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Deutsche Bank brauchte "Stütze" von der FED - 290 Milliarden US-Dollar
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Leserbrief Baumgart
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Enquete-Kommission Wachstum soll Arbeit aufnehmen
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Völlig "unrepräsentative" Umfrage
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Ladis Sonnenuntergang

GesellSchafftKunst – Veranstaltung zum Auftakt des Kunstprojektes

Vom 17. bis 20. Mai wird in der Silvio-Gesell-Tagungsstätte in Wuppertal nicht nur der 150. Geburtstag des Namensgebers des Hauses gefeiert, sondern auch der Beginn eines außergewöhnlichen Vorhabens.
Das Werk Silvio Gesells bezog sich auf die Fragen der Wirtschaft im allgemeinen und auf die der Geld- und Bodenordnung im besonderen.
Wer glaubt, dass das sehr theoretisch und kaum einen “erlebbaren” Bezug hat, liegt falsch.
Silvio Gesell war selbständiger Kaufmann und als solcher ein Mensch mit sehr praktischen Vorstellungen. Sein Hauptwerk heißt nicht von ungefähr “Die Natürliche Wirtschaftsordnung”.
Das inspirierte die Macher von “GesellSchafftKunst”, Karsten Behr, Martin und Andreas Bangemann, zu einem besonderen Brückenschlag zwischen Wirtschaft und Natur.
Die knapp 2ha Wald an der Tagungsstätte wurden kurzerhand zum “Freiluft- und Waldatelier” erkoren. Auf Schritt und Tritt gibt es Dinge zu entdecken, die zeigen sollen, wie sehr Silvio Gesell die Natur zum Vorbild nahm, um seine außergewöhnlichen Lösungsideen für die so drängenden Fragen unserer Zeit zu formulieren.
“Fließen” und “Werden und Vergehen”, die Kreisläufe der Natur also, spielen sowohl in Gesells Vorstellung für eine sozial gerechte Wirtschaftsordnung, als auch in der Natur eine große Rolle.
Die Kunst als Gabe hat in Zeiten der “Kriege” um ein zeitgemäßes Urheberrecht einen ganz besonderen Stellenwert

Die Tagungsstätte wird also ab 17. Mai zu einem “offenen Atelier” für Menschen, die sich für die Umsetzung dieses Brückenschlags interessieren. Viele Exponate und überraschende Entdeckungen erwarten die Besucher bis zum geplanten Ende des Projektes, das wiederum mit einer Tagungsveranstaltung von1. bis 4. November 2012 verknüpft wird. Knapp 6 Monate Zeit um die gewagte Verbindung von Geld und Kunst auf eine ganz neue Weise zu entdecken.

Der Startschuss zu diesem Kunstprojekt erfolgt von 17. bis 20.%. mit einer Tagung als Rahmen, die viele Informationen zum Thema in Form ausgezeichneter Vorträge bietet.
So wird unter anderem Prof. Roland Geitmann zum Thema Demokratie als künstlerische Gestaltungsaufgabe referieren, der Ökonom Werner Onken stellt das Leben und Werk Silvio Gesells vor und Christian Gelleri präsentiert die erfplgreichste Regionalwährung Europas: “den Chiemgauer”

Veranstaltungsort:
Silvio-Gesell-Tagungsstätte
Schanzenweg 86
42111 Wuppertal

Weitere Informationen auf der Webseite der Tagungsstätte

Ein Anmeldeformular zur Veranstaltung, ebenfalls mit weiteren Informationen gibt es hier.

GesellScha(f)ftKunst – in der Silvio-Gesell-Tagungsstätte

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„Hat unser Geldsystem einen Fehler?“ – Vortrag von Steffen Henke

Steffen Henke

Lust auf neues Geld

Finanzkrise: Ursachen-Wirkungen-Lösungen hier gibt’s das A-4 Plakat zum Vortrag.

Referent: Steffen Henke, Finanzkaufmann und Personalcoach, Geschäftsführer der „Neues Geld gemeinnützige GmbH“ Leipzig

Er sagt: Eine krisenfreie Wirtschafts- und Finanzordnung ist möglich!

Viele namhafte Experten und eine große Zahl Aktiver in Nichtregierungsorganisationen arbeiten bereits heute an Plänen zu ihrer Umsetzung. Wir wollen eine breite politische Diskussion zu den Alternativen in Gang zu setzen!

Ort: Evangelisches Haus Schwabach,

Wittelsbacher Strasse 4 , 91126 Schwabach

Datum: Samstag 21. April 2012

14:00 Uhr bis 17:00 Uhr (Einlass ab 13:30 Uhr)

Eintritt: 5 €, Für Speisen und Getränke ist gesorgt.

Information und Anmeldung: vorstand@regio-mark.de

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Polens Notenbankchef sieht griechische Regionalgeld-Lösung als “innovativ” an

In der Financial Times Deutschland vom 28.3.2012 bringt Marek Belka jenen Mut auf, den er selbst in der Diskussion um die besten Lösungen der Euro-Krise nur einzelnen Wirtschaftsprofessoren attestiert.
Er sieht zur Stärkung der griechischen Wirtschaft und deren geringere Leistungsfähigkeit eine zweites, landesinternes Zahlungsmittel als eine mögliche und gangbare Lösung an.
Gute Erfahrungen und ein entsprechendes KnowHow, haben die Initiatoren und Vordenker des deutschen Regiowährungsprojektes “Chiemgauer” bereits im Februar dazu veranlasst, diesen Vorschlag tiefgehend als Lösung darzulegen.
Auch Eckhard Behrens für das Bad Boller “Seminar für freiheitliche Ordnung” hatte einen in diese Richtung gehenden Vorschlag ausgearbeitet.
Um so erfreulicher, dass diese wahrlich innovativen Ideen jetzt sozusagen einen “Ritterschlag” von höchster Stelle bekommen. Es ist anzunehmen, dass Marek Belka seinen jetzigen Vorstoß aus “der Not heraus” formuliert und nicht etwa den genannten Vorlagen entnommen hat, denn die Möglichkeiten für eine Stabilisierung der griechischen Wirtschaft hängen maßgeblich von wirklich neuen Ideen ab, nachdem mittlerweile allen Experten klar sein dürfte, dass “Kaputtsparen” zu nichts Gutem führt.
Bleibt abzuwarten, ob dieser außergewöhnliche Vorschlag bei den europäischen Kollegen in der Politik und bei den Notenbanken jene Nachhall findet, der dann auch in konkrete Schritte der Umsetzung mündet.
Wesentlich wahrscheinlicher ist leider ein Beibehalten des eingeschlagenen Kurses aus Rettungsgeldern und erzwungener Sparpolitik.
Belkas Vorschlag könnte nämlich eine ganze Bugwelle an innovativen Lösungen nach sich ziehen, die für mächtige Turbulenzen am ohnehin getrübten europäischen Polit-Führungshimmel sorgen könnten. Und wenn Politiker eines scheuen, dann sind es Turbulenzen, von deren Ausgang sie nicht wissen, ob sie selbst sie bei den nächsten Wahlen überstehen werden.
Aber wer weiß? Vielleicht ist die Zeit der Mutigen ja auch gekommen!

