Aktuelle Ausgabe

HW 03-2012

Für eine humane Wirtschaft

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Willkommen auf unserer Webseite.

„Wissen, Einsicht oder Erkenntnisse bringen kaum Lebensfreude, wenn sie nicht mit anderen geteilt werden können.“ Das ist nur ein Motto für unsere Webseiten. Initiative ergreifen, mitmachen, sich einbringen und die Welt von Morgen gestalten, das ist jetzt gefragt. Dazu haben wir die Zeitschrift HUMANE WIRTSCHAFT, neben der gedruckten Ausgabe mit diesem Webauftritt ergänzt. Wir stellen Ihnen zu dem brisanten Thema Wirtschaft im Allgemeinen und Geldsystem im Besonderen eine Plattform zur Verfügung, mit der Sie einfach und schnell Informationen sammeln, neueste Entwicklungen verfolgen und auch Ihre Meinung kundtun können.

„Wir müssen mehr werden…“ hat der Referent Steffen Henke auf unserer Jahresfeier 2010 im Rahmen seines Vortrages so richtig gesagt. Nehmen Sie daran teil! Die HUMANE WIRTSCHAFT ist werbefrei. Spenden,

MACHT GELD SINN – eine Nachlese – Felix Coeln

CC-BY-NC-SA Bruno Jehle

In der Woche vom 10. bis 16. März 2012 war wieder einmal alles ganz anders: viele AktivistInnen aus der „Geldreformerszene“ machten sich auf in das kleine historische Städtchen Köthen – nicht um sich das Fürchten zu lehren – vielmehr um die gegenseitige Wertschätzung zu lernen. . . . → Mehr dazu: MACHT GELD SINN – eine Nachlese – Felix Coeln

Reale Zusammenhänge wieder herstellen – Claude-Alain Perrochet

© duxschulz / pixelio.de

Zur Vorbeugung oder Lösung der Schuldenproblematik wird immer wieder verlangt, man solle zum Prinzip zurückkehren, immer nur auszugeben, was man habe. Der übermäßige (Staats-)Konsum wird angeprangert. Das ist zu kurz gedacht. Dabei wird der Zusammenhang zwischen Konsum, Produktion und Einkommen vergessen. Die Güter für den gerne kritisierten Konsum auf Pump, konnten offenbar problemlos erzeugt werden (von der ökologischen Problematik mal abgesehen). Also warum auf Konsum verzichten, wenn man sich diesen von der Güterproduktion her leisten kann? Volkswirtschaftlich gesehen macht das Nicht-Auslasten der Produktionsmöglichkeiten keinen Sinn. . . . → Mehr dazu: Reale Zusammenhänge wieder herstellen – Claude-Alain Perrochet

Partei ohne Programm? – Marina Weisband im Interview

CC-BY-3.0 Bastian Bringenberg, Quelle: Wikimedia Commons

Kann die Piratenpartei die Hoffnungen von Geldreformern erfüllen? Der Landesverband Sachsen-Anhalt hat zumindest einen vielversprechenden Vorstoß gemacht. Tom Aslan hat sich am 16. April 2012 mit Marina Weisband, Bundesvorstandsmitglied der Piratenpartei, in Berlin zu einem Gespräch für die HUMANE WIRTSCHAFT getroffen. . . . → Mehr dazu: Partei ohne Programm? – Marina Weisband im Interview

Vor dem Karren der Lufthändler – Andreas Bangemann

(c) Martin Bangemann

ACTA und die Fragen zu geistigem Eigentum und Urheberrechten spalten das Lager der Verlierer. Wenn „Kreative“ und Künstler gegen die Verfechter einer den Zeiten des Internet angepassten Rechtsgrundlage für geistiges Eigentum kämpfen, kann es nur Verlierer geben. Lassen sich Künstler und Kreative vor den Karren derer spannen, die vorgeben, sich für ihre Belange einzusetzen, in Wahrheit aber nur an der möglichst noch lange sprudelnden Geldquelle von „Luftrechten“ interessiert sind? Haben die „Piraten des Internet“ womöglich das Wohl der Kreativen weit ehrlicher im Periskop, als die Lobbyisten der Rechteverwerter? . . . → Mehr dazu: Vor dem Karren der Lufthändler – Andreas Bangemann

