurde. Das war in Zeiten undenkbar, als die Spekulation noch “eine Blase auf dem Meer der Realwirtschaft” (Keynes) war.
Wer die Staaten wieder zum Herr des Geschehens machen will – und dieses Interesse sollte eigentlich jede Bürgerin und jeder Bürger dieser Welt haben – muss an den Regeln dieses Marktes selbst nicht viel ändern. Er muss hauptsächlich das Zustandekommen dieser immensen Geldmengen einschränken, die ohne realwirtschaftlichen Bezug die wahre Macht des Kapitalmarktes ausmachen. Und dazu müsste man das Geldsystem auf grundlegend neue Füße stellen.

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Hamburg hat fast sein gesamtes Kapital verloren

Hamburg hat fast sein gesamtes Kapital verloren (Bergedorfer Zeitung – 22-04-2010 – Seite 4)


Hamburg hat fast sein gesamtes Kapital verloren

(Bergedorfer Zeitung – 22-04-2010 – Seite 4)


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Seien es Länder (Griechenland), Banken oder Gemeinden, sehr viele sind bereits pleite oder stehen am Rande der Pleite. Die Bemühungen der Verantwortlichen gehen allesamt dahin, dass SteuerzahlerInnen “zwangsenteignet” werden, damit die entstehenden Löcher gestopft und die Länder, Banken und Gemeinden noch eine gewisse Zeit weiter machen können. Die endgültige Zahlungsunfähigkeit wird nur verzögert.
Gerettet – und das ist das Fatale – werden nicht etwa die Länder, Banken und Gemeinden, sondern die Gläubiger dieser Einrichtungen.
Die wiederum setzen sich zum allergrößten Teil aus den reichsten der Reichen zusammen. Man kann davon ausgehen, dass der so gerne von Politikern ins Rampenlicht gestellte “kleine Anleger – Leute wie Du und ich” nur zu einem marginalen Teil als direkte Gläubiger betroffen sind.
Das kann jeder Einzelne schon daran ermessen, dass er sich einmal seine eigenen Geldanlagen betrachtet. Sind darin Staatsanleihen (Bundesschatzbriefe und dergleichen) enthalten? Investmentzertifikate?

Die Ungleichverteilung von Geldvermögen ist immens. Die Konzentration des Reichtums in den Händen Weniger hat Ausmaße erreicht, die es unmöglich machen mit den Mitteln der Politik dagegen anzugehen. Zumindest nicht, wenn man nicht bereit ist, das hinter diesen Vermögensentwicklungen wirkende System in Frage zu stellen.
Mit der Belastung jedes einzelnen Steuerzahlers wird die sich bereits an der Schmerzgrenze befindliche Scherenöffnung zwischen Arm und Reich weiter vergrößert.
Doch die Reichen und ihre Helfershelfer in Politik und Wissenschaft sind nicht unsere Gegner.
Das System muss geändert werden, nach dessen Regeln alle handeln. Wir brauchen Regeln, die es erlauben, aus dem Wachstumswahn auszubrechen. Der Schlüssel dafür liegt im Geldsystem. Ein Geldsystem, das es ermöglicht auf Dauer Geld mit Geld zu verdienen ist ein System, das ewiges Wachstum vorgaukelt. Ein solches System muss scheitern.
Noch haben wir die Wahl. Wir können das System erneuern, ohne dass es gezwungenermaßen zu Gewalt, Bürgerkriegen und unendlichem Leid kommt.
Stopfen wir die Löcher weiter mit Steuergeld wird der Zusammenbruch in einem nicht mehr steuerbaren Chaos enden.

Mein Dank für den Hinweis auf die Bergedorfer Zeitung geht an Andreas Rudolf. Link siehe oben.

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Großer Fortschritt bei Berichterstattung zur Krise

Die Ratlosigkeit der Politik im Zusammenhang mit der Krise wird den Menschen angesichts der auf allen Gebieten widersprüchlichen Lösungsvorschläge und Aktivitäten immer bewusster. Schlimm dabei ist, dass auch die meisten großen Medien sich von ihrer Aufgabe, den Medienkonsumenten Orientierung zu geben, verabschiedet haben und statt dessen "Hofberichterstattung" betreiben und das Chaos damit noch vergrößern.