Alarmierende Reichtumsentwicklung

Steven Rattner kommentiert in der New York Times eine aktuelle Studie der Ökonomen Thomas Piketty und Emmanuel Saez, wonach die aktuelle Entwicklung von Reichtum in den USA alarmierend sei.
Demnach landet der Zuwachs der Einkommen 2010 in Höhe von 288 Milliarden US-Dollar zu 93% bei den 1% Topverdienern des Landes. Selbst innerhalb dieser 1% Topverdiener gibt es eklatante Unterschiede, denn die obersten 0,1 vereinen alleine 37% dieses Zuwachses auf sich. Die danach folgenden 0,9% erzielen 56% des Zuwachses und die 99% am unteren Ende die verbleibenden 7%.
In dem Kommentar geht Rattner leider nur in Bezug auf die Steuersätze auf die unterschiedlichen Quellen der Einkommenszunahme ein, denn es darf davon ausgegangen werden, dass im Bereich der oberen 1% der Zuwachs hauptsächlich auf Einkommen aus Geldvermögen zurückzuführen ist. Rattner vermatscht die Einkommen aus Leistung mit jenen aus Vermögen und kann deshalb auch nur zu dem Schluss kommen, dass eine Erhöhung der Steuern für Superreiche die Lösung sein könnte, die dieser Entwicklung Einhalt gebieten würde.
Doch wenn selbst Superreiche wie Warren Buffet derlei Forderungen an die Politik stellen (ebenfalls in der New York Times), dann sollte doch Skepsis und Nachdenken angesagt sein.
Geldvermögenseinkommen können nur über Zinsen und Zinseszinsen erzielt werden. Zinsen stecken in allen Preisen und allen Steuern und werden somit von allen Konsumenten, Arbeitern und Angestellten gleich welchen Einkommens bezahlt. Wächst das Einkommen der Reichsten übermäßig, geht das über den Zinsmechanismus auf Kosten der weniger Reichen und Armen. Letzteren wird von ihrer Leistung mehr genommen, als in der Zeit davor. Das auf Zins und Zinseszins beruhende Geldsystem verleibt sich die Leistung der Ärmeren zugunsten der Reicheren in einem Maß ein, das zwangsläufig zu einer immer schneller werdenden Verschiebung von den Ergebnissen der Leistung hinzu zu den Reichen führt.
Weder Reich noch Arm kann sich gegen diesen Automatismus wehren.
Die Reaktion, die auch der Kommentator Steven Rattner vorschlägt, nämlich den Reichen über Steuern mehr wegzunehmen ist bestenfalls eine Abschwächung des trotzdem weiter laufenden Verteilungsprozesses, aber keine Lösung auf dem Weg in eine gerechtere Gesellschaft.

Der Zins und Zinseszinsmechanismus nimmt den Fleißigen immer mehr von ihrer Leistung weg. Statt sich darüber Gedanken zu machen, wie man ihnen wieder etwas zukommen lässt, wäre es viel wichtiger und vor allem nachhaltiger, sich die Frage zu stellen:

Wie schaffen wir es, dass allen weniger weggenommen wird?

Klare Worte des Sparkassen-Präsidenten

Heinrich Haasis ist der Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes. In seiner Rede zur Bilanzpressekonferenz 2012 redet er Klartext, im Hinblick auf die jüngsten “Geldflutungen” durch die EZB, aber auch für das Stammbuch jener, die sich so intensiv um die vermeintliche “Geldschöpfung aus dem Nichts” von Geschäftsbanken den Kopf zerbrechen:

“Bei den Kundeneinlagen konnten die Sparkassen 2011 um 2,0 % auf 783,4 Mrd. EUR zulegen. Insgesamt legten die Kunden weitere 15,6 Mrd. Euro in Form von Spar- und anderen Einlagen bei Sparkassen an. Das niedrige Zinsniveau veranlasste die Kunden auch weiterhin, sehr liquide zu bleiben. So stiegen die Termingelder um 10,1 %, die Sichteinlagen um 2 %. Bei den Spareinlagen hingegen war nur ein geringer Zuwachs feststellbar. Immerhin konnten die Institute mit attraktiven Eigenemissionen mit + 4,1 % einen deutlichen Zuwachs erzielen.

Wir erleben allerdings heute in mehrfacher Hinsicht eine sehr ungewöhnliche und schwierige Marktsituation, ich hatte das eingangs angesprochen.

Die EZB flutet die Märkte mit billigem Geld. Unabhängig von der Güte eines Geschäftsmodells oder dem Vertrauen der Kunden werden Kreditinstitute unbegrenzt und langfristig mit Liquidität ausgestattet. Wer sich wie die Sparkassen einen Einlagenüberhang von rund 106 Mrd. Euro mühsam am Markt erarbeitet, sieht sich zunehmend Wettbewerbern ausgesetzt, die Liquidität anstrengungslos erhalten. Für die Sparkassen ist es keine Option, ebenfalls ihr solides Geschäftsmodell umzustellen, Kapital von der EZB zu holen und dieses in hochrentierlichen, aber sehr risikoreichen Investments zu platzieren. Wir stellen aber fest, dass Wettbewerbern mit solchen Geschäftsmodellen derzeit die Gewinne durch den Staat ins Haus getragen werden.

Einzelnen Instituten werden staatliche Mittel ohne angemessene Gegenleistung zur Verfügung gestellt. Es ist unverständlich, dass eine große deutsche Bank für stille Einlagen des Bundes keinerlei Zinsen zahlt. Ihr wurden damit in drei Jahren vom Steuerzahler fast 2,2 Mrd. Euro geschenkt. Das entspricht dem Jahresüberschuss aller deutschen Sparkassen. Oder ich könnte es auch anders sagen: Unsere jährlichen Steuerzahlungen könnten wir zu fast einem Drittel direkt dieser deutschen Großbank überweisen. Man überlässt es dem Institut selbst, seine Konditionen, seine G+V und damit seine HGB-Bilanz so zu gestalten, dass keinerlei Gewinne in Deutschland anfallen und damit auch keine Zinsen gezahlt werden müssen. Das geht so nicht mehr. Andere Institute, die staatliche Hilfe erhalten, werden drastisch verkleinert oder sogar abgewickelt.

Die staatlichen Eingriffe in den Wettbewerb führen schleichend dazu, dass solide Leistungsträger geschwächt und der Anlagemarkt verzerrt wird. Es ist deshalb nicht nur aus Gründen der Stabilität, sondern auch aus Wettbewerbsgründen wichtig, dass die EZB baldmöglichst wieder den Ausstieg aus diesen unbegrenzten Tendermaßnahmen findet. Und der Bund sollte sicherstellen, dass sein Kapital bei dauerhaft bestehenden Banken angemessen verzinst wird.”