Monopole auf geistiges Eigentum… – Thijs Markus

Das Copyright-Monopol Marten Toonder ist einer der bekanntesten niederländischen Autoren. Er gilt als nahezu unübersetzbar. 2012 ist von seinen Fans als „Toonderjahr“ ausgerufen worden. Er schrieb Geschichten, die man als Fabeln sehen kann, zum Beispiel über die Charaktere Oliver B. Bumble und Tom Puss, der letzere basiert lose auf dem gestiefelten Kater, der erstere auf dem Marquis von Carabas. Beides Charaktere aus der französischen Fabel „Der gestiefelte Kater“ von Charles Perrault. Wie viele andere Fabeln, sind seine Geschichten häufig Parabeln der echten Welt. . . . → Mehr dazu: Monopole auf geistiges Eigentum… – Thijs Markus

GesellSchafftKunst – Veranstaltung zum Auftakt des Kunstprojektes

Vom 17. bis 20. Mai wird in der Silvio-Gesell-Tagungsstätte in Wuppertal nicht nur der 150. Geburtstag des Namensgebers des Hauses gefeiert, sondern auch der Beginn eines außergewöhnlichen Vorhabens. Das Werk Silvio Gesells bezog sich auf die Fragen der Wirtschaft im allgemeinen und auf die der Geld- und Bodenordnung im besonderen. Wer glaubt, dass das sehr theoretisch und kaum einen “erlebbaren” Bezug hat, liegt falsch. Silvio Gesell war selbständiger Kaufmann und als solcher ein Mensch mit sehr praktischen Vorstellungen. Sein Hauptwerk heißt nicht von ungefähr “Die Natürliche Wirtschaftsordnung”. Das inspirierte die Macher von “GesellSchafftKunst”, Karsten Behr, Martin und Andreas Bangemann, zu einem besonderen Brückenschlag zwischen Wirtschaft und Natur. Die knapp 2ha Wald an der Tagungsstätte wurden kurzerhand zum “Freiluft- und Waldatelier” erkoren. Auf Schritt und Tritt gibt es Dinge zu entdecken, die zeigen sollen, wie sehr Silvio Gesell die Natur zum Vorbild nahm, um seine außergewöhnlichen Lösungsideen für die so drängenden Fragen unserer Zeit zu formulieren. “Fließen” und “Werden und Vergehen”, die Kreisläufe der Natur also, spielen sowohl in Gesells Vorstellung für eine sozial gerechte Wirtschaftsordnung, als auch in der Natur eine große Rolle. Die Kunst als Gabe hat in Zeiten der “Kriege” um ein zeitgemäßes Urheberrecht einen ganz besonderen Stellenwert

Die Tagungsstätte wird also ab 17. Mai zu einem “offenen Atelier” für Menschen, die sich für die Umsetzung dieses Brückenschlags interessieren. Viele Exponate und überraschende Entdeckungen erwarten die Besucher bis zum geplanten Ende des Projektes, das wiederum mit einer Tagungsveranstaltung von1. bis 4. November 2012 verknüpft wird. Knapp 6 Monate Zeit um die gewagte Verbindung von Geld und Kunst auf eine ganz neue Weise zu entdecken.

Der Startschuss zu diesem Kunstprojekt erfolgt von 17. bis 20.%. mit einer Tagung als Rahmen, die viele Informationen zum Thema in Form ausgezeichneter Vorträge bietet. So wird unter anderem Prof. Roland Geitmann zum Thema Demokratie als künstlerische Gestaltungsaufgabe referieren, der Ökonom Werner Onken stellt das Leben und Werk Silvio Gesells vor und Christian Gelleri präsentiert die erfplgreichste Regionalwährung Europas: “den Chiemgauer”

Veranstaltungsort: Silvio-Gesell-Tagungsstätte Schanzenweg 86 42111 Wuppertal

Weitere Informationen auf der Webseite der Tagungsstätte

Ein Anmeldeformular zur Veranstaltung, ebenfalls mit weiteren Informationen gibt es hier.