Ein erster wichtiger Schritt in die richtige Richtung ist jetzt aber getan. Erste Fernsehsender haben sich besonnen und berichten jetzt erst einmal so über die Krise:

 

 

Das beruhigt zunächst und macht frei für neue Gedanken. Man darf gespannt sein, ob die dann auch über die gleichen Medien kommen.

Trojanisches Pferd oder Büchse der Pandora

Was auch immer. Aus der Geschichte lernen wäre im Hinblick auf die Weltwirtschaftskrise für alle Beteiligten kein Fehler.

Konjunkturpaket?

Greg Mankiw schlägt Wellen

Der Einfluss des Harvard Professors Greg Mankiw scheint groß genug, um Einfluss auf die FED auszuüben. Nachdem die New York Times Greg Mankiws Vorschlag der negativen Zinsen groß aufgemacht hat, wird dieser Vorschlag mittlerweile weltweit diskutiert.

Mankiw selbst gibt an, dass selten ein Vorschlag von ihm zu einer derartigen Welle von Kommentaren geführt hat.

Tobias Bayer schreibt heute in der FTD darüber und erläutert anschaulich den Weg, der eingeschlagen werden muss, um auch bei negativen Zinsraten noch zu einem steten Geldumlauf zu kommen.

Einleitend schreibt Bayer gar, dass die FED in einer internen Analyse einen Zinssatz von minus fünf Prozent für angemessen hält. Woher diese Information genau stammt, geht allerdings aus dem Beitrag nicht hervor.

Ein wichtiger Schritt ist durch Mankiws Vorstoß auf jeden Fall gelungen. Es ist Bewegung in die Diskussion um Lösungen im Kampf gegen das Krisenhafte im System gekommen. Bewegung, die es erlauben wird, auch in Dimensionen außerhalb der bestehenden Lehrmeinungen zu denken.

Genau das ist es, was wir jetzt so dringend brauchen.

Nicht für möglich zu haltende Dekadenz feiert Urständ

Nachdem in allen westlichen Ländern den Banken riesige Summen Steuerzahlergeldes bereit gestellt und auch schon abgerufen wurde, könnte man meinen Demut wäre nun eine in den Wolkenkratzern der Hochfinanz  angesagte Eigenschaft.

Wie abgehoben und niederträchtig müssen Verantwortliche sein, die kurz nachdem sie 1,6 Milliarden Dollar Steuergelder bekommen haben erst einmal eine Riesensause feiern?

Was TMZ hier über die Chicagoer Bank "Northern Trust" berichtet ist haarsträubend und unglaublich zugleich. Der Bericht enthält Bilder und Videos der verschiedenen Events und scheint wahrheitsgemäß zu sein. Ich schreibe das, weil man in diesem Zusammenhang durchaus auch mit Verschwörungsgeschichten rechnen muss.

Auch der Wortlaut eines Statements der Northern Rock zu den Veranstaltungen wird bereit gestellt.

Erklären kann man sich das eigentlich nur, indem man sich ausmalt, dass diejenigen, welche die Gelder ausschütten mit jenen, welche sie erhalten eng verbunden und sich gegenseitig zu Diensten sind. Dass Politiker schon lange die Bodenhaftung zu dem Volk, das sie eigentlich vertreten sollten, verloren haben, spürt sowieso schon jeder. Dass aber ganz offensichtlich nicht einmal mehr Reste davon übrig sind berechtigt schon zu der Ansicht, die am Ende des Beitrages von TMZ als Zitat von Thomas Jefferson empfohlen wird: "Eine Rebellion, so dann und wann, ist schon eine gute Sache."

Grundsätzliches Umdenken

"Aber solange die Politik nicht zu einem grundsätzlichen Umdenken bereit ist, wird sich das gleiche Spiel sicher in ein paar Jahren wiederholen"

So endet der Beitrag bei PlusMinus "Konjunkturprogramm: Wer bezahlt das alles am Ende?", welcher in der Mediathek der ARD angesehen werden kann.

"Ein paar Jahre" hört sich so an, als hätten wir die jetzige Krise bereits überstanden und haben nun wieder Zeit bis zur nächsten. Beides stimmt natürlich nicht. Das böse Ende der Jetzigen kommt noch und ob dann ein "Weiter-so" überhaupt möglich ist, darf bezweifelt werden. Und falls doch, dann sicher nicht "ein paar Jahre lang".

Vielleicht könnte uns Ursachenforschung weiterhelfen?