Bravo Heinrich Haasis. Mögen Ihnen die nächsten Schritte, wie die Ergründung der Ursachen für diese Geldpolitik, ein wichtiges nächstes Ziel sein.

Walter Meier-Solfrian: „Ökosozial oder katastrophal – Die Politik hat die Wahl“ – Buchrezension von Peter Werner

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Sternzeit: 58957.5 – Kommentar von Wilhelm Schmülling

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Ausgebrannt – Dr. med. Ralf Oettmeier

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Deutscher Yale-Professor Pogge bleibt im Denkgefängnis stecken

Es ist einfach nur schade, dass Yale-Professoren (das hier ist ein Deutscher) bei Fragen der Gerechtigkeit, nicht in der Lage zu sein scheinen, den Sprung in das Systemdenken zu vollziehen.
Wie funktioniert das System?
Wie verändere ich es?
Im Grunde zwei leichte Fragen. Doch was macht ein Yale-Professor? Er philosophiert über die Steuerhöhe, der es zur Rückverteilung bedarf, damit die durch einen Systemfehler erst entstandenen Einkommen wieder weggenommen werden. Unglaublich, aber Zitat:

“Standard: Wie kommt es, dass auch in den USA die Reichen immer reicher werden?

Pogge: Das liegt in erster Linie daran, dass die Reichen in den USA extrem niedrige Steuern zahlen. Das ist mittlerweile immerhin auch im Volksbewusstsein angekommen – nicht zuletzt auch durch Äußerungen von Superreichen wie Warren Buffet. Der schrieb, dass er 15 Prozent Steuern zahle, aber alle, die bei ihm in der Firma arbeiten, müssten prozentuell höhere Abgaben leisten. Lohn wird nämlich mit bis zu 35 Prozent besteuert, Kapitalerträge aber eben nur mit höchstens 15 Prozent. Damit sammelt sich das Geld am obersten Ende an.”

Macht Geld Sinn – Das Programm mit Smartphonecodes

Der Geldkongress 2012

Macht Geld Sinn - Der Geldkongress 2012


Hier finden Sie das Programm des Geldkongresses 2012 „Macht Geld Sinn“ als PDF-Datei mit Codes für Smartphones. Mit rechtem Mausklick über dem Link oder dem Bild können Sie die PDF-Datei durch Auswahl von “Ziel speichern” auf Ihrem Rechner speichern.

Hier die Links zu den Codes für Smartphones zum Abscannen vom Bildschirm:
Programm: Samstag 10.3.12
Programm: Sonntag 11.3.12
Programm: Montag 12.3.12
Programm: Dienstag 13.3.12
Programm: Mittwoch 14.3.12
Programm: Donnerstag 15.3.12
Programm: Freitag 16.3.12

Ungezügelter Irrsinn bei US-Immobilienfinanzierungen

“Freddie Mac wettet gegen die eigenen Kunden”

Es mutet wie ein Treppenwitz an, ist aber für die aktuell Betroffenen bitterer Ernst. Nachdem vor 2008 der US-Immobilienmarkt von allzu lascher Handhabung bei der Ausreichung von Immobilienkrediten geprägt war, schlug dieses Pendel nach 2008 in die andere Richtung aus. Mit fatalen Folgen, wie sich immer öfter zeigt.

Das staatseigene Hypotheken-Unternehmen “Freddie Mac” wurde 2009 durch massives Eingreifen vor allem der FED vor dem Zusammenbruch gerettet. Freddie Mac nahm die für sie vorgesehene Aufgabe, “die Chancen für Wohneigentum aller Amerikaner zu verbessern”, so ernst, dass sie offenbar alle in Europa und Deutschland bekannten “Sicherheitsmaßnahmen” im Zusammenhang mit der Vergabe von Krediten missachteten und der Krise, die uns bis heute begleitet, den Ausbruch bescherte.

Ohne exponentielles Wachstum der weltweiten Geldvermögen, wäre das so wenig möglich gewesen, wie ohne die Kreativität der “Verpackungskünstler” am internationalen Finanzmarkt, die es verstanden auch die faulsten Kredite in glitzernde und vermeintlich renditeträchtige Papiere zu hüllen, die vor allem in Europa reissenden Absatz fanden. So weit so gut. Das ist Schnee von gestern.

Doch die Geschichte geht natürlich weiter. Neben dem Staat, der die beiden Immobilienfinanzierer (Fannie Mae und Freddie Mac) mit rund 169 Milliarden US-Dollar gestützt hat, war es vor allem die FED, die ab 2009 begonnen hat, den “toxischen Schlamm” aus den Bilanzen der beiden aufzukaufen. Was das für die Bilanz der FED bedeutete zeigt sich in der Grafik der New York Times von 2010 sehr schön. Demnach schlummern in der FED-Bilanz bereits Billionen”werte”, die von Fannie Mae und Freddie Mac stammen.

Heute geht es Freddie Mac offenbar wieder so gut, dass sie es sich leisten können, Wetten gegen die eigenen Kunden abzuschließen. Der nach wie vor staatseigene Betrieb schließt sie in großem Stil auf dem Kapitalmarkt ab. Dabei setzt das Unternehmen darauf, dass seine eigenen Kunden ihre Kredite nicht mehr bedienen können! Nach Recherchen zweier unabhängiger, gemeinnütziger US-Nachrichtendienste geht es bei diesen Spekulationen um Milliardenbeträge.

Die jetzt restriktiven Anforderungen an alte und neue Immobilien-Kreditnehmer führen logischerweise zu zunehmenden Zahlungsschwierigkeiten bei den Betroffenen. Dieses Risiko wird durch Wetten auf dieses zwangsläufig eintretende Ereignis ausgeglichen. Und das von einem staatlichen Unternehmen, das durch den Staat gerettet werden musste, indem man die Anleger (die oberen 1%) auf Kosten der Steuerzahler schadlos gehalten hatte.

Einmal mehr wurden die Geldvermögen gerettet und die Schulden und der dazugehörige Kapitaldienst zu den Steuerzahlern verlagert.

Diese Art der Rettung hat sich mittlerweile international etabliert. In Europa kennt man auch nichts anderes.

“Überwindung der Finanz- und Wirtschaftskrise durch eine Geldreform”

Das ist das Thema der “Mündener Gespräche” von 16. bis 18. März 2012 in der Reinhardswaldschule in Fuldatal (Simmershausen).
Gleich zwei Jubiläen werden dabei gefeiert.
Es handelt sich nämlich um die 50. Mündener Gespräche und Anlass ist der 150. Geburtstag des Sozialreformers Silvio Gesell, der auf den 17. März fällt.

Sein Hauptwerk “Die Natürliche Wirtschaftsordnung” enthält einen bis heute nicht gehobenen “Schatz” und äußerst wertvolle Lösungsvorschläge für die Krise, in der wir mittendrin stecken.
Entsprechend spannend und zeitgemäß besetzt ist diese Tagung.

Das Programm als PDF.