GesellScha(f)ftKunst – in der Silvio-Gesell-Tagungsstätte

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Zwischen den rund 1.500 Bäumen im knapp zwei Hektar großen „Freiwirtschaftswald“ soll die Verbindung von Natur, Kunst und den Vorstellungen einer natürlichen Wirtschaftsordnung hergestellt werden. Der Künstler Karsten Behr leitet dieses Projekt vor Ort und wird neben seinem kreativen Wirken großen Wert auf die Verbindung zu allen interessierten Menschen und Künstlern aus nah und fern legen. . . . → Mehr dazu: GesellScha(f)ftKunst – in der Silvio-Gesell-Tagungsstätte

Flagge zeigen für das „Fließende Geld“ – Ein Aufruf von Steffen Henke

© Martin Bangemann

Am 9. 6. 2012 in der Arena Leipzig treffen sich Menschen, die „Lust auf neues Geld“ haben. Menschen, die zeigen, dass die sichtbaren Folgen eines zerstörerischen Geldsystems, eine Gelegenheit sind, sich für etwas Neues einzusetzen. Menschen, die wie Millionen andere gegen die Macht des Geldes und den Dschungel des internationalen Finanzmarktes sind. Menschen, die demonstrieren, jedoch nicht gegen etwas Unerklärbares, sondern für echte Alternativen. Menschen, die zeigen wollen: Veränderung ist möglich und sie muss von unten, aus der Bevölkerung, nach oben, in die Politik getragen werden. . . . → Mehr dazu: Flagge zeigen für das „Fließende Geld“ – Ein Aufruf von Steffen Henke

(Hu)manigfaltiges 03/2012

Kurznachrichten und Hinweise: Materiell und seelisch Ausgebeutete Zitat von Andreas Popp – Aus „Rechts oder Links“ Südsee-Insel Rapa Iti will weltweit einzigartige sozialökologische Wende einleiten „Expressgeld statt Euroaustritt“ DekaBank der Sparkassen stoppt Spekulation mit Grundnahrungsmitteln bei eigenen Fonds QR-Codes, was ist das? (Wir nennen sie Schnekkos) . . . → Mehr dazu: (Hu)manigfaltiges 03/2012

Leserbriefe 02/2012

Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihre Fragen, Anregungen oder persönliche Meinungen. Bitte fassen Sie sich kurz, um so wahrscheinlicher wird die Veröffentlichung. Die Redaktion behält sich vor, Leserbriefe ohne Rücksprache zu kürzen. . . . → Mehr dazu: Leserbriefe 02/2012

Politische Maßnahmen für Griechenland werden zur Farce – Andreas Bangemann

(c) Martin Bangemann

Als Griechenland seine Staatsschulden noch maßgeblich bei privaten Gläubigern und deren Einrichtungen hatte, begannen die Zahlungsprobleme. Die EU, die EZB und der IWF (die Troika) nahmen das Heft in die Hand und sorgten auf Kosten der Steuerzahler für „Übergangslösungen“, die man gemäß deutschem Recht auch als Insolvenzverschleppung bezeichnen könnte. Durch die immensen staatlichen Mittel konnten sich im Lauf der letzten zwei Jahre all jene aus den griechischen Staatspapieren verabschieden, die in deren Besitz eigene Verluste sahen. Geblieben sind die abgebrühtesten Spekulanten und ein paar mehr oder weniger zwangsweise Verpflichtete, wie zum Beispiel Banken, die wiederum auch die jeweiligen Staaten als Retter im Rücken haben. . . . → Mehr dazu: Politische Maßnahmen für Griechenland werden zur Farce – Andreas Bangemann

(Hu)manigfaltiges 02/2012

Kurznachrichten und Hinweise . . . → Mehr dazu: (Hu)manigfaltiges 02/2012

Schicksalsfrage der Wirtschaftsordnung – Kommentar von Wilhelm Schmülling

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In Griechenland eskaliert die Gewalt: Demonstrationen gegen Kürzungen von Löhnen und Renten, die bisher relativ friedlich stattfanden, werden zunehmend gewaltsamer. Sogar Häuser brennen. Versinkt Griechenland im Sumpf Anarchie? . . . → Mehr dazu: Schicksalsfrage der Wirtschaftsordnung – Kommentar von Wilhelm Schmülling