RheinReden 2012

Die Melanchthon-Akademie in Köln hat ihre Jahresschrift “Rheinreden 2011″ herausgebracht.
Themenschwerpunkt: “Zu einem besseren Verständnis der Wirtschaftskrisen 2008 – 2011 – Aufgaben der Bildungsarbeit”. Für 5.-€ bietet die Broschüre auf 108 Seiten Informationen, denen man große Verbreitung wünschen würde.
Auf in den Shop und dann, schön verpackt, ab damit unter den Weihnachtsbaum…

RheinReden 2011

RheinReden 2011

Sehnsucht nach „der“ Volkspartei?

Während über die Parteitage der “Etablierten” nüchtern und meist ergebnisorientiert berichtet wird, reizt der Bundesparteitag der Piratenpartei die großen Medien zu flankierenden Maßnahmen, welche die derzeit erfolgreichste „Splitterpartei“ in ein eher schlechtes Licht rücken.
Die “Tagesschau” bringt dabei die eher unbekannte Politologin Katja Kullmann in Position, um Äußerungen, wie

„Ich würde mir wünschen, dass wieder soziale Standpunkte bezogen werden“ oder

„Ich wünsche mir große, starke, verlässliche Parteien. Eigentlich wünsche ich mir sogar die Rückkehr der Volkspartei statt lauter kleiner Klientel-Parteien.“

als Gegenposition zu den politischen Emporkömmlingen aufzubauen, denen man eher Neoliberalismus unterstellt, als ein soziales Gewissen. Den Beweis liefert Frau Kullmann gleich mit, denn sie hat gezählt, dass im Parteiprogramm der Piraten „acht- oder neunmal“ das Wort „individuell“ und nur einmal „solidarisch“ vorkommt.

„Die“ Volkspartei von Frau Kullmann findet sich demnach irgendwo links der Mitte. Dort wo „Solidarität“ als Hülsenfrucht reichlich in Parteiprogrammen und offiziellen Verlautbarungen ausgesät wird. Wenn Helmut Schmidt beim SPD-Parteitag mit „Europa braucht ein mitfühlendes Herz“ um europäische Solidarität wirbt, dann muss das bei den „Opfern“ der SPD-Hartz-IV-Reformen wie Hohn in deren Ohren klingen.
Um das Erfrischende an den Piraten zu erkennen, braucht es Menschen, die bereit sind, zunächst einmal alles in Frage zu stellen und auf seinen Zukunftswert hin zu beurteilen. Die Tatsache, dass die Piraten noch kein festgeschriebenes Wirtschaftsprogramm haben und statt dessen auf die innerparteilichen Findungs- und Entwicklungsprozesse hinweisen, macht sie nur noch sympathischer. Während die etablierten Parteien von ihren Wirtschaftsprogrammen auch dann nicht abrücken, wenn um sie herum das Wirtschafts- und Sozialgefüge in sich zusammenfällt, halten sich die Piraten in dieser Frage noch alles offen. Das birgt die große Chance, dass sie 2013 mit echten Alternativen zu Fragen des Geldsystems antreten können.
Auf zukünftige „Volksparteien“ mit viel „solidarisch“ im Programm, aber wenig Substanz in den wichtigen Fragen der jetzigen Wirtschaftskrise können wir und alle zukünftigen Generationen geflissentlich verzichten. Ob es die Piraten oder andere junge Parteien letztlich sind, die mit Alternativen aufwarten, die diesen Namen verdienen sei dahingestellt. Alleine die Tatsache, dass den Etablierten ihre „TINA“ um die Ohren gehauen wird, ist schon ein Segen. Auch wenn „Katja“ das nicht wahrhaben will.

Was sind Schulden?

Diese Frage ist eigentlich ein wunderbarer Ansatz, um den Dingen auf die Spur zu kommen, die uns ganz aktuell aus der Bahn zu werfen scheinen.
Professor Michael Hudson von der Universität von Missouri ist dieser Frage am 2.12.2012 im Feuilleton der FAZ nachgegangen und liefert einen sehr lesenswerten Beitrag ab.

Er erzählt eine wunderbare, erhellende Geschichte von Schulden.
Dennoch, am Ende bleibt der fade Geschmack, dass Schulden per se etwas Schlechtes sind, die entweder erst gar nicht entstehen oder regelmäßig erlassen werden sollten. Letzteres ist unter Umständen ein, wenn auch nicht neuer, aber dennoch guter Gedanke. Ersteres zweifelhaft, da es auch in kooperativen Gesellschaften in naher Zukunft kaum aus der Welt zu schaffen sein wird, dass Menschen “vorleisten” müssen. Kooperation und das entstehen von Schuldverhältnissen – oder sagen wir besser Kreditverhältnissen, denn das lateinische “credo” kommt der Wahrheit schon sehr nahe – sind Dinge die zusammen gehören. In dem Text von Prof. Hudson kommt nicht zum Ausdruck, dass wir es mit einem Fehler im System zu tun haben, der Schulden letztlich zu unebzahlbaren macht. Wenn Geldvermögen von selbst und Schulden zwangsläufig mitwachsen, dann müssen wir den Gesetzmäßigkeiten auf die Spur kommen, die dieses unendliche Wachstum hervorrufen und nicht das völlig normale Entstehen von Kreditverhältnissen an den Pranger stellen.
In der jetzigen “Spätphase” des Kapitalismus machen Schuldenerlasse zur Abschwächung der entstandenen Ungleichverhältnisse ihren Sinn. Um derlei Verhältnisse danach (nach dem “Neustart”) aber nicht wieder entstehen zu lassen, braucht es ein Geldsystem, das es unmöglich macht, Geld mit Geld zu verdienen.

150. Geburtstag des Sozialreformers Silvio Gesell

2012 – 150. Geburtstag des Sozialreformers Silvio Gesell.
Die Erkenntnisse der „Natürlichen Wirtschaftsordnung“, dem Hauptwerk Silvio Gesells, sind durch den wachsenden Leidensdruck, der über die Finanzmärkte immer stärker auf alle Menschen einwirkt, aktueller denn je. Aus diesem Grund wird das „Gesell-Jahr“ 2012 auch für viele Organisationen und Gruppen im Rahmen von Veranstaltungen genutzt, um darauf aufmerksam zu machen, dass es sehr wohl Alternativen zu jenem politischen Handeln gibt, das immer mehr Menschen als wirkungslos und interessengetrieben wahrnehmen.

Die „Sozialwissenschaftliche Gesellschaft 1950 e.V.“ mit Sitz in Hamburg wird deshalb ihre traditionellen „Mündener Gespräche“ vom 16. bis 18. 3. 2012 in Fuldatal-Simmershausen ganz im Zeichen dieses runden Geburtstages durchführen.

Werkauswahl Gesells unter dem Titel „Reichtum und Armut gehören nicht in einen geordneten Staat“

„Reichtum und Armut gehören nicht in einen geordneten Staat“


Jetzt erschien im „Verlag für Sozialökonomie“ aus Anlass dieses Jubiläums eine Werkauswahl Gesells unter dem Titel „Reichtum und Armut gehören nicht in einen geordneten Staat“ die Sie in unserem Shop beziehen können.

Geld reGIERt die Welt – Ein Chansonabend

In Essen findet jeden 2. Dienstag im Monat ein Treffen der Leser der HUMANEN WIRTSCHAFT statt. Zum Jahresabschluss 2011 wird es am 13.12. ein ganz besonderes Erlebnis geben.
Das Hinterhoftheater SAGO unter der Leitung von Isabel Sandig und Ralf Gottesleben hat sich einen Chansonabend ausgedacht, der sich szenisch und musikalisch der Finanzwelt widmet.
Ein kultureller und kulinarischer Schmaus zum Jahresausklang.
Treffpunkt ist die Katharinenstr. 14 in Essen um 17 Uhr.
Start des Liederabends ist um 17:30 Uhr im Hinterhoftheater SAGO in der Reginenstr. 12 in Essen-Rüttenscheid.
Weitere Informationen siehe hier:
Geld regiert die Welt – SAGO

(Hu)manigfaltiges – Kurznachrichten und Hinweise – 06-2011

Datei herunterladen (PDF, 1.74MB)

Völlig „unrepräsentative“ Umfrage

Die Tagesschau will herausfinden, wie die Menschen die Arbeit der Regierung in Schulnoten einschätzen.

Absolut nicht repräsentativ, versteht sich:

Tagesschau-umfrage

Da kann man nicht mehr von „versetzungsgefährdet“ sprechen.

Das ist „chancenlos“.

Posted via email from HUMANE-WIRTSCHAFT

Jahresfeier 2011 HUMANE WIRTSCHAFT

Auch in diesem Jahr lädt die HUMANE WIRTSCHAFT ihre Leserinnen und Leser zur Jahresfeier nach Wuppertal ein.
Von 4. bis 6. November 2011 wird die Wirtschaft “Vom Kopf auf die Füße gestellt”

Wie immer haben wir ein Programm zusammengestellt, welches das aktuelle Tagesgeschehen einbezieht und aufzeigt: Es gibt sehr wohl Alternativen in Zeiten der Verschuldungs- und Eurokrise.

Link zum vollständigen Programm als PDF

Link zum vollständigen Programm als PDF

Unter dem Motto „Vom Kopf auf die Füße – Wirtschaft muss dem Menschen dienen“ treffen sich viele Leserinnen und Leser, Autorinnen und Autoren und sämtliche “Macher” der Zeitschrift in Wuppertal. Wie immer wird wertvolles Wissen vermittelt, Ideen und Projekte vorgestellt, die zum Mitmachen und aktiven Beteiligen einladen. Die geselligen Runden und die vielen menschlichen Begegnungen haben die Feier zu einem Höhepunkt in jedem Jahr werden lassen.

Dieses Jahr lohnt es sich ganz besonders, denn es werden unter anderem auch alle Projekte des nächsten Jahres vorgestellt und das sind enorm viele und vor allem große Projekte. Viele der Veranstalter werden da sein und darüber berichten.

Seien Sie dabei und melden sich gleich an.
Hier klicken für Anmeldeformular

HUMANE WIRTSCHAFT auf der Umweltmesse Lüneburg – Bilder von Frau Schmied

Die HUMANE WIRTSCHAFT war wieder einmal unterwegs. Am 3. und 4. September 2011 veranstaltete der Verein TUN e.V. – Technik – Umwelt – Natur die 17. Lüneburger Umweltmesse.

Wir waren dabei und durften wieder viele Leser aus dem norddeutschen Raum an unserem Infostand begrüßen.

<-- weitere Bilder und Infos zur Messe sind als Link hinter dem Bild hier links zu erreichen.

Informationen zur Beteiligung der HUMANEN WIRTSCHAFT über unsere Geschäftsstelle in Neustadt an der Aisch.







HUMANE WIRTSCHAFT auf der Umweltmesse Lüneburg

 

Die HUMANE WIRTSCHAFT ist wieder einmal unterwegs. Am 3. und 4. September 2011 veranstaltet der Verein TUN e.V. – Technik – Umwelt – Natur die 17. Lüneburger Umweltmesse.

Wir freuen uns darauf, wieder viele Leser aus dem norddeutschen Raum an unserem Infostand begrüßen zu dürfen.

Infos zur Messe sind als Link hinter dem obigen Bild zu erreichen.

Informationen zur Beteiligung der HUMANEN WIRTSCHAFT über unsere Geschäftsstelle in Neustadt an der Aisch.

“Schluss mit der Verhätschelung der Superreichen”

Erwarten würde man derlei Sätze in der Presse von Politikern des linken Lagers. Doch das ist die Überschrift eines Beitrages des Multi-Milliardärs Warren Buffet in der New York Times vom 15.8.2011!

In dem Text schildert der Superreiche einige interessante Details, wie zum Beispiel die Tatsache, dass er letztes Jahr knapp 7 Millionen US-Dollar Einkommenssteuern bezahlt habe, was umgerechnet einem Anteil von 17,4 % seines zu versteuernden Einkommens entsprochen hätte. Damit, so Warren Buffet, läge er deutlich unter dem Wert der 20 Mitarbeiter in seinem Büro, deren Steuersatz zwischen 33 und 41 % liegen würde.

Bevor ich auf diese Berechnung noch näher eingehe, will ich noch kurz den Tenor des Beitrages in der NYT zusammenfassen: Die Superreichen werden nach Meinung von Warren Buffet demnach vom Staat viel zu gering belastet. Die Superreichen würden sich nach seiner Kenntnis bei ihren Investitionsentscheidungen in keiner Weise davon leiten lassen, wie hoch die zu zahlenden Steuersätze wären.

People invest to make money, and potential taxes have never scared them off. And to those who argue that higher rates hurt job creation, I would note that a net of nearly 40 million jobs were added between 1980 and 2000. You know what’s happened since then: lower tax rates and far lower job creation.

 

“Menschen investieren, um Geld zu verdienen und potentiell zu bezahlende Steuern haben sie noch nie davon abgehalten.  Und für diejenigen, die argumentieren, dass höhere Steuern die Schaffung von Arbeitsplätzen verhindern, weise ich auf die Schaffung von 40 Millionen zusätzlichen Jobs zwischen 1980 und 2000 hin. Wir alle wissen, was seither passierte: geringere Steuerraten und viel weniger neue Jobs.”

Warren Buffet plädiert in dem Beitrag für eine höhere Besteuerung der Reichen, explizit bei jenen, deren Einkommen fast nur aus Kapitaleinkünften besteht, bei gleichzeitiger Steuerentlastung der unteren Schichten, die sich mit Arbeit über Wasser halten müssen. Er will das Problem des staatlichen Haushaltsdefizits von der Einnahmenseite her lösen und das nahezu ausschließlich unter Inanspruchnahme der Superreichen.