Georg Schramm occupies Deutsche Bank – Wolfgang Berger

www.georg-schramm.de

Der dänische Schriftsteller Søren Kierkegaard (1813 – 1855) berichtet, wie hinter den Kulissen des Theaters ein Feuer ausbricht. Der Clown tritt schockiert auf die Bühne und fordert alle auf, den Saal rasch zu verlassen. Das Publikum genießt die originelle Einlage und klatscht lauten Beifall. Der Clown wird bleich vor Schreck, gestikuliert heftig und warnt vor der drohenden Gefahr. Alle sind begeistert und johlen vor Freude – bis das Feuer auf den Zuschauerraum überspringt. Da ist es zu spät. . . . → Mehr dazu: Georg Schramm occupies Deutsche Bank – Wolfgang Berger

Gläubiger-Schuldner-Beziehungen – Josef Hüwe

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Wir erleben spannende Zeiten, u. a. was die Folgen der langfristig hauptsächlich auf dem Zinseszinseffekt beruhenden Geldvermögen- und Schulden-Akkumulation betrifft. „Permanent einzugehende Beziehungen zwischen Schuldnern und Gläubigern bilden letztlich das Fundament des Kapitalismus.“ (J. M. Keynes). Die Kette der Gläubiger-Schuldner-Beziehungen darf nicht reißen! Weltweit ist sie zum Teil schon recht dünn. Die USA zum Beispiel können nur hoffen, dass ihnen China als Geldgeber erhalten bleibt. An eine Tilgung der Schulden ist nicht zu denken. Die „Schuldner-Sicherheit“ besteht darin, dass die USA auch künftig reichlich chinesische Produkte importieren. . . . → Mehr dazu: Gläubiger-Schuldner-Beziehungen – Josef Hüwe

Die „Schuldenbremse“ – Ein Patentrezept? – Helmut Creutz

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Mit der Verabschiedung eines Rettungs-Versuchs über eine Schuldenbremse beweist die Politik nur ihre Unwissenheit über die Vorgänge im Geldbereich! – Schon jeder Autofahrer weiß, dass man zur Abbremsung eines Fahrzeugs zuerst einmal den Fuß vom Gaspedal nehmen muss. Bezieht man das auf jene Schuldenbremse, die man in Deutschland bereits verbindlich verabschiedet hat und den anderen Euro-Ländern noch verpassen möchte, dann gilt genau das Gleiche: Auch hier muss man zuerst einmal „das Gas wegnehmen“… das heißt, jene Vorgänge reduzieren, die in unseren heutigen Volkswirtschaften den Staaten nicht nur die Aufnahme immer höherer Schulden ermöglichen, sondern diese geradezu erzwingen: . . . → Mehr dazu: Die „Schuldenbremse“ – Ein Patentrezept? – Helmut Creutz

Eine praktische Revolte – Pat Christ

(c) Pat Christ

Mit einem für HumanwirtschaftlerInnen fraglos spannenden Thema beschäftigte sich in den vergangenen Jahren der Münchner Soziologe Dr. Christian Thiel: „Das ‚bessere‘ Geld“ lautet seine ethnographische Studie über Regionalwährungen, die Ende 2011 erschien. Darin befasst er sich mit der Soziologie und der Psychologie des Geldes, den Wurzeln der Regiogeldbewegung sowie verschiedenen Regiogeld-Konzeptionen. Reichlich Raum nimmt eine Fallstudie zur Alternativwährung „Chiemgauer“ ein. . . . → Mehr dazu: Eine praktische Revolte – Pat Christ

„Grüner Kapitalismus ist keine Lösung“ – Gerhard Dilger

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Bereits zum sechsten Mal hat im Januar 2012 in Porto Alegre das Weltsozialforum getagt. Nach Ansicht der Gipfelteilnehmer sollten die lebenswichtigen Ressourcen Luft, Land, Energie und Wasser vergemeinschaftet werden. Mit der Fokussierung auf Gemeingüter wollen sie den alten Gegensatz zwischen Markt und Staat überwinden. . . . → Mehr dazu: „Grüner Kapitalismus ist keine Lösung“ – Gerhard Dilger