Mein Kommentar dazu:

Wenn meine etwas eingerosteten Rechenkünste mich nicht trügen, dann lässt sich aus den Zahlen schließen, dass das zu versteuernde Jahreseinkommen 2010 bei Warren Buffet rund 40 Millionen US-Dollar waren. Die Forbes-Liste 2011 weist ihn als drittreichsten Mann der Welt mit einem Geldvermögen von 50 Milliarden! US-Dollar aus.

Lassen wir einmal ein mögliches Einkommen aus Arbeit bei Warren Buffet unbeachtet und gehen bei ihm von 40 Millionen Dollar Einnahmen aus seinem Vermögen aus, dann hätte er eine Rendite von 0,08 % (0,8 Promille) eingefahren! Ob er damit wohl in Fragen der Geldanlage so gefragt wäre, wie das weltweit der Fall zu sein scheint?

Zäumen wir das Pferd andersherum auf: Wenn wir Warren Buffet für einen sehr auf Sicherheit bedachten Geldanleger halten und er geringe Renditen in Kauf nimmt und deshalb lediglich auf eine Rendite von 2 % in Bezug auf sein Vermögen pro Jahr kommt, dann wäre das ein zu versteuerndes Einkommen von 1 Milliarde US-Dollar. Wenn er darauf dann 7 Millionen Dollar Einkommensteuer bezahlt hat, liegt seine Steuerlastquote bei 0,7 % von seinem tatsächlichen Einkommen und nicht bei 17,4 %, wie er das in dem Beitrag angibt. Die Berechnung, die herauskommt, wenn man von den viel wahrscheinlicheren 5 oder mehr Prozent Rendite ausgeht, habe ich einmal versucht in nachfolgendem Diagramm, neben den laut Warren Buffet angegebenen “realen” Werten darzustellen. Die Linien stellen die möglichen Steuern dar, welche Warren Buffet bei unterschiedlichen Lasten von 17,5% – rote Linie -(wie derzeit von ihm bezahlt), 36% – orange Linie – (wie im Durchschnitt von seinen Mitarbeitern aus dem Arbeitslohn bezahlt) oder 49% – grüne Linie – (wie von vielen Amerikanern sicher gerne gesehen). Die Diskrepanz von den tatsächlich von ihm bezahlten 7 Millionen US-Dollar bis zu den knapp zwei Milliarden US-Dollar, die bei 49%-iger Besteuerung, ausgehend von einer 8% Rendite auf sein Geldvermögen, steht ungefähr in einem Verhältnis von 1:285

 

Warren Buffets Welt der Steuern 

Der Versuch, den Warren Buffet damit unternimmt, muss fadenscheinig genannt werden. Doch was bewegt ihn dazu, die Superreichen in ein besseres Licht zu rücken? Derlei Überlegungen haben die Angehörigen der Forbes-Listen doch noch nie unternehmen müssen. Das System ist automatisch auf ihrer Seite, egal welche Politik gerade gemacht wird.

Ich deute es als ein Zeichen dafür, dass die Superreichen beginnen zu erkennen, was der weitere Verlauf der Wirtschaftskrise für sie selbst bedeuten könnte. Gewalt kommt mit ins Spiel. Gewalt und zunehmender Hass auf die Profiteure dieses als zutiefst ungerecht wahrgenommenen Systems. Die Gefahr für Leib und Leben gesellt sich zu den Gefahren eines Vermögensverlusts durch die weitere Krisenentwicklung. Es gilt also erstmals, eigene populistische Maßnahmen zu ergreifen, die zeigen, wie gut, menschlich und mitfühlend in Wahrheit die Superreichen sind. Die Superreichen scheinen sich aktiv, mit offenem Visier, in die Politik einbringen und ihr Image aufpolieren zu wollen.  In den USA hat – anders als hierzulande – die Philantropie  schon immer einen hohen Stellenwert und wird auch immer schon bewusst kommunikativ eingesetzt, um die Nähe der Superreichen zu ihren ärmeren Landsleuten auch in Form wohltätigen Verhaltens zu demonstrieren. Kritiker behaupten, diese Art der Wohltätigkeit geschehe nur in seltensten Fällen ohne Ziele, die wiederum der Sicherung des eigenen Reichtums dienen. Fakt ist, dass trotz aller Philantropie auch nach Abzug der vermeintlichen Wohltätigkeit unter den 20 reichsten Menschen der Welt acht US-Bürger sind.

Systemwechsel unerwünscht

Ich vermisse bei diesem Beitrag in der New York Times aber etwas ganz entscheidendes. Warren Buffet geht selbst auf die immensen “leistungslosen” Einkommen seiner superreichen Kollegen ein und setzt sie in Beziehung zu den Leistungen aus Arbeit nicht nur seiner eigenen Mitarbeiter,  sondern auch all der anderen Menschen, die auf Jobs angewiesen sind. Und dennoch: In keiner Silbe hinterfragt er diese paradoxe Welt, in der die einen quasi automatisch auf Kosten der anderen reich und superreich werden. Und obwohl er höhere Steuern für sich selbst fordert, tut er das mit einer Verblendung der Wahrheit, selbst seiner eigenen im Hinblick auf sein wahres Einkommen. (siehe Tabelle oben)

Ein armseliger Versuch, der nichts gutes bedeutet, weil keinerlei Einsicht zu spüren ist. Einsicht, dass wir ein völlig  anderes System brauchen. Eines, bei dem man nicht mehr leistungslos superreich werden kann, nur weil man schon reich ist.

Fazit: Die Superreichen wollen die Politik darin unterstützen, den unweigerlichen Zusammenbruch des Systems so lange wie möglich hinauszuzögern. Die Politiker tun das, in dem sie immer mehr Lasten von zahlungsunfähigen Schuldnern (Banken und ganze Länder) auf die Steuerzahler – vor allem die zukünftigen – übertragen. Die Superreichen, indem sie sich ein klein wenig mehr von dem wegsteuern lassen wollen, das sie ohnehin einnehmen, ohne je dafür etwas zu leisten.

Die “LiberTytanic” des 21. Jahrhunderts steuert weiter unter Volldampf auf den internationalen Kapitalsystem-Eisberg zu. Und solange die Musik noch spielt, werden alle weitertanzen, auch dann noch, wenn die ersten schon “ertrunken” sind.

 

Erste Konservative schütten das Kind mit dem Bade aus

Anders lassen sich die lauter werdenden Äußerungen von als konservativ bekannten Medien und Politikern kaum interpretieren.
Die Ereignisse in England haben eine schockierende Brutalität und kommen hierzulande offenbar so manchem schon viel zu nahe. Griechenland wähnte man da weiter weg und deren Probleme sah man als eher hausgemacht an. Doch mit dem spürbarer werdenden Gefühl von Gewalt auf der Straße, wächst die Unruhe, ob denn die jahrelang verfolgte Politik, die dem Neoliberalismus den Weg gebahnt hat, eigentlich richtig war.
Wenn der Herausgeber der FAZ, Frank Schirrmacher, unter der Überschrift “Ich beginne zu glauben, dass die Linke recht hat” zu Wort meldet, dann darf man das schon als kleine Sensation werten. Als linkes Kampfblatt hat sich die FAZ bisher keinen Namen gemacht. Schirrmacher nimmt in seinem Beitrag den ursprünglich von dem englischen Konservativen Charles Moore zugespielten Ball auf, den dieser in direkter Reaktion auf die englischen Unruhen lostrat.
Schirrmacher erwähnt auch die Rede des ehemaligen CDU-Ministerpräsidenten Erwin Teufel, der wohl als erster deutscher Politiker in dieses Horn stieß.