Gresham und die Drachme – Dirk Löhr

Wikipedia (comp. Martin Bangemann)

Die Einführung einer umlaufgesicherten Drachme als Parallelwährung war Anlass für eine Tagung des Seminars für Freiheitliche Ordnung am 19./20.11.2011. Mit diesem Vorschlag, der u. a. von Eckhard Behrens vertreten wird, soll Griechenland aus der Klemme geholfen werden. Der Vorschlag ist interessant, originell und verdient eine eingehende Diskussion. In der bisherigen Diskussion fehlt mir bislang noch die Behandlung eines Aspektes, den ich für entscheidend für den Erfolg des Vorschlags halte: nämlich die Rolle des Gresham’schen Gesetzes (ein ökonomisches Gesetz, das nach Sir Thomas Gresham, benannt ist, der von 1519–1579 lebte). . . . → Mehr dazu: Gresham und die Drachme – Dirk Löhr

Schulden = Guthaben – Erhard Glötzl

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Bereits 1775 erklärte die Französische Akademie der Wissenschaften, keine Arbeiten zum Thema Perpetuum Mobile mehr anzunehmen oder zu prüfen, da ein Perpetuum Mobile unmöglich ist. Auf heute übertragen entspricht dies der Aussage, dass sich kein Physiker mit Ideen beschäftigt, die dem 1. Hauptsatz der Thermodynamik widersprechen, der besagt, dass in einem geschlossenen System die Gesamtenergie stets erhalten bleibt. Weil mittlerweile dieser Satz schon im Schulunterricht seinen festen Platz hat, befasst sich heute niemand mehr mit solchen physikalisch unmöglichen Dingen. . . . → Mehr dazu: Schulden = Guthaben – Erhard Glötzl

Unsere Demokratie auf dem Weg zum Drei-Stände-Staat – Anselm Stieber

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Besondere politische Kenntnisse sind nicht erforderlich um festzustellen, dass unsere Demokratie nicht mehr funktioniert. Zu häufig und zu offensichtlich sind es demokratisch nicht legitimierte Kräfte, die den Regierenden vorgeben, was sie tun sollen. . . . → Mehr dazu: Unsere Demokratie auf dem Weg zum Drei-Stände-Staat – Anselm Stieber

Erben – die Mühe, geboren zu werden – Roland Rottenfußer

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Der Zins ist schädlich, gewiss, aber er bliebe ein begrenztes Übel, wäre da nicht ein anderer Faktor, der ihn verewigt und potenziert: das Erbe. Erbschaften zementieren Familienprivilegien und unterhöhlen die Chancengleichheit. Der Sohn von Michael Ballack wird nicht nächster Kapitän der Fußball-Nationalmannschaft. In Unternehmen sind derlei Absurditäten aber durchaus üblich. Schwerer wiegt, dass sich die Akkumulation von Vermögen und politischem Einfluss über Generationen fortsetzen kann. Wer für das Leistungsprinzip und gegen demokratisch nicht legitimierte Machtkonzentration ist, kann nicht gleichzeitig für uneingeschränktes Erben sein. Es müssen Wege gefunden werden, Erbschaften auf ein sozialverträgliches Maß zu begrenzen. . . . → Mehr dazu: Erben – die Mühe, geboren zu werden – Roland Rottenfußer

Die Transformation des Geldes – Werner Onken

(c) Martin Bangemann

„Das herkömmliche Geld kann mit einer schadhaften Leiter verglichen werden: je höher wir steigen, umso tiefer stürzen wir, wenn sie bricht. Und sie wird brechen. Unser Geld bedingt den Kapitalismus, den Zins, die Massenarmut, die Revolte und schließlich den Bürgerkrieg, der erfahrungsgemäß mit unheimlicher Schnelligkeit zur Barbarei zurückführt. … Wer es aber vorzieht, seinen eigenen Kopf etwas anzustrengen statt fremde Köpfe einzuschlagen, der studiere das Geldwesen, der trachte danach, die ‚unbegrenzten Möglichkeiten‘, die in der Arbeitsteilung liegen, dadurch der Menschheit und der Friedensidee dienstbar zu machen, dass er für diese Arbeitsteilung ein zweckentsprechendes Geldwesen schafft.“ [Silvio Gesell, Geld oder Krieg (1912), zitiert nach: Silvio Gesell, Reichtum und Armut gehören nicht in einen geordneten Staat – Werkauswahl zum 150. Geburtstag, Kiel 2012, 2. erw. Auflage] . . . → Mehr dazu: Die Transformation des Geldes – Werner Onken

Editorial: Dschungelcamp im Schilderwald – Andreas Bangemann

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Das Fernsehformat, das sich keiner anschaut, von dem aber viele reden, ist dieses Mal der Einstieg, der mich einmal mehr zu jenem Thema führt, das im Grunde wie kein anderes unsere Zukunft bedeutet: die Wirtschafts- und Finanzkrise, die längst zur Systemkrise des Kapitalismus geworden ist. Sie wird uns nicht mehr loslassen. Das wäre ja auch noch schöner, für die Zeitschrift, die den Weg zu einer humanen Wirtschaft als Ziel hat! Wir lassen in dieser Sache nicht mehr nach. . . . → Mehr dazu: Editorial: Dschungelcamp im Schilderwald – Andreas Bangemann

„Hat unser Geldsystem einen Fehler?“ – Vortrag von Steffen Henke

Steffen Henke Finanzkrise: Ursachen-Wirkungen-Lösungen Referent: Steffen Henke, Finanzkaufmann und Personalcoach, Geschäftsführer der „Neues Geld gemeinnützige GmbH“ Leipzig Er sagt: Eine krisenfreie Wirtschafts- und Finanzordnung ist möglich! Viele namhafte Experten und eine große Zahl Aktiver in Nichtregierungsorganisationen arbeiten bereits heute an Plänen zu ihrer Umsetzung. Wir wollen eine breite politische Diskussion zu den Alternativen in Gang zu setzen! Kommen Sie am Samstag, den 21. April in die Wittelsbacher Strasse 4 nach 91126 Schwabach. 14:00 Uhr bis 17:00 Uhr (Einlass ab 13:30 Uhr) . . . → Mehr dazu: „Hat unser Geldsystem einen Fehler?“ – Vortrag von Steffen Henke

Polens Notenbankchef sieht griechische Regionalgeld-Lösung als “innovativ” an

In der Financial Times Deutschland vom 28.3.2012 bringt Marek Belka jenen Mut auf, den er selbst in der Diskussion um die besten Lösungen der Euro-Krise nur einzelnen Wirtschaftsprofessoren attestiert. Er sieht zur Stärkung der griechischen Wirtschaft und deren geringere Leistungsfähigkeit eine zweites, landesinternes Zahlungsmittel als eine mögliche und gangbare Lösung an. Gute Erfahrungen und ein entsprechendes KnowHow, haben die Initiatoren und Vordenker des deutschen Regiowährungsprojektes “Chiemgauer” bereits im Februar dazu veranlasst, diesen Vorschlag tiefgehend als Lösung darzulegen. Auch Eckhard Behrens für das Bad Boller “Seminar für freiheitliche Ordnung” hatte einen in diese Richtung gehenden Vorschlag ausgearbeitet. Um so erfreulicher, dass diese wahrlich innovativen Ideen jetzt sozusagen einen “Ritterschlag” von höchster Stelle bekommen. Es ist anzunehmen, dass Marek Belka seinen jetzigen Vorstoß aus “der Not heraus” formuliert und nicht etwa den genannten Vorlagen entnommen hat, denn die Möglichkeiten für eine Stabilisierung der griechischen Wirtschaft hängen maßgeblich von wirklich neuen Ideen ab, nachdem mittlerweile allen Experten klar sein dürfte, dass “Kaputtsparen” zu nichts Gutem führt. Bleibt abzuwarten, ob dieser außergewöhnliche Vorschlag bei den europäischen Kollegen in der Politik und bei den Notenbanken jene Nachhall findet, der dann auch in konkrete Schritte der Umsetzung mündet. Wesentlich wahrscheinlicher ist leider ein Beibehalten des eingeschlagenen Kurses aus Rettungsgeldern und erzwungener Sparpolitik. Belkas Vorschlag könnte nämlich eine ganze Bugwelle an innovativen Lösungen nach sich ziehen, die für mächtige Turbulenzen am ohnehin getrübten europäischen Polit-Führungshimmel sorgen könnten. Und wenn Politiker eines scheuen, dann sind es Turbulenzen, von deren Ausgang sie nicht wissen, ob sie selbst sie bei den nächsten Wahlen überstehen werden. Aber wer weiß? Vielleicht ist die Zeit der Mutigen ja auch gekommen!