Doch, was machen all diese bisher konservativen Denker und Politiker in dieser vertrackten Situation?
Sie werfen sich in das Lager derer, die sie bisher verbissen bekämpft haben, offenbar weil sie sie als einzige verfügbare Alternative sehen. Doch was haben die Linken als Lösung anzubieten, das in dieser Phase der Krisensituation als neu bezeichnet werden könnte?
Eine Finanzmarkt-Regulierungswut mit Einzelmaßnahmen, von denen niemand weiß, was sie am Ende bewirken werden! Nicht zu vergessen, das “erfolgreiche” Rezept der Forderung nach höheren Löhnen für die Beschäftigten und höheren Steuern von den Reichen. Nirgendwo bei den Linken ist ein Konzept für eine nachhaltige Wirtschaftspolitik zu entdecken, das diesen Schritt erster konservativer Kräfte auch nur im Ansatz rechtfertigen würde. Die bisher proklamierte Alternativlosigkeit liberal-konservativer Politik beginnt sich auf die andere Seite zu bewegen, hin zu jenen, die auch Alternativlosigkeit können, nur eben von links.

Statt jetzt alles in Bausch und Bogen über Bord zu werfen, bedarf es doch erst einmal einer genauen Analyse der eigentlichen Ursachen des Desasters. Warum trauen sich die Verfechter der Marktwirtschaft da nicht dran?
Es ist ihre letzte Rettung und gleichzeitig die von Millionen Steuerzahlern und den vom System Ausgegrenzten. Das Geldsystem hat einen kapitalen Fehler und muss erneuert werden, um die Marktwirtschaft zu retten.

Der hilflos, ängstliche Schwenk nach links würde wahrlich bedeuten, das Kind mit dem Bade auszuschütten. Zumindest so lange, wie die Linken kein schlüssiges Konzept für die Marktwirtschaft der Zukunft vorlegen. Einer Marktwirtschaft ohne Kapitalismus.

“Die oberen Plätze zählen…

…denn nur oben geht es noch weiter nach oben. Unten fallen immer mehr heraus aus der ökonomischen Gleichung “Mehr Markt=Mehr Konkurrenz= Mehr Wohlstand”"

Bis hierher ist das ein Zitat aus diesem ausgezeichneten Dokumentar-Film, der bei Arte lief und von der US-Künstlerin Tina Barney berichtet.
Das besondere an Tina Barney und ihrer Fotografie-Kunst ist ihre Herkunft. Sie stammt selbst aus der obersten Eliteklasse der Weltstadt des Kapitals: New York.
Der Film zeigt wie außergewöhnlich die Arbeit von Tina Barney ist, denn der tiefe Einblick in die Welt der Reichen und Schönen ist – ohne direkt anzuklagen – eine Art Hilferuf der weltweiten Gemeinschaft. Ein Hilferuf des untergehenden Sozialwesens, das so sehr auf eine relative, innere Ausgeglichenheit angewiesen ist, wenn es nicht untergehen und in die Barbarei abgleiten soll.
Tina Barney kann ein Lichtblick sein, wenn wir an die mitten unter uns schwelende Wirtschaftskrise denken, die sehr viel mit der Scherenentwicklung im Sozialwesen und deren Ursachen zu tun hat. Tina Barney kann als eine Art Symbol mithelfen, die Wende zu einem Neuanfang von Wirtschaften und Geldsystem gemeinsam zu schaffen; die Ausgegrenzten gemeinsam mit den vom System Privilegierten.
Nur so lässt sich noch ein leidvoller Totalzusammenbruch vermeiden, an dessen Ende alle, die Ausgegrenzten und die Privilegierten, gemeinsam untergehen würden.
Die Politik scheint es nicht zu schaffen, die Krise so zu bewältigen, das wir vor dem Schlimmsten bewahrt werden. Das zeichnet sich mit jeder Maßnahme deutlicher ab.
Die Kunst könnte es schaffen, die Menschen direkter zu erreichen und so die notwendigen Veränderungen von unten nach oben zu erzeugen.
Eine spannende Zeit:


US-Bank führt “Umlaufsicherung” auf Giroguthaben ein

Wie die Financial Times Deutschland (FTD) schreibt, führt einem Bericht des Wall Street Journal (WSJ) zufolge die US Bank “Bank of New York Mellon”(BNY) Gebühren für Guthaben auf den bei ihr geführten Girokonten ein.
Offenbar haben die Kunden der Bank 160 Milliarden US-Dollar auf Girokonten der Bank “geparkt”, wodurch der Bank einerseits Kosten bei der FDIC (Gesetzliche Einlagensicherung) entstehen und sie andererseits auch keine Möglichkeit habe, die Beträge für Geschäfte zu nutzen, da die Gefahr des jederzeitigen Abrufs der Einlagen drohe.
Die Vermutung, wonach die Banken generell stark an Problemen der “Fristentransformation” leiden, wird zwar nirgendwo nachvollziehbar statistisch aufbereitet, aber Berichte wie der über diese große US-Bank deuten zumindest an, dass es diesbezüglich Handlungsbedarf gibt, bzw. sogar erhebliche Gefahren lauern.
Die BNY erhebt die Gebühren von voraussichtlich 0,13 % (Im Jahr?) auch nur von Kunden, die mehr als 50 Millionen US-Dollar auf diese Weise geparkt haben. Das wiederum ist auch ein Indiz für sich immer mehr zuspitzende Verteilung von Geldvermögen auf sehr Wenige.
Natürlich verfolgt die Bank mit der Gebührenmaßnahme keine politischen Ziele hin zu einer Änderung des Geldsystems, sondern hat nur die eigene Kostenstruktur im Fokus. Dennoch beweist die Maßnahme, dass der Druck, der durch die enormen flüssig gehaltenen Geldvermögen auf das Gesamtsystem ausgeübt wird, zu Überlegungen führt, die noch vor ein paar Jahren undenkbar gewesen wären.
Man darf gespannt sein, inwieweit das Beispiel dieser Bank Schule macht und es zu einer allgemein anerkannten Gepflogenheit wird, wonach das Halten (man könnte auch sagen “das zeitweise Horten”) von Geld zu Kosten für den Halter führt.