Alarmierende Reichtumsentwicklung

Steven Rattner kommentiert in der New York Times eine aktuelle Studie der Ökonomen Thomas Piketty und Emmanuel Saez, wonach die aktuelle Entwicklung von Reichtum in den USA alarmierend sei. Demnach landet der Zuwachs der Einkommen 2010 in Höhe von 288 Milliarden US-Dollar zu 93% bei den 1% Topverdienern des Landes. Selbst innerhalb dieser 1% Topverdiener gibt es eklatante Unterschiede, denn die obersten 0,1 vereinen alleine 37% dieses Zuwachses auf sich. Die danach folgenden 0,9% erzielen 56% des Zuwachses und die 99% am unteren Ende die verbleibenden 7%. In dem Kommentar geht Rattner leider nur in Bezug auf die Steuersätze auf die unterschiedlichen Quellen der Einkommenszunahme ein, denn es darf davon ausgegangen werden, dass im Bereich der oberen 1% der Zuwachs hauptsächlich auf Einkommen aus Geldvermögen zurückzuführen ist. Rattner vermatscht die Einkommen aus Leistung mit jenen aus Vermögen und kann deshalb auch nur zu dem Schluss kommen, dass eine Erhöhung der Steuern für Superreiche die Lösung sein könnte, die dieser Entwicklung Einhalt gebieten würde. Doch wenn selbst Superreiche wie Warren Buffet derlei Forderungen an die Politik stellen (ebenfalls in der New York Times), dann sollte doch Skepsis und Nachdenken angesagt sein. Geldvermögenseinkommen können nur über Zinsen und Zinseszinsen erzielt werden. Zinsen stecken in allen Preisen und allen Steuern und werden somit von allen Konsumenten, Arbeitern und Angestellten gleich welchen Einkommens bezahlt. Wächst das Einkommen der Reichsten übermäßig, geht das über den Zinsmechanismus auf Kosten der weniger Reichen und Armen. Letzteren wird von ihrer Leistung mehr genommen, als in der Zeit davor. Das auf Zins und Zinseszins beruhende Geldsystem verleibt sich die Leistung der Ärmeren zugunsten der Reicheren in einem Maß ein, das zwangsläufig zu einer immer schneller werdenden Verschiebung von den Ergebnissen der Leistung hinzu zu den Reichen führt. Weder Reich noch Arm kann sich gegen diesen Automatismus wehren. Die Reaktion, die auch der Kommentator Steven Rattner vorschlägt, nämlich den Reichen über Steuern mehr wegzunehmen ist bestenfalls eine Abschwächung des trotzdem weiter laufenden Verteilungsprozesses, aber keine Lösung auf dem Weg in eine gerechtere Gesellschaft.

Der Zins und Zinseszinsmechanismus nimmt den Fleißigen immer mehr von ihrer Leistung weg. Statt sich darüber Gedanken zu machen, wie man ihnen wieder etwas zukommen lässt, wäre es viel wichtiger und vor allem nachhaltiger, sich die Frage zu stellen:

Wie schaffen wir es, dass allen weniger weggenommen wird?

Klare Worte des Sparkassen-Präsidenten

Heinrich Haasis ist der Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes. In seiner Rede zur Bilanzpressekonferenz 2012 redet er Klartext, im Hinblick auf die jüngsten “Geldflutungen” durch die EZB, aber auch für das Stammbuch jener, die sich so intensiv um die vermeintliche “Geldschöpfung aus dem Nichts” von Geschäftsbanken den Kopf zerbrechen:

“Bei den Kundeneinlagen konnten die Sparkassen 2011 um 2,0 % auf 783,4 Mrd. EUR zulegen. Insgesamt legten die Kunden weitere 15,6 Mrd. Euro in Form von Spar- und anderen Einlagen bei Sparkassen an. Das niedrige Zinsniveau veranlasste die Kunden auch weiterhin, sehr liquide zu bleiben. So stiegen die Termingelder um 10,1 %, die Sichteinlagen um 2 %. Bei den Spareinlagen hingegen war nur ein geringer Zuwachs feststellbar. Immerhin konnten die Institute mit attraktiven Eigenemissionen mit + 4,1 % einen deutlichen Zuwachs erzielen.