Zinslose Kredite sind der “Sozialismus der Reichen”

Zinslose Kredite wünschen sich manche hochverschuldeten Unternehmer und Privatleute. Doch im richtigen Leben gibt es das nur für Einrichtungen, die “zu groß zum Scheitern” (“too big to fail”) sind.
Laut dem im Juli 2011 veröffentlichten Bericht zu den Krediten, die anlässlich der Wirtschaftskrise ab 2007 durch die FED (US-amerikanische Notenbank Federal Reserve) ausgereicht wurden, gibt es praktisch kaum eine westliche Großbank, die nicht mit riesigen Summen bedacht wurde.
Von Dezember 2007 bis Juni 2010 hat die FED unzählige Banken, Unternehmen und Staaten durch “frisch gedruckte Dollars” vor dem Zusammenbruch gerettet, der ihnen gedroht hätte, wenn sie die Verluste, die sie selbst zu verantworten hatten, realisiert hätten. Demnach hat die FED insgesamt 16 Billionen US-Dollar an Banken, Unternehmen und Staaten ausgereicht und jetzt nur unter enormem politischen Druck die Nutznießer dieser Kredite veröffentlicht.
Unter den Empfängern befinden sich an vorderer Stelle auch deutsche Banken. Die Deutsche Bank z.B. erhielt auf diesem Weg 354 Milliarden US-Dollar!
Weshalb die FED diese Zahlen am liebsten für immer verheimlicht hätte ist angesichts der derzeitigen Diskussion um die Anhebung der Schuldenobergrenze und den damit verbundenen Sparhaushalten für die “kleinen Leute” auch klar.
Unglaublich – aber wohl wahr – scheint, dass diese Mittel als zinslose Kredite ausgereicht und bis heute nicht getilgt wurden.
Thomas H. Greco zitiert diesbezüglich den US-Senator Bernie mit der Einschätzung, es handle sich um den “Sozialismus der Reichen”.
Im Boot des Kapitalismus fahren wir auf den Abgrund zu. Für diese Einschätzung bedarf es keiner hellseherischen Kräfte. Ob wir das Boot vor dem Sturz ins Ungewisse verlassen oder den Weg in ungewisse Tiefen antreten, um am Ende vielleicht zu den Überlebenden zu zählen, hängt von der Kraft und dem Mut ab, den wir in naher Zukunft entwickeln. Sich dabei auf Politiker und Eliten zu verlassen, hieße den Fall in die Tiefe in Kauf zu nehmen.
Für einen rechtzeitigen Neuanfang zu sorgen, hieße, sich auf die Suche begeben. Auf diesen Webseiten ist das gar kein so schlechter Anfang.

Spekulation mit Nahrungsmitteln

Die Organisation "WEED" hat einen sehr informativen Film zur Spekulation mit Nahrungsmitteln auf Youtube gestellt.

Darin wird deutlich, dass sich die Nahrungsmittelpreise in zunehmendem Maße nicht mehr durch Angebot und Nachfrage der realen Güter bilden, sondern durch die Spekulation mit Kapitalmarktpapieren, deren "Erschaffung" einzig der Bereicherung der beteiligten Händler und Spekulanten dient.
Diesbezüglich auch sehr lesenswert ist der Beitrag von Marco Meng "Wie Spekulanten die Preise treiben" in der neuesten Ausgabe der HUMANEN WIRTSCHAFT
Insofern WEED  in dem Film den Gründen für die immense Zunahme der Spekulation im Laufe der Zeit auf die Spur geht, bleibt sie leider im System stecken. Natürlich spielen die gesetzlichen Erleichterungen beim Marktzugang eine gewisse Rolle, aber sicher nicht eine, die das ganze Ausmaß der Entwicklung erklärt.
Der Druck auf die Politiker, den Handel mit spekulativen Rohstoffpapieren zu vereinfachen, wurde vor allem durch das wachsende Kapital weltweit ausgelöst. Geldvermögen vermehren sich von selbst durch Zins und Zinseszins. Dieses systematische Wachstum braucht Anlageformen, die von der Realwirtschaft schon lange nicht mehr dargestellt werden können. 
Die strengere Regulierung von Teilen des internationalen Kapitalmarktes, wie sie WEED und beispielsweise auch "attac" fordern, löst das ursächliche Problem der von selbst wachsenden Geldvermögen nicht. Diese Geldvermögen werden durch die Einschränkungen zu anderen "Spielwiesen" umgeleitet und kein Mensch weiß, welchen Schaden sie dort anrichten.
Um nicht falsch verstanden zu werden: Natürlich muss die Spekulation mit Rohstoffen strenger geregelt werden. Doch wird das in der gegenwärtigen Situation nur etwas nutzen, wenn wir uns gleichzeitig mit den Wirkungen des Systems selbst beschäftigen und Lösungen suchen, die das Problem wachsender Schulden und Geldvermögen nachhaltig überwinden helfen. Wir brauchen den Blick auf das Gesamtsystem, um zu nachhaltigen Lösungen zu kommen. Und dazu braucht es eine intensive Zusammenarbeit von Nichtregierungsorganisationen. Jede dieser Organisationen leistet auf ihrem Gebiet Außergewöhnliches. Was fehlt ist der Blick aufs Ganze.

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Wer braucht schon Souveränität?

Vielleicht versehentlich kam es zur Veröffentlichung des Vertrages, der laut Meinung einiger Kritiker auch den Abschied aus der Souveränität der Staaten und eine Entmündigung der Bürger Europas darstellt. 

Zwar sagte schon mein Urgroßvater Verträge seien dazu da, um gebrochen zu werden, dennoch kann man die Auffassung vertreten, dass angesichts dieses Umgangs mit der erdrückenden Verschuldungssituation eine Lösung ohne Totalzusammenbruch nahezu unvorstellbar erscheint. Ein einzelnes EU-Land wird gar nicht mehr ohne weiteres Wege gehen können, die wir zur Erreichung einer völlig anderen Lösung brauchen werden. Die durch Verträge geschaffenen Tatsachen (Lissabon-Vertrag und jetzt ESM) verdammen im Grunde zum gemeinsamen Untergang.
Ganz aktuell sind die Beschlüsse zur Griechenland-Krise wieder nur ein Aufschieben. Griechenland hat nicht einen Euro weniger Schulden (Umschuldung und "Haircut" scheinen vom Tisch zu sein), kein Gläubiger verliert Geld. Private Gläubiger sollen "freiwillig" kurzfristige in langfristige Staatsanleihen tauschen und "freiwillig" auf das eine oder andere Prozentpünktchen Zinsen verzichten. 
Die letzten noch verbliebenen privaten Gläubiger griechischer Staatspapiere können jetzt mit einiger Gewissheit letzte Zockerrunden starten, bevor sie sich rechtzeitig aus den Papieren verabschieden. Die zwangsläufig kommende Zahlungsunfähigkeit trifft dann auf der Gläubigerseite nur noch die europäischen Steuerzahler. Die dann noch im Boot sitzenden "Privaten" werden jene Banken sein, die sowieso schon vom Steuerzahler übernommen sind, bzw. dann spätestens unter den Rettungsschirm schlupfen werden.

Ich weiß nicht ob es an dem trüben, nasskalten Wetter diesen Sommer liegt, aber hat außer mir noch jemand das Gefühl, dass der Herbst dieses Jahr verdammt heiß wird?

 

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