Wir erleben allerdings heute in mehrfacher Hinsicht eine sehr ungewöhnliche und schwierige Marktsituation, ich hatte das eingangs angesprochen.

Die EZB flutet die Märkte mit billigem Geld. Unabhängig von der Güte eines Geschäftsmodells oder dem Vertrauen der Kunden werden Kreditinstitute unbegrenzt und langfristig mit Liquidität ausgestattet. Wer sich wie die Sparkassen einen Einlagenüberhang von rund 106 Mrd. Euro mühsam am Markt erarbeitet, sieht sich zunehmend Wettbewerbern ausgesetzt, die Liquidität anstrengungslos erhalten. Für die Sparkassen ist es keine Option, ebenfalls ihr solides Geschäftsmodell umzustellen, Kapital von der EZB zu holen und dieses in hochrentierlichen, aber sehr risikoreichen Investments zu platzieren. Wir stellen aber fest, dass Wettbewerbern mit solchen Geschäftsmodellen derzeit die Gewinne durch den Staat ins Haus getragen werden.

Einzelnen Instituten werden staatliche Mittel ohne angemessene Gegenleistung zur Verfügung gestellt. Es ist unverständlich, dass eine große deutsche Bank für stille Einlagen des Bundes keinerlei Zinsen zahlt. Ihr wurden damit in drei Jahren vom Steuerzahler fast 2,2 Mrd. Euro geschenkt. Das entspricht dem Jahresüberschuss aller deutschen Sparkassen. Oder ich könnte es auch anders sagen: Unsere jährlichen Steuerzahlungen könnten wir zu fast einem Drittel direkt dieser deutschen Großbank überweisen. Man überlässt es dem Institut selbst, seine Konditionen, seine G+V und damit seine HGB-Bilanz so zu gestalten, dass keinerlei Gewinne in Deutschland anfallen und damit auch keine Zinsen gezahlt werden müssen. Das geht so nicht mehr. Andere Institute, die staatliche Hilfe erhalten, werden drastisch verkleinert oder sogar abgewickelt.

Die staatlichen Eingriffe in den Wettbewerb führen schleichend dazu, dass solide Leistungsträger geschwächt und der Anlagemarkt verzerrt wird. Es ist deshalb nicht nur aus Gründen der Stabilität, sondern auch aus Wettbewerbsgründen wichtig, dass die EZB baldmöglichst wieder den Ausstieg aus diesen unbegrenzten Tendermaßnahmen findet. Und der Bund sollte sicherstellen, dass sein Kapital bei dauerhaft bestehenden Banken angemessen verzinst wird.”

Bravo Heinrich Haasis. Mögen Ihnen die nächsten Schritte, wie die Ergründung der Ursachen für diese Geldpolitik, ein wichtiges nächstes Ziel sein.

Leserbriefe – 01/2012

Die Leser unserer Zeitschrift melden sich zu Wort. . . . → Mehr dazu: Leserbriefe – 01/2012

Walter Meier-Solfrian: „Ökosozial oder katastrophal – Die Politik hat die Wahl“ – Buchrezension von Peter Werner

Die Weltwirtschaft torkelt von Krise zu Krise, Finanzblasen platzen, unheimliche Schulden- bzw. Vermögensberge erdrücken Staaten und Konjunktur. Die Situation ist beängstigend, der Ausgang offen. Sehr beunruhigend ist auch die Hilflosigkeit der Politiker und etablierten Ökonomen angesichts des an die Wand gefahrenen globalen Wirtschaftssystems. . . . → Mehr dazu: Walter Meier-Solfrian: „Ökosozial oder katastrophal – Die Politik hat die Wahl“ – Buchrezension von Peter Werner